So viel Sand und keine Förmchen

Ich habe heute im Bus hinter mir einen Mann reden hören, weil ich meine Kopfhörer vergessen hatte. Das war ja schon schlimm genug.
Von manchen Gesprächen, denen man unfreiwillig lauscht, wird man nur vom Versuch, diese kognitiv zu verarbeiten, ein kleines bisschen dümmer. Und ich glaube, der Typ hat da auch was mit nem Sprichwort konkret falsch wiedergegeben.
Er meinte, er sei am Tag zuvor in der Ottostraße gewesen (Straßenstrich) und sein Geld habe hinten und vorne nicht gereicht. Musste lachen.
Musik.

Jackson Reid Briggs & The Heaters – Fear/Move EP

Schon wieder was Neues von dem fleißigen Punk (?) Rocker aus Melbourne. Die 4 Songs gehen stark in Richtung Reigning Sound & co., haben Soul und Orgel im Blut und laden zu Zigarette und Flaschenbier auf dem Bonanza Rad ein. Sonnenuntergang, tanzen und ein bisschen in die Lederjacke kuscheln. Jackson Reid Briggs kann keinen schlechten Song schreiben. Toll.

The Chisel – Retaliation LP TEASER

Ist das jetzt noch Oi? Ich hab da keine Ahnung von, aber wenn der Sänger mal kurz schweigt, klingt das alles nach Indie-affinem Post Punk aus England. Und dann, huch – der Gesang setzt ein und man hat einen wunderbaren Grund, irgendwas mitzugrölen. Bei La Vida Es Un Mus spritzt also wieder das Bier und The Chisel lecken es auf. Erst mal nur ein Song (und Video), aber Album ist bestimmt genauso gut. Erscheint Ende November, wünsch ich mir zu Weihnachten!

White Stains – Blood On The Beach 7″

Noch eine zuckerfreie Hardcore Band für die Spaß-Diabetiker. White Stains klingen so, wie der Name vermuten lässt. Nach 80er Jahren US Hardcore Punk ohne viel Schnickschnack. UfftaUffta, kaputte Hose, Achtung – Stagediver. 2 Songs von den Vieren kann man schon mal hören und die machen auf jeden Fall Spaß – nee, keinen Spaß. Eher Krachlaune. Neon Taste macht wie immer alles richtig. Spermaflecken entfernt man im übrigen am besten mit Rotwein.

Liquids – Fuck Up

Man kommt an diesen Liquids einfach nicht vorbei. Das ist so eine tolle Band, ich hab keine Ahnung, wie man in so kurzer Zeit so viele gute Songs schreiben und einspielen kann. Großartiger Garage Punk mit viel Schrammel und Melodie. Geht direkt ins Herz und explodiert dort. Eine von den wenigen Bands, die aus wenig ganz viel zaubern können. Ist selten, sollte man schätzen.

Alien Nosejob – Paint It Clear LP TEASER

Noch so ein Typ, der nicht schläft. Jake Robertson ist mit seinen ganzen Bands da in Australien nicht ausgelastet und hat deshalb kurzerhand Alien Nosejob ins Leben gerufen, um seinen kreativen Überschuss in lofi Synth-Garage-Punk Lieder zu kotzen. Das hier ist das vierte Album in drei Jahren. Und Singles hat er auch nebenbei noch drölftausend gemacht. Kommt im November auf Vinyl raus, aber Porto.

Cherry Cheeks – Therapy

Gute Laune mit Synth-Punk. Quietsch, Boing, Kaugummi unter den Chucks. Für den Abend, wenn man eigentlich zu müde ist, um noch mal vor die Tür zu gehen. Das motiviert jetzt zwar auch nicht, hinaus in die Welt zu tanzen und seinen Job zu kündigen und auf alles zu scheißen. Aber vielleicht nimmt man den Müll mit raus. Immerhin. Ende September erschienen und lief hier schon 17 mal. Jeden Abend. Cherry Cheeks!

Liquids – Life Is Pain Idiot LP

Wie schön, eine neue LP von den Liquids mit 27 (!) neuen Stücken, die ausnahmslos großartig sind. Wie immer wird bei den Punkern aus Indiana fuzziger Punk Hardcore mit Garagegeschmack runtergerotzt, der wieder einmal vor positiven Vibes zittert.

When You Were Born (You Should’ve Died), Shitty Fuckin DNA, Nobody Likes You oder Give Up sind nur einige Beispiele des Einmaleins guter Psychotherapie.

Im Moment nur digital bei Bandcamp zu erwerben, aber Life Is Pain Idiot  soll angeblich im Sommer auf LP rauskommen. Na, dann bin ich ja mal gespannt, welches Label das dieses Mal wird. Hallo Labelfrauundmann – ich nehm eine, bitte.

Kauft Euch auf jeden Fall jetzt schon mal die digitale Version für läppische $5, wer weiß, ob es im Sommer noch Schallplatten und Geld und Musik gibt.

Liquids – Nervous Sessions

Oha, ist das eine neue LP von den Liquids aus Indiana? Genug Material gibt es auf jeden Fall auf diesen nervous sessions, die anscheinend alle von Mat Williams alleine an einem Samstag eingespielt, eingesungen und von Erik Nervous aufgenommen wurden. Puh, das ist ja mal ein perfektes Power Duo.

Und so klingen die 12 Songs auch – ziemlich perfekter Punk Rock aus der fuzzigen Rotzecke mit genügend Melodie, um noch als Unterhaltungsmusik durchzugehen. Wie war das noch mal bei den Klitschkos und der Milchschnitte? Das hier ist auf jeden Fall mehr Bauch als Kopf.

Und die Texte laden auch zum besinnlichen Miteinander ein ("I am dumb as fuck" oder "I wanna throw up when I see your face"). Toll.

Kann das mal jemand auf Platte herausbringen? Oder arbeitet bei den Labels jetzt auch niemand mehr an den Plattenpressen? Hm.
Jetzt hab ich Bock auf Milchschnitte, Mist.

Liquids – 2 Soft Serves and a Hard Rock

Wenn man in Mathe ganz ok war, kann man dem Titel bereits entnehmen, dass es hier drei neue Songs von den famosen Garage Punkern aus Indiana zu bestaunen gibt. Indiana, da scheint es im übrigen wohl eine recht fruchtbare Szene zu geben, denn da kommen immerhin auch die nicht weniger guten Coneheads und Cowboys her, um nur zwei von den vielen Bands da zu nennen. Aha.

Jaha. Und eben auch die beiden Typen von Liquids, die natürlich auch bei den tausend anderen tollen Bands irgendwie ihre Finger und Füße mit ihm Spiel haben.
Falls ihr bis jetzt noch nichts von den Liquids gehört haben solltet, lasst euch sagen, dass es sich hier um Material aus dem Bereich des DIY low-fi Garage Punk Gedudels handelt, das inzwischen auf über 15 Veröffentlichungen kommt.
Wird aber irgendwie nicht langweilig, ist immer gut. Selbst jetzt mit einem Song, der einer Ballade ähnelt. Jaha, Aha, Oha.

Für Freunde und Fans von tödlichem Durchfall.