Billiam / Revv – Split 7″

So sehr ich den Billiam auch mag, auf dieser Split Single muss er den Thron verlassen und ihn an Revv übergeben. Dieser rotzige Garage Punk aus einer Stadt in South Australia (Mount Gambier – "bum fuck town") ist einfach seit ein paar Jahren ungeschlagen supergut.

Ich glaub, Billiam selber hat die Band mal gelobt und beworben als "Pause von deinem dummen Leben, die du so dringend brauchst". Noch eine tolle Ein-Mann-Band aus Australien. Richtig gut – hört euch auch die anderen Sachen an, so viel gibt es da noch nicht. Hatte ich den nicht schon mal?

Goodbye Boozy. Kommt bestimmt bald auf ner schicken und sehr limitierten Single raus, die innerhalb von 2 Minuten ausverkauft ist. Vielleicht gefällt es auch digital? Nutzt sich nicht so ab (Geheimtipp).

Sex Mex – Cold, Not Cute CS

Fürs Wochenende eine kleine Synth-Punk Pop Perle. Könnt Ihr mit kuscheln, zum Tanzen ausführen oder einfach nur mit Wodka bespritzen und in Speed ausbacken. Keine Ahnung, was ihr so an den freien Tagen macht. Ein Song jetzt, den Rest gibt es Ende Februar. Sex Mex ist King, aber Finger weg von Sonic, Du Penner.

Kann man auf Kassette (5) günstiger kaufen als die digitale Verison (10). Auch schön.
Ich muss am Wochenende alle Kirchen niederbrennen, könnte aber noch Hiilfe gebrauchen. Sagt Bescheid.

Astrel K – The Foreign Department LP

Ihr kennt das ja inzwischen, dass am Montagmorgen eher seichte Klänge über dieses Ding hier laufen. Das wird auch heute nicht anders, denn Astrel K liefert mit seinem neuen zweiten Album einen wunderbar smoothen Einstieg in die Werktagsdepression, der sich hervorragend als Beruhigungspille für den Start in die Rush Hour eignet.

Man kann zwar erst einmal nur einen Song von den 11 Stücken hören, aber der dauert ja auch epische 4:29 und ist somit ausreichend lang für eine ganze Runde OHM AH HUM Mantra. Hurra. Klingt ein bisschen wie die Musik zu einem Filmabspann, dessen Drehbuch ich noch nicht fertig geschrieben hab. Schön.

Tough Love. Das Album erscheint erst am 08. März, aber dann auch auf LP und CD.

VR Sex – Hard Copy LP

Da hat der schrullige Millardär also einem Menschen einen Chip ins Hirn gespflanzt, um ihn mit Twitter, Pardon, X zu verbinden und ähm, live aus dem Krankenbett x-en zu lassen. Oder ähnliches, ich war nicht dabei.
Die computergestütze Augmentierung des Menschen hat begonnen, hurra – ich hab so gerne dieses Spiel damals gespielt – Deus X, bei dem man sich selbst nach Belieben "verbessern" kann. Der Protagonist startet das Spiel mit einem sogenannten "Infolink", mithilfe dessen er kommunizieren kann – also quasi das Gegenstück zu dem nun verpflanzten Chip.

Darauf aufbauen können dann aber recht schnell Muskelmasse, Sehleistung unnd Heilungsprozesse verbessert/erweitert werden. Und naja, Unsichtbarkeit, Schutzschild, blabla, ist ja schließlich ein Spiel. Mal sehen, wann Realität mit Phantasie gleichzieht und die ersten Supersoldaten in Deutschland herumlaufen, die alle wie der stramme Niedersachse Boris aussehen. Sorry, bin ein wenig abgedriftet.

Passend zum Thema eine neue Platte von dem VR Sex Typen, der jetzt 4 Freunde eingeladen hat, um aus dem Projekt eine richtige Band zu kneten. Hat wohl funktioniert. Die L.A. Boys haben sich im Proberaum eingeschlossen und 10 Songs aufgenommen, die auch wieder in die Post Punk Richtung wandern, aber auf dem Weg sehr viel von Synth Pop Punk und Garage aufsammeln, um diesen Spaziergang nicht allzu langweilig werden zu lassen. Beim ersten Song kann man das schon wunderbar hören. Eine Mischung aus Mind Spiders und Shrinkwrap Killers, die sich auf fast 5 Minuten austoben. Sehr cool.

Dais Records. Das Album erscheint erst im März. Bis dahin sind wohl die ersten Lötstellen des Chips bereits verrostet, aber wir sind live dabei und können mitlesen. Cool.

Total Sham – 10-15-23

6 neue Hardcore Punk Knaller von Total Sham aus Kansas City. Genau das richtige für die ersten wackeligen Schritte mit den alten Schlittschuhen auf dem dünnen Eis des Dorfteichs. Wenn es knackt, einfach ein bisschen schneller im Takt der Musik hektisch loslaufen. Klappt jedes Mal. Geiler Scheiß.

Offensichtlich ältere Aufnahmen von den Performance Künstlern aus dem Oktober letzten Jahres. Wieso ist eigentlich Kansas City im Bundesstaat Missouri, wenn doch der Bundesstaat Kansas genau daneben liegt? Da gibts bestimmt ne spannende Geschichte zu. OK.

Virvon Varvon – Four Bars Of Hate CS

Wieso kann man in Deutschland eigentlich ankündigen, mit seinem Trecker eine Kreuzung zu blockieren und erhält dafür politischen Einfluss, während man ohne Trecker, mit einer Tube Kleber und der gleichen Absicht in den Knast gesteckt wird?

Können wir nicht einfach das Fenster am Sonntagabend aufmachen, 5 Minuten klatschen und den Landwirten für ihre großartige Leistung und Arbeit danken und dann ist gut? Ist immerhin ganz schön kalt dann in der Stube. Naja.

London’s Virvon Varon haben ein neues Album aufgenommen und veröffentlichen das auch nächsten Monat. Das ist doch eine schöne Nachricht neben den ganzen deprimierenden Dingen zum Jahresstart. Auch beim zweiten Longplayer sind 8 Songs drauf, die irgendwo zwischen Garage und Post Punk mäandern und einfach nur zum Hausschuhe wackeln einladen. Wenn man fit genug ist, kann man dazu auch tanzen. Sehr schön.

Girlsville. Erstmal nur auf Kassette. Es bleiben Fragen. Warum kein Vinyl? Und warum erscheint das am 28. Februar ? – da weiß jemand nicht, dass wir ein Schaltjahr haben. Und sind es vier Kneipen in London, die permanent mit hasserfüllten Fußbalfans bestückt sind oder sind es vier Bar im Sinne von Druck? Oder sind die Black Flag "Bars" gemeint? Hm.

Busted Head Racket & Billiam – Genetic Southern Hemisphere Christmas

Billiam geht auch immer, ne. Falls es euch interessiert, wie man in den südlicheren Gefilden des Planeten seine Weihnachtszeit verbringt, könnt ihr diese völlig zusammenhangslosen 3 Songs anhören. Dazuzugehören scheint auf jeden Fall eine Portion Synth Punk Garage Rock Eiersalat.

Auch in der Kollaboration mit Busted Head Racket ist Billiam nicht von seinem Sound abzubringen. Und Busted Head Racket hatte letztes Jahr auch schon mal ein Split hier aufm Dings mit ähnlichem Sound. Stabil die beiden.

Falls sich jemand mit einem Label für Singles bei den beiden meldet, machen die noch mehr Musik. Kann man als Drohung verstehen. Oder als Anreiz. Wie man’s nimmt.

Paranoias – Chemical Sustain CS

Paranoias haben ihre erste LP veröffentlicht. Auf Kassette. Verstehe ich auch nicht, aber in Perth scheinen die Uhren anders zu gehen und die physischen Tonträger austauschbar zu sein. Auf jeden Fall schön, dass hier zwölf Knallersongs zusammengekommen sind, die irgendwo in der Mitte zwischen den Night Birds (RIP), Natterers und Judy & the Jerks gelandet sind.

Ein bisschen Surf Hardcore für den australischen Sommer. Hierzulande muss man dazu halt einen alternativen Sport wählen. Irgendwas drinnen, wo es warm ist. Wassertreten zum Beispiel. Der beste Soundtrack fürs Wassertreten. Cool.

Optimal Tapes & Records. Ich weiß wirklich nicht, ob das jetzt "nur" eine Kassette ist oder auch eine LP, von der sie da sprechen. Klingt aber auch digital ziemlich gut.

Sentinel – Age Of Decay LP

Trash Punk mit fetter Metal Kante. Hurra! Was Anderes bringt mich montags schon gar nicht mehr in das Hamsterrad. Wie gut, dass Sentinel aus der Zeit gefallen sind und ein Best of 80er aus genannten Genreversatzstücken angerührt haben.

Auf ihrem zweiten Album brettern die New Yorker Trash Punker mit ihrem Hardcore Crossover Metal in die gleiche Richtung wie schon bei ihrem Debüt vor zwei Jahren – na gut, die können halt nichts Anderes. Mit Leuten von Mutually Assured Destruction, Break Away, Mindforce, Age of Apocalypse, Colossus, Pillars of Ivory, Casket Architects und Restraining Order.
11 Songs, die sich alle anschicken, die Zeit zurückzudrehen und Sneaker mit Lederjacke und Vokuhila wieder bürotauglich zu machen. Bei mir laufen die meisten Frauen schon so rum. Cool.

Convulse Records. Natürlich in verschiedenen Variationen auf Vinyl streng limitiert. Als Weihnachtsgeschenk wohl ein bisschen knapp, aber auch als Partykracher zum Abriss am Jahresende geeignet. Also kauft, Leute!

Bleakness – Words / Greed 7″

Gute Nachrichten, Freunde. Ich weiß jetzt, wohin ich die fetten Bonuszahlungen aus meiner Arbeit bei der Deutschen Bahn schaufeln kann, bevor die verdammte Inflation den Betrag wieder 7-stellig werden lässt. Der Weg für private Investitionen in die Deutsche Fußballiga ist frei und ich kann mir endlich meinen eigenen Spieler kaufen und an dem verdienen. Oder ein Stadion? Oder ich kann meine gammeligen Pre-Pandemie-Bockwürstchen dort verkaufen. Sweet.

Wurde auch Zeit, dass man diese amateurhafte Vermarktung der 1. und 2. Bundesliga mal in die morderne kapitalistische Gesellschaft schubst. Deutscher Fußball muss sich wieder lohnen! Also für mich.

Passend dafür habe ich die neue 7″ von Bleakness zum Aufwärmprogramm mitgebracht. Die Band aus Paris liefert mit dem düsteren Post-Hardcore den aufmunternden Soundtrack zum Sesselfurzen und Fernseher anschreien. Vielleicht ist mit Greed dann auch alles Wichtige zum Thema gesagt – ein Hit. Tolle Musik, hat mehr Melodie und Drive als Deine Top 10 Liste des Jahres. Cool.

Auf rotem Vinyl erschienen. Kann ich mich eigentlich auch selber aufstellen? Ich bin topfit, hab zwei linke Füße und rauche gerne zwischendurch mal beim Biertrinken. Stell ich mich ins Tor. Geld macht es möglich. Hurra.