Baby Tyler – Imposter CS

Oha, ziemlich tolle Kassette von Baby Tyler, dem Ein-Mann-Punk-Rock-Magier, der auch auf FDH Records vor ein paar Jahren mal ne Platte veröffentlicht hatte. Dies ist sein viertes Zauberstück und damit muss er sich nicht vor den ganzen Kameraden der Solokünstler aus dem Synth-Garage-Punk Genre verstecken. Cooler Scheiss.

Tetryon Tapes / Feral Kid Records. Nicht zu verwechseln mit Baby Herman, dem Freund von Roger Rabbit. OK.

Body Maintenance – Beside You LP

Auch schon wieder zwei Jahre her seit dem Debüt der Band. Nun also die erste richtige LP. Toll. Viel Echo oder Hall und tanzbare Bassläufe mit Post Punk Suppe stimmungsvoll aufgegossen und ausgelöffelt. Kann man so machen. Solltet Ihr tun – Body Maintenance.

Drunken Sailor Records. Bunte Platten sind ausverkauft. OK

Wristwatch – II LP

Habt Ihr sowas wie eine Armbanduhr ums Handgelenk schlackern?

Warum?

Und wenn Henry Rollins meint, diese Band hier, Wristwatch, seien cool, hat der alte Mann natülich recht. Nach dem Debüt auf dem inzwischen verblichenen Label FDH Records erscheint nun das sogenannte zweite Album von den Synthie Punk Rockern bei Big Neck und No Coast Records im Juli. Und wenn Henry Rollins sagt, das sei eine coole Band, sind natürlich auch die limitierten LP-Versionen bereits vergriffen, obwohl man nur einen Song vorab hören darf. Erstaunlich. Glückwunsch!

Musikalisch geht die Ein-bis-Zwei-Mann-Produktion von Wristwatch in die Richtung von Ausmuteants und biegt bei Mind Spiders in die Richtung von irgendwelchen Projekten von Marco Palumo ab. Coole Band.

Die letzte Armbanduhr, die ich hatte, konnte nur die Uhrzeit anzeigen. Die hab ich natürlich dann weggeschmissen. Was für ein sinnloser Quatsch. Mit meiner neuen Smwartwatch hingegen fühle ich mich jetzt jeden Tag schlecht, weil ich nicht genug Schritte tu oder zur falschen Zeit kacken gehe. Yay Fortschritt.

Gumm – Slogan Machine LP

Gumm aus Chattanooga ist so ne Band, die den perfekten Soundtrack für eine Kneipenschlägerei machen. Schön aggressiver Hardcore Punk mit Geschrei und Wut und bevor es absolut eskaliert und man das Messer aus dem Stiefel zückt, um es in den Rücken seiner Kontrahentin zu rammen, bremsen die Jungs den Ausbruch etwas und beruhigen die Gemüter. Irgendwie ein bisschen Big Ups mit drin, irgendwie ein bisschen D.C. Hardcore und irgendwie ein paar über dem Kopf zerbrochene Bierflaschen. Großartig.

Kommt bei Convulse Records im Mai auf Platte heraus und die 500 Stück sind mal wieder total limitiert. Viel Erfolg!

Ich prügel mich natürlich nicht in Kneipen. Wenn Ihr Ärger mit mir haben wollt, müsst ihr mich schon auf den hiesigen Spielplätzen suchen und anpöbeln und wir regeln das dann wie zwei kleine Kinder miteinander. Soundtrack passt trotzdem.

Crisis Party – Pils Session

Krise? Was für eine Krise?
Der heutige Beitrag wird präsentiert von Jan. <3
"Ihr kanntet sicher alle schon die Crisis Party, oder? Toll. Punk, wie ich ihn erst eine Million mal gehört habe. Aber definitiv die bessere Million."

Danke, Jan.

Tolles Trio aus Ottawa mit melodischem Punk, der sich dem Garage-Sound der kanadischen Hauptstadt nicht entziehen kann. Irgendwie ist den Liedern eine gewisse Traurigkeit inhärent, oder das ist nur die Arbeitswoche und das Wetter, das an mir nagt. Ich höre da irgendwie so etwas wie Garage-Emo, was auch nur die kanadischen Punk Bands so hinbekommen.

"I am the fucking Problem that I have with myself", zum Beispiel. Bisschen redundant, aber treffend. Songtitel wie "Obsolet", "Insignificant" und "Pessimism" beschreiben die Stimmung ganz gut. 8 Hits (inklusive einem Cover von Benny the Jet Rodriguez) sind bei der Pils-Session entstanden und dienen ganz wunderbar zum Start ins Wochenende, wenn Ihr die Krise abfeiern wollt.

Ich hoffe, ich bekomme keinen Ärger, wenn ich hier private Chatprotokolle veröffentliche, aber ich hab ja den Namen verpixelt, die Stimme verzerrt und den Text nachgesprochen. OK.

Private Wives – Bad Taste LP

Sexismus ist kacke. Es ist erschreckend, wie viele Frauen in Punk Rock Bands über persönliche Dinge und Probleme singen, während die meisten Männer in der Szene über "globale Themen" oder Bier texten. Das nervt. Ein weiteres blödes Beispiel ist der Song "Thirsty" von den Private Wives aus Wollongong in Australien, wo offensichtlich auch nix anders oder besser ist, als hier.

Und die müssen sich zusätzlich auch noch mit diesen tödlichen Quallen und Spinnen und Victoria Bitter Bier herumschlagen. Wann hört diese evolutionsbremsende Machoscheiße von hirndegenerierten Schwanzköppen eigentlich mal auf?

Insgesamt kann man schon einmal 3 von 7 Songs der Garage Pub Rock Punk Riot Grrls vorab hören, bis das Album veröffentlicht wird. "Never Again" ist ein Hit.

Farmer & The Owl. Über dreißig Jahre Riot Grrl und viel hat sich nicht geändert, oder? Hier könnte jetzt ein toller Witz hin mit Ad-Rock und seiner Frau, aber nein. Manchmal denkt man etwas und merkt dann, dass man selber ein Teil des Problems ist. Sorry.

Homicide Idols – S/T

Also entweder das Label entwickelt hier so eine Art "Signature Sound", oder das sind einfach nur Leute von Kool & The Gang Bangers und Dirts und anderen schwedischen Freunden von Helvete’s Kitchen Records. Für Fans der genannten Bands auf jeden Fall eine todsichere Sache, hier direkt zuzugreifen.

Klingt nach rotzigem Garage Punk, bei dem der Sänger aus der mit Alufolie ausgelegten Tiefkühltuhe heraus die weltverachtenden Texte singt. Bezaubernd. Lofi. Punk.

Ich könnte schwören, dass ich die Hälfte der Riffs schon einmal gehört hab. Aber vielleicht sind das auch so Versatzstücke von Rhythmus und Akkorden, die man sich nach Belieben zusammenwürfeln kann? Ich mein, das haben die doch bestimmt auch bei dem Namen so gemacht. Egal.

Anti Idols – Pánico Nuclear EP 7″

Ich muss mich hier erst einmal durch die Berge von Post und Meldungen kämpfen, bevor ich eine Übersicht über das Chaos in der Welt und auf meiner Baustelle hab. Bis dahin könnt Ihr mit eurem FDP-Abgeordneten darüber sinnieren, ob der bevorstehende Atomausstieg wirklich sinnvoll ist. Oder ob es vielleicht doch eine von den Anti Idols herbeigeschworene nukleare Panik ist. Bisschen Punk Rock zum Start in die Woche, Kopf hoch, es ist schon Dienstag.

Snap Records. Ich kann ja kein Spanisch, vielleicht bedeutet der Titel der EP auch etwas völlig Anderes oder die Band macht sich im Song über die German Angst lustig oder so. Egal.

Vapaa Maa – Äiti Systeemi LP

Ostern steht vor der Tür, also ab in den Supermarkt und auf die Autobahn und Eier ausblasen und morgen alle die Schnauze halten, es ist Karfreitag. Wieso heißt es bei uns eigentlich frei übersetzt "trauriger Freitag" und im Englischen "guter Freitag"? Da läuft doch semantisch etwas diametral, oder?

Andererseits, die bescheuerten Christen haben ja nicht viel mehr anzubieten, als Trauer und Schuld und Sühne und ewiges Elend. So gesehen ist das natürlich in dem orthodoxen Amerika ein guter Tag.
Und auch der/die durchschnittliche Deutsche freut sich doch klammheimlich über diese zwangsverordnete Ruhepause, um im stillen Kämmerlein die Wehrmachtsorden Eier Urne von Opa zu polieren. Das war schon immer so, das machen wir so.

Hier ein Vorschlag zur musikalischen Untermalung eurer morgigen Rebellion, wenn ihr auf den Skateboards mit Boomboxen bewaffnet die Innenstädte und Domhöfe und Kirchenplätze mit Dosenbier und Graffiti verschönert.
Neues Album der Finnen von Vapaa Maa. Ich versteh kein Wort. Ich finds super – viel besser geht Hardcore mit Melodien aus den 90ern nicht mehr. Und viel mehr braucht man auch nicht. Gestern auf Platte und CD veröffentlicht – Prostern.

Irgendwann zwischen 1510 und 1530 hat Herr Rotterdam mal gesagt, dass das Tun und Lassen der Durchschnitts-Christen eigentlich nur aus Zeremonien bestehe. Danke, Erasmus. Seit 500 Jahren weiß man also von der dogmatischen Scheiße und zuckt mit den Schultern. Ich bin beeindruckt.

Saufknast – EP I CS

Hardcore Punk Band aus Hamburg und Kiel. Braucht man da eigentlich noch mehr Info, wenn man eh eine Vorliebe für Fischköppe und Pogo hat? Saufknast bedienen sich ausgiebig am Hardcore und Punk Rock Buffet der letzten 40 Jahre und kreieren so einen sehr leckeren Teller mit allerlei bekanntem Zeugs drauf, so dass am Ende ein wunderbares Schlemmerfilet Bordelaise aus echtem Punkfilet und Hardcorekruste dabei herauskommt. Bisschen Hall auf die Stimme. Nee, noch ein bisschen mehr. Jau, gut so.

Guten Appetit.

Flennen Records machen da eine Kassette drau. Digital bei der Band letzten Monat erschienen und live zu bestaunen an diesem Wochenende im Hafenklang und dann in Berlin und Leipzig. Wart Ihr bei Judy And The Jerks? War gut ne? Könnt ihr Deutsch? Dann versteht ihr jetzt sogar die Texte – also hin da!