Heute mal was Deutsches, der 9. November ist ja schließlich der "Schicksalstag" des Landes, sagt man. Da kann man sich ja mal mit inländischen Gewächsen beschäftigen, sagt man. Zuhause schmeckts doch auch nicht, sagen meine Kinder.
Keine Ahnung, ob jetzt unbedingt Poky aus Leipzig den passenden Soundtrack für diese Stimmung liefern, aber irgendwer muss ja dran glauben und warum nicht dann ne Band aus Leipzig, das ist immerhin im Osten.
Und man kann der Band fast schon ein bisschen Lokalpatriotismus vorwerfen, wenn sie von der Fortress Lipsia singen. Aber wer wird denn so kleinlich sein und auf Texte achten, nur weil sie auf einmal in der Muttersprache aus dem Kopfhörer schwingen? Zur Sicherheit haben die fantastischen Vier auch Songs auf Englisch eingestreut, um mein Sprachzentrum zu verarschen.
Ach ja, die Musik! Könnt ihr euch noch an Telemark erinnern? Nein? Gut, ich auch nicht so recht, aber ich glaub, die klangen auch ein bisschen so. Post Punk mit guten Krachgitarren und ein bisschen mehr Zeit für die Lieder. Tolle Melodien, gute Ideen verpackt in 7 Songs mit insgesamt über 16 Minuten Spielzeit, da machen andere Leute schon ein Album draus – mit Leuten von den genialen Laff Box, Lost Jobs und Zentralheizung Of Death. Geiler Scheiß aus Leipzig, Verzeihung, Lipsia.
Tape ist Ende Oktober bei Of Bits & Pieces erschienen.
Wusstet ihr, dass der "Leipziger Allerlei" Fraß über den Reichtum der Stadt hinwegtäuschen sollte? Spannend.
So, wie man mit dem "Schicksalstag" des 09. November auch darüber hinwegtäuscht, dass heute eigentlich der Todestag von Holger Meins ist. Und der Geburtstag von Frank Lehmann.
Nachdem ich den Wahl-O-Mat jetzt durchgespielt habe und allem Anschein nach die nächsten 4 Jahre ebenfalls im Arsch sind, können wir uns ja auf sinnvollere Dinge konzentrieren.
Ein Knalleralbum aus Leipzig kommt heute auf den Tisch. Lecker angerichtet von It’s Eleven Records und richtig heißer Scheiß. Also hinsetzen, pusten und alles aufessen!
Falls Ihr euch schon einmal gefragt habt, wie sich eigentlich die Stimmen in meinem Kopf anhören, dann könnt Ihr jetzt hier einen exklusiven Einblick erhalten.
Da wurde schon wieder ein Mann mit seinem Synthesizer, einem Computer und ein paar Kombiprodukten von Amphetaminen in den "Hobbyraum" seiner Eltern gesperrt. Es freut mich ja sehr, was dabei immer so an Kunstwerken herauskommt, aber ein bisschen Sorgen mache ich mir auch um die Menschen, aus deren Geist dieser Wahnsinn entspringt.