Inch – Inch-Peel EP CS

Das haben wir früher College Rock genannt. Inch können das auch heute noch gut und covern dann gleich mal French Disko von Stereolab, einem Song, dessen Gesangsmelodie mich jedes Mal auf der falschen Herzkammer erwischt.

Danach wird es noch schlimmer und man sortiert sich zwischen Weezer und dem besten aus den 80ern, 90ern und blabla. Insgesamt schöne drei Lieder, um das morgendliche Hardcore Ritual zu durchbrechen und einmal ein bisschen gechillter im Büro anzukommen.

Peterwalkee Records. Auf Kassette erschienen. Das sind insgesamt wohl mehr Lieder auf dieser EP, aber die bekommt man erst, wenn man das Teil kauft. Müsst ihr wissen. Rock on 🙂

The Cowboys – Captain Easy’s Downfall LP

Wer Power Pop und Beat und sweet sweet Rock’n’Roll mag, kann an der neuen Cowboys LP nicht vorbeilaufen, ohne kurz für ein paar Steps foxzutrotten und Drehungen zu vollführen und sich darüber zu freuen, dass einem die Sonne aus dem Arsch purzelt. Gute Laune, Sonne, Sommer, Ignoranz. Die musikgewordene Erdbeerbowle meiner Oma. Toll.

Feel It Records. Auf LP und CD zu bekommen. Mit 19 Liedern und 2000 Melodien.

DC Threat – Disorder Control Threat – Perihal Prahara

Die heißen nicht nur so, die klingen auch ein bisschen wie eine Mischung von den DC Bands aus den 80er bis 90ern und den Straight Edge Hardcore Opas von Minor Threat. Wenn man ein Ohr zukneift. Eine Meinung, die ich von Bluesky geklaut habe.

Aber das kann ja dann kein Zufall sein. Vielleicht manchmal ein bisschen generisch, wie man heute gerne sagt. wenn man Angst vor der KI hat, die vielleicht dahinter stecken könnte. Ich hab die Band noch nicht live gesehen, aber gehe davon aus, dass es Menschen aus Fleisch und Bintang Bier sind. Ganz geil.

Meinetwegen hätten die Passagiere auf der Hanta-Cruise alle über Bord geworfen werden können. Kreuzfahrten sind das Schlimmste, auf dem Rücken von Billigarbeitern unter Deck werden schnöselige Möchtegern-Globetrotter mit ihren dicken Bäuchen und Deutschlandhüten in die Innenstädte der Welt gespült und verpesten den ganzen Globus mit ihrem asozialen Verständnis von Urlaub, der ihnen genau so zustehe. Widerliches Volk, widerliches Geschäftsmodell. Brauchen wir nicht, wir sollten uns das nicht mehr leisten. OK.

District Six Records. Kommt bestimmt auf Kassette. Aber es ist ein weiter Weg bis nach Indonesien mit dem Boot. Dann halt digital, die sind ja eh nicht echt.

Fog Lamp – Still Entangled LP

Starke Platte aus dem Nebelhorn San Franciscos gepustet. Da blasen die 4 Anwohner des Ortsteils Oakland seit ein paar Jahren kraftvoll tagtäglich den diesigen Mist der schlechtgelaunten Pendler aus der Bay heraus und pflanzen stattdessen schöne Melodien mit Unterstützung von Synthies und Gitarren in die Ohren der interessierten Hörer.

Fog Lamp sind irgendwo zwischen Post Garage Punk und Indie anzusiedeln, nicht ganz Kunsthochschule, aber auch keine Gosse mehr. Ein bissl Goth und Dark Wave und ein bissl Grunge noch mit dazu? Gern. Passt in jedes AZ, passt zu jedem Getränk und ist für jeden Fuß tanzbar. Small Talk ist derzeit mein Lieblingslied, aber das wechselt ständig. Tolles Album.

Siltbreeze Records. Auf LP erschienen und die Chance vertan, eine Nebelschwaden Vinylfarbe zu kreieren. Na sowas.

Late! – Coolest In Town CS

Ironischerweise bin ich mal wieder ein bisschen spät zur Party von Late!, der Garage Grunge Punk Band aus Toulouse, die jüngst ihr Kasstten Debüt abgeliefert haben. Aber wie sagte Großmutter Shumway immer? "Es ist selten zu früh und niemals zu spät." OK.

Auf dem Tape findet man 6 Songs, die irgenwo in den 90ern den Rückenwind von poppigeren Grunge Bands aus dem Radio aufgeschnappt und diese dann in frische Melodien geblasen haben. Recht unterhaltsam und adrett zubereitet ist das eine runde Sache im eckigen Format. Kann man so an einem Montag machen.

Idiotape. Auf pink oder rot. Keine Ahnung, was da sonst für Leute in Toulouse herumlaufen, aber wenn böse Schauen und Sonnenbrille schon das Nonplusultra der Coolness ist, was machen die dann, wenn sich jemand eine Zigarette ansteckt und Coca Cola trinkt? Fallen die dann alle in Ohnmacht? Ha.

Z.O.L. – Zwei Oktaven Langsamer CS

Ich könnte mir vorstellen, dass genau so vor 40 bis 45 Jahren ein ganzer Haufen an Garage- und Kellerbands in Deutschland geklungen haben. Wie schön, dass wir heutzutage an dieser Subkultur direkt teilhaben können.

Zwei Oktaven Langsamer oder Z.O.L. sind drei Leipziger Streuner, die im Musikunterricht nicht besonders gut aufgepasst haben und deswegen auch so wunderbar krumme Musik abliefern können. Der Roundhouse Kick mit Räuberleiter vom Cover visualisiert sehr charmant den Mix der 8 Knaller aus Lofi Schrammel Garage Punk mit viel Herz und Dosenbier. Cool.

Phantom Records. Auf Kassette erschienen. Achtung, Schulferien. Vielleicht ein bisschen weniger schreiben und ein bisschen mehr spielen. Bis denne.

Whelpwisher – Same Mistakes

Manche Künstler müssen es den weniger talentierten Menschen um sie herum immer wieder unter die Nase reiben, wie viel besser sie doch sind. Natürlich meinen die Menschen das nicht so – Nein – das ist wie früher in der Schule, wo sich auch die Klassenbesten immer total verwundert über ihre tollen Zensuren gezeigt haben.

Gut, im Gegensatz zu den Künstlern heute haben die Kinder früher immer Klassenkloppe bekommen, aber hat es geholfen? Oder sind das am Ende ein und dieselben Personen? Huch.
Ich muss den Ben das mal fragen, wenn ich ihn sehe. Der Mann steckt hinter Whelpwisher aus Chicago, der mit diesem neuen Album ein Projekt veröffentlicht, das er Ende letzten Jahres in Angriff genommen hatte. Jeden Tag einen Song schreiben und aufnehmen. Und so hat der fleißige Mann in einem Amphetamin Cannabis Kaugummi Exzess zwei Wochen durchgemacht und 12 wunderbare Pop Punk Garage Nummern inklusive Interlude veröffentlicht, die auch gut einem Tony Molina zu Gesichte stünden. Das gibt Keile, Mister!

Nur digital. Das Cover ist kacke. Und mit dem Plattenpressen kommt er anscheinend noch nicht hinterher. Beruhigend zu wissen, dass er irgendwas nicht kann. Schönen Start in die Woche – falls ihr Lehrer seid, klaut doch mal so einem Kind heute das Pausenbrot. Pädagogik und so.

Gnome – I Like It (EP)

Die nächste digital-only Veröffentlichung steht an und geht auf Kosten von Gnome aus Melbourne. Das scheint aber irgendwie Absicht zu sein, der kleinwüchsige Superstar hat ja schließlich schon tausend Alben veröffentlicht, aber davon nur eines in einer Auflage von 10 Stück (!) auf Kassette physisch verfügbar gemacht. Rarer Scheiß, was?

Jetzt scheint er auf den Geschmack gekommen zu sein und limitiert seine digitalen Releases auch. Und zwar nicht in der Anzahl der Downloads oder verfügbaren Songs, sondern im Sound (!).

Dieser Mix, der 5 Songs beinhaltet, die alle an einem Tag abgemischt und aufgenommen wurden, ist nur in Mono bei Bandcamp bereitgestellt worden. Für Stereo kann man den Künstler anschreiben und sieben Schoko-Nikoläuse (!) nach Melbourne schicken. Aber es lohnt sich. Wer die Kinks mag und Rock’n’Rock, der sollte zuschlagen und weglaufen.

Goblin Records. Keine Ahnung, wozu das Label gebraucht wird. I like it.

The Rebel Set – Bummer City LP

Jetzt machen sich also bald die Praktikanten von der Dorfpolizei und die Auzubis aus dem Innenministerium heimlich an meiner Haustür zu schaffen, wenn ich im Urlaub bin. Würden die vielleicht auch die Blumen gießen, wenn man einen freundlichen Zettel an die Tür hängt? Ich hab sonst hier niemanden. Naja, mal ausprobieren.

The Rebel Set aus Phönix in Arizona orgeln mit ihrer neuen LP im Surf Garage Rock diesen ganzen Ärger über die ständigen staatlichen Hauseinbrüche einfach weg. Mit einem leicht federnden Hoppsa-Schritt skippidippididoodeln sie einfach über den Strand und winken gutgelaunt den an Plastikmüll erstickenden Seevögeln zu. Es ist alles eine Frage der Einstellung.

Tolle 11 Songs mit Hammond, ohne Verzerrer und viel tanzbarer Entspannung. Genau das Richtige.

Chaputa! Records. Auf LP erschienen und in roter und schwarzer Farbe zu bekommen.
Ich hab jetzt detaillierte Anweisungen hinterlassen, wie meine Orchideen zu wässern sind und bin gespannt, ob sie es durch die nächsten Wochen schaffen.

Abi Ooze – R.I.P. 7″

Jeden verdammten Tag muss ich diesen Balanceakt durchführen, auf Messers Schneide durch das Leben zu schlittern. Mein Gemütszustand ist am Ende des Jahres derart instabil, dass ich bei Kleinigkeiten schnell mal nach links in die Depression abrutsche oder nach rechts in eine Depression gleite.
Ein Drahtseilakt, bei dessen Ende nicht einmal ein sicherer Halt geboten wird, sondern nur das Versprechen eines kalten Bettes steht, in dem ich mich für 5 schlaflose Stunden auf den Horror des nächsten Tages vorbereiten darf.

Ups, falsches Tagebuch. Sorry.

Abi Ooze, eine Verrückte (Videobeweis) aus Hammond in Indiana hat kürzlich eine schöne Debüt Single veröffentlicht, die wohl schon gleichzeitig das Ende der kurzlebigen Karriere einläutet.
So ist das mit den jungen Leuten, schnell hier und husch husch schon wieder woanders. Aber bitte, wenn dafür am Wegesrand so feine Sachen wie diese 7 Songs liegen bleiben, bin ich voll dafür. Lo-Fi Power Pop Garage Punk mit Camouflage gepimpt, wie die jungen Leute sagen.
Bei den ersten vier Songs muss man sich aus den Akronymen den "richtigen" Songtitel heraushören, wenn man Langeweile hat. Geiler Scheiß.

Wer die Single oder nur auch das digitale Release kauft, erhält einen Bonus Track! Yay. Und dazu noch jeden Song als Demo-Version. Falls das mit dem Lofi nicht ausreichend low war. "I don’t wanna" ist der Hit (IDW).