Hä? Das ist ja ne Rhythm & Blues Band. Aus Leipzig. Wasn hier los? Hab ich mich auf der Frequenz vertan? Nimmt der Typ jetzt Geld für den Scheiß hier?
Nö. Aber ich hab mir irgendwann mal gesagt, dass ich jedes analoge Release, das mir zugeschickt wird, auch mit einem Artikel verwöhne vernichte. Heute Schneckenkönich, die mir Gregor noch ins Paket gelegt hatte und auf die ich sonst wohl nie gestoßen wäre.
Klingt wie eine Band, die hinter den Netzvorhängen in den amerikanischen Bars spielt, wo sie von gelangweilten Rassisten mit Bierflaschen beworfen werden. Die meinen und können es gut, allein, es fehlt mir die Prärie, um so richtig in die Stimmung zu kommen. Das kann man bestimmt richtig gut hören und wertschätzen, wenn man gerade den Grill vom Vorabend putzt und die verkohlten Wurstreste abkratzen muss, während ein kühles Bier im Cooler daneben steht. Aber ich hab halt nix davon hier herumstehen und esse keine Wurst.
Sounds Of Subterrania. Auf Vinyl erschienen mit einem tollen Cover, das die Band aus Knete geformt darstellt. Schon geil. Und das mit der Prärie und dem Wüstenstaub erledigt sich demnächst von ganz alleine. Die Rassisiten haben wir ja schon hier. OK.
Eine schöne neue LP von Laxisme aus Leipzig. Die Band hab ich vor einigen Jahren noch in Berlin verortet, weil ich sensationelle Recherchequalitäten aufzuweisen hab. Hinzu kommt, dass ich in meinem Kopf den Namen stets mit Laxismus in Verbindung gebracht habe und dementsprechende dachte, es sei lediglich die französische Übersetzung dieser seltsamen Moraltheologie, die besagt, dass man Gesetze schon als zweifelhaft betrachtet, wenn auch nur ganz schwache Gründe deren Geltung fraglich erscheinen lassen.
Ich könnte mir vorstellen, dass genau so vor 40 bis 45 Jahren ein ganzer Haufen an Garage- und Kellerbands in Deutschland geklungen haben. Wie schön, dass wir heutzutage an dieser Subkultur direkt teilhaben können.
Oh je, die sind ja alle wahnsinnig. Telesatan aus Leipzig kommen mit ihrer neuen Single um die Ecke geschlichen und klingen darauf besessener von den Resten des umgegrabenen Dorffriedhofs als zuvor.
Zum Ende des Jahres wurden noch einmal saftige Strafen auf europäischen Straßen eingeführt, damit sich das Rasen auch wirklich nur noch die Besserverdienenden leisten können.
Was für ein Lumb. Das ist teilweise fast schon zu intellektuell für mich, aber zum Glück hatte ich noch eine Flasche abgestandene Gymnasiastenbrause im Küchenschrank herumstehen, um mich auf das richtige Level zu katapultieren.
Deutscher Post Punk aus Leipzig mit Friesennerz im Rucksack. Da rumpelt nichts, die können ihre Instrumente bedienen und die Aufnahmen sind ebenso professionell und sauber abgemischt. Ist ja fast schon ein bisschen enttäuschend. So klingt das dann wohl, wenn richtige Musiker Punk Rock machen.
Achtung Freunde, am Montag kommt der Superstreik! Absoluter Stillstand im gesamten Land. Wer mir das beste Video von Tumbleweed (Bodenläufer) aufm Aldi-Parkplatz schickt, bekommt eine Palette Karlsquell geschenkt.