Chain Cult – Shallow Grave LP

Die drei Griechen aus Athen haben mich letztes Jahr mit ihrem Demo und der ersten EP bereits davon überzeugen können, dass man richtig guten düsteren Punk Rock/Hardcore à la Estranged spielen kann, ohne furchtbar depressiv herüber zu kommen. Das haben sie zwar dann live nicht so verifizieren können, allerdings war da auch wenig los und die Stimmung an dem Abend war eh ein bisschen depri, also schieb ich das mal nicht auf die Band. Lieber auf die Crust Leute mit den Hunden…

Nun haben Chain Cult auf jeden Fall ihre erste LP aufgenommen und veröffentlichen diese ganz brav und treu bei La Vida Es Un Mus, wo auch schon besagte EP und Demo Singles erschienen sind. Und was soll man sagen?

Die sind noch mal ein Stückchen besser geworden, ohne ihren Sound verändert zu haben. Es sind einfach noch eingängigere Riffs, noch besseres Zusammenspiel von melodischem Bass und Gitarren-Echo-Hall und noch besserer Gesang, der sich von Zeit zu Zeit auch mal geschickt zurückhält. Tolles Album!

Leider darf ich hier erst mal nur 2 Songs anbieten; wer das komplette Teil anhören möchte, muss vorerst den exklusiven Stream bei Cvltnation nutzen. Aber vorbestellen könnt ihr das Ding schon.
Marketing läuft also.

Was muss man eigentlich für einen exklusiven Stream machen? Und was soll das? Check ich nicht. Punk Rock, Alter!

Gay Anniversary – Μουσική για την οικογένεια LP

Das wird ein kurzer Spaß, denn ich kann nicht viel zu der Band erzählen. Außer vielleicht, dass ich erst letztes Jahr in dem Plattenladen meines Vertrauens die 10″ aus dem Jahr 2012 erstanden habe, die damals noch auf Slovenly erschienen ist und die schon allein wegen des Covers in jede 10″ Sammlung gehört. Falls es sowas gibt. 10″ Sammlungen. Bescheuert.

Musikalisch ging das auf der 10″ schon in Richtung hektischer weirdo Garage Punk mit extra coolem Beigeschmack und kleinem bisschen Nerv-Faktor. Seit spätestens den großartigen Big Black weiß man ja auch, dass Synthies, Gitarren und Drumcomputer ganz schön Krach machen können, dafür aber auch schlechte Laune. Fun Fact: Die Kassette kam auf dem schönen Label Fetaface raus, was für ein griechisches Label doch recht selbst-ironisch ist.

Und in diese Richtung schlägt jetzt auch das Pendel der LP aus, allerdings ist der Sound doch deutlich rockiger, was der Band extrem gut tut. Vielleicht passiert das nach 7 Jahren und man nennt es Entwicklung. Weniger Nerv-Faktor, dafür wesentlich mehr Pogo und Spaß. Erschienen ist die Platte bei Είσοδος Κινδύνου Records, ein recht neues Label aus Athen. Das komplette Album ist diesmal auf Griechisch gesungen. Ich hab also keine Ahnung, worum es geht. Im Großen und Ganzen wohl um Punk, Platten und Feta, hab ich gelesen. Cool.
Wenn ihr in Athen seid, schaut euch die Band an, muss live ziemlich geil sein.