Unter der Woche lief ein Beitrag im Radio, bei dem ein Reporter sich irgendwo im Rhein/Ruhrgebiet auf dem Parkplatz und in einer Dorf/Landdisco strategisch günstig mit einem Karton Wodka positioniert hat, um der Frage auf den Grund zu gehen, wie besoffen die deutschen Teenager eigentlich Autofahren.
Stellt sich heraus, dass sich nicht viel getan hat, seit ich ein Teenager gewesen bin und dass alle am besten fahren, wenn sie betrunken sind. Glauben zumindest die meisten. Ein Typ ist in der Reportage zunächst noch von den Türstehern "überzeugt" worden, nicht zu fahren, setzte/legte sich dann ein paar Minuten auf den Parkplatz, kotzte genüsslich in den Rinnstein und fuhr dann erst los.
In Chicago scheint das ähnlich zu laufen. Zumindest schreibt man sich als Hardcore Band Speed Plans und D.U.I. auf die stinkende Bier/Schnapsfahne und poltert dann megaasozial mit 1000 Sachen von der Kneipe in den Stadtverkehr. Naja, Musik ist gut.
Convulse Records. Auf schwarzer 7″ erschienen und mit 437 Stück auch irgendwie limitiert. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende – fahrt vorsichtig oder lasst das Auto einfach stehen. Es soll nachts glatt werden, schlittert doch einfach auf euren traurigen Hintern nach Hause.
Ein bisschen antizyklisch ist der Titel der Kassettensingle von Autocamper aus Manchester ja schon, oder? Naja, vielleicht hingt das Label mit der Veröffentlichung ja auch nur hinterher oder der Song und die Kassettensingle sind nur Teil einer Abrechnung, ein mentaler Abschluss des warmen Teil des Jahres. Ein Rückblick in Tönen, sozusagen.
Haha. Habt ihr gehört, was Boris Pistolios geantwortet hat, als er gefragt wurde, ob er sich eine Kanzlerkandidatur vorstellen könne? Er sagte, er sei "Parteisoldat". Oh Mann, ich glaub, der Typ hat sich die BW-Hose zu hoch gezogen und den Helm ein bisschen zu fest angeschraubt.
Ach, wenn wir schon dabei sind…wollen wir mal diese Woche komplett ins 20. Jahrhundert übersiedeln und nur Musik hören, die schon vor 20 Jahren alt war? …Sorry, ich kann euch nicht hören. Dieser Grunge Kram ist zuuuu laut aufgedreht, sonst funktioniert das ja auch nicht.
Die heutige Band kommt aus der Kategorie "Ich hab zwar das Drehbuch noch nicht fertig, aber der Soundtrack steht". Patrol aus Barcelona sind zurück aus den 80ern und haben sich noch ne extra Prise Haarspray unter die Arme lackiert, eine handvoll Koks ins Gesicht geworfen und in die zu engen Ledergarnituren gezwängt, um ordentlich im Stile der New Wave Of British Heavy Metal abzurocken.
Krise? Welche Krise? Schön, dass es mindestens einer "Berufsgruppe" noch gut geht und diese sich über ein stabiles Wachstum freuen kann. "Die Vergütung der Vorstandsmitglieder der im Dax, MDax und SDax notierten Konzerne stieg im Geschäftsjahr 2023 im Schnitt um elf Prozent".
Immer schön der Reihe nach, ne? Da haben Armor aus Florida neulich (naja, im Sommer) ihre erste LP veröffentlicht und ich hab da noch nix zu erzählt. Schlimmer noch, ich hab die Knaller-EPs ebenso unerwähnt gelassen. Na sowas. Dann also jetzt.
Der erste Song des Debütalbums der kanadischen Psychoräder aus Greater Sudbury beklagt sich direkt darüber, ein Schattendasein zu führen. Ich glaub, die sind aus New Jersey oder Kalifornien zugezogen und haben das mit den kanadischen Wintern noch nicht so ganz verkraftet, dass es einfach ein halbes Jahr dunkel und schattig ist.
Wir brauchen mal wieder ein bisschen mehr Optimismus und Power Pop. Also ich. Ja, vielleicht benötigt es fast schon Pop Punk, um der kommenden Welle des Pessimismus aus der Klimakonferenz und der alltäglichen Scheißigkeit der Menschen entgegenzuwirken.
3 von 15 Songs werden vom Drummer nicht angezählt, alle anderen (12) sind fein säuberlich mit vier Stockschlägen eingeläutet, dass es fast schon rührend ist. Hätte ich aus Gründen der Street Credibility und Toughness wahrscheinlich rausgeschnitten, es wirkt so sehr brav und artig, was irgendwie dem harten Geballer zwischen dem Anzählen der Lieder die Glaubwürdigkeit raubt.