Billiam – Corner Tactics LP

Ach, der Typ. Punk Rock vom Fließband für Punk Rocker am Schießstand. Nicht sonderlich überraschend, dass Billiam seine LP voller Hits gestopft hat, wo er doch einfach keine schlechten Lieder schreiben kann.

Heute ist Bring-Dein-Kind-zu Fuß-zur-Schule-Tag. Ich muss los, sind ja noch 12 Kilometer bis 8 Uhr.

Under The Gun Records hat vielleicht noch LPs. Cow Tool Records nicht mehr. Kassette bei Sludge People Tapes. Bedient euch einfach digital, das ist immer da und günstiger und das kann man unterwegs hören, wenn man mit den Kindern einen Spaziergang zur ersten Stunde macht…OK.

Portals – S/T CS

Super chilliges Instrumental Teil aus dem Hause Portals. Die 5 Lieder kommen in Gestalt einer fiktiven Filmmusik daher und transportieren ähnlich wie bei Espectrostatic eine gewisse tiefe emotionale Schwerelosigkeit, so als ob man mit gesengtem Kopf über einen vernebelten Friedhof schwebte.

Naja, zumindest würde die Musik dazu passen. Oder zum Pentagramm malen und die guten teuren durchgefärbten schwarzen Kerzen anzünden. Bloß nicht zu fröhlich werden, da draußen!
Prima Ding!

Είσοδος Κινδύνου Records. Kommt auf Kassette in weißer oder gelber Farbe. Und wenn ich ehrlich bin, hab ich mir das hier auch nur wegen des Salzteig-Tiers in Lederjacke auf dem Bild mit den feilgebotenen Tapes reingeklebt. Woher kenn ich das noch mal?

Katarsi – S/T LP

Die LP von Katarsi ist das Ergebnis einer langen Serie von Enttäuschungen, wenn man dem Label Glauben schenken darf. Auch nicht unbedingt die Lobpreisung, die einem so vorschwebt, wenn man jemanden um ein Feedback bittet.

Aber natürlich war das nicht so gemeint, sondern anders und natürlich ist die Band und die Platte toll und blablupp, aber lustig wärs doch schon, mal einen Beipackzettel zu einer Veröffentlichung zu lesen, in der steht, dass man eigentlich mehr erwartet hätte und die Texte ein Grundschulniveau nicht übersteigen oder so ähnlich. Na, egal.

Musikalisch bietet das Solo-Projekt von Katarsi aus Bilbao eine angenehme Punk Rock Mischung aus den 2000ern mit den frischen Synthie-Klängen aus den 2020ern, die eigentlich auch irgendwie aus den 80ern stammen. Fest verwurzelt in der Vergangenheit kommt so ein Album zustande, das melodisch und poppig, dennoch roh und rotzig klingt, ohne den Anschein zu erwecken, dass man hier zuviel wollte. Passt zusammen, geht ins Ohr und regt zum Tanzen an. Schön.
Textlich eine Katastrophe 😉

Flexidiscos. Auf buntem Vinyl vorgestern erschienen und mit einem hübschen Siebdruck-Cover versehen. Ich hatte mal einen asiatischen Schnellimbiss um die Ecke, der warb mit dem Spruch "Leckerer als gedacht." Hat inzwischen geschlossen.

The Buddy System Forever – Dream Nice Things

Man kann ja über die französische Revolution sagen, was man will, ne. Barbarisch, aber irgendwie auch befreiend, einmal den oberen 10% der Gesellschaft die oberen 10% der Körper durch das Fallbeil abzusägen.
Vielleicht glaubt ihr ja, langfristig hätte das nicht so viel gebracht; die in Frankreich haben ja dieselben Probleme und Arschlöcher in allen Ritzen sitzen.

Aber immerhin gibt es dort noch den Zorn der Straße, wenn ein Politiker oder eine Politikerin dabei ertappt wird, wie er/sei einmal tatsächlich das sagt, was er/sie denkt. So ein bisschen juckt es dann vielleicht diese Personen rund um den Hals, wenn Leute aufstehen und an dem Zaun rütteln oder direkt mit dem Auto darüber fahren.
Schade, dass man in Deutschland so schlimme Dinge wie "Dann sollen sie halt Kuchen essen. Sie können doch zur Tafel gehen. Sie sind doch tafelberechtigt…", über Kinder in Armut sagen kann, ohne dass ein Mob auf die Bühne springt und der blöden Kuh die Falten aus dem Gesicht bügelt. Naja, man wird ja noch träumen dürfen.
Apropos – eine neue Single von The Buddy System Forever aus New York ist kürzlich veröffentlicht worden und eignet sich ganz hervorragend für Fans von Martha und Jeff Rosenstock, um ein bisschen über eine bessere Welt zu träumen. Schöne Melodien, emo-poppiger Punk Rock mit zweistimmigem Gesang vorgetragen in textlich einwandfreier Verpackung. Da fall ich immer wieder drauf rein. Wann kommt das Album?

Das Album kommt im November 😀 Bis dahin die Single hören – Ein gut investierter Dollar. Gebt euer Geld lieber für schöne Musik aus, anstatt auf die Wiesn zu gehen oder den Wahlkampf zu unterstützen. Ich glaube, das Land Bayern und viele seiner Einwohner und Einwohnerinnen zählen inzwischen zu den traurigen Abgehängten. Pfui.

Tube Alloys – Magnetic Point LP

Wunderbar durchdachter Post Punk aus LA, den Tube Alloys hier präsentieren. Das ist mehr Kopf als Bauch, aber dafür schlägt die Musik auch eher aufs erste statt aufs letztere und steckt dann in From von tollen Melodien in Form diverser Ohrwürmer darin fest, ohne dass es weh tut, was uns damals ja schon Bob Marley erzählt hat. Hm, das waren jetzt ein paar Schachteln und Wendungen im Satz, über die ich erst mal nachdenken muss.

La Vida Es Un Mus. Gibt es schon seit dem 1. September auf Platte. Schöner Start in die Woche.

New Vogue – Waiting Daze CS

Ziemlich solider Garage Punk mit Synthie-Spielereien und dem Charme von Mittzwanzigern im Kunststudium, die gerade das Tonstudio (Doppeldeutigkeit) entdeckt haben. Neues Release seit der letzten LP vor zwei Jahren. Die Qualität hat sich gehalten. New Vogue aus Montreal sind nicht mehr New, aber immer noch Vogue. Keine Ahnung, ich hab den Kontakt zu jungen Menschen und deren Modebewusstsein verloren. Cool.

Kommt demnächst auf Kassette raus. Kann man jetzt vorbestellen. Dafür, dass ich früher Kartoffelsäcke mit Siebdruck angezogen hab, reiß ich mein Maul ganz schön weit auf, wenn es um Modefragen geht. Naja. Schönes Wochenende!

Schedule 1 – Tour

Oi, nicht vergessen. Die erste Hälfte ist schon rum und ich hab mir sagen lassen, dass die Band gut sei. Zumindest behaupten das Label, Booker und Band. Muss ja was dran sein.
Wenn Ihr also heute nicht in Aachen bei den Red Dons seid, dann geht doch bitte nach Gent zu Schedule1.
Hey, vielleicht schafft ihr sogar beides, sind nur 200 Kilometer und es ist Donnerstag, also quasi Wochenende und das Wetter ist auch Roadtrip. Also ab!

Alicja-Pop – I’m Here I’m There / Not Gonna Be Dumb 7″

Alicja kann machen, was sie will. Das ist eigentlich immer super. Ob es die genialen Lost Sounds waren, bei der sie den renitenten Jay Reatard noch von dem Einsatz einer Orgel im Punk Rock überzeugen konnte, die lofi-Garage Punker von Black Sunday mit ihrem Signature-Memphis-Matsch-Sound oder meinetwegen auch die aktuellen Sweet Knives mit ihrem Synthie-Punk. Alles super.

Da könnte man ja auf die Idee kommen, sich selbst als Galionsfigur ans Punk Rock Schiff zu nageln und so durch die Weltmeere der Subkultur zu schippern. Hat funktioniert. Tolle poppige Nummer mit unverwechselbarer Stimme und recht zurückhaltender Energie. Man waretet die ganze Zeit auf eine kleine Explosion, die aber gar nicht kommt. Es plätschert angenehm vor sich hin. Kann man auch mal machen, muss man halt nur Alicja-Pop heißen. Toll.

Feel It Records. Single kommt in ein paar Tagen raus, und die gibt es dann in tausend verschiedenfarbigen Covern. Ich glaub, ich mochte Nervous Pattern am liebsten. Falls ihr die Split-Single mit dem alternativen "Blood Visions" Cover habt, dann schickt mir die mal, bitte. Merci.

Marina Zispin – Life And Death: The Five Chandeliers Of The Funereal Exorcisms LP

Habt Ihr eigentlich diesen katholischen Lehrfilm aus den 70ern jemals gesehen? Ich glaube, bis heute hatte ich nie das Verlangen oder musste die Gelegenheit ertragen, diesem Exorzisten zuzusehen. Vielleicht geht es einigen Vögeln unter Euch ja so, "Boah, heute hab ich Lust auf Exozismus." Macht ruhig.

Fiel mir nur gerade wieder ein wegen des Synth Pop Duos Marina Zispin aus dem Norden Englands, die ihre Debüt LP nach so einem seltsamen Zeugs benannt haben. Ich hatte hingegen heute so ein wenig Lust auf Synthie Pop. Ungefährlich, harmonisch, verstohlen, ruhig und angenehm. Was da textlich abgeht, steht sicherlich auf einem anderen Blatt – dem Cover nach zu urteilen. Aber was solls.

Night School Records. 300 Stück auf schwarzem Vinyl. Spielt man die Platte rückwärts, wird das Markus-Evangelium vorgelesen. Gruselig.

Stigmatism – Ignorance In Power LP

Puh, der Sommer meint es aber noch mal ernst, was? Aber von wo aus soll ich denn jetzt arbeiten, wenn mein Freibad seit gestern zu hat und ich mich nicht mehr mit meiner aufblasbaren Partyinsel unter den Sprungturm legen kann? Da denkt natürlich wieder mal niemand dran. Typisch.
OK, heute würde es die vielen aufgepumpten und schlecht tätowierten Männer ohnehin noch aggressiver machen, was aus meiner Boombox ertönt und ich will ja nicht unnötigen und zusätzlichen Schwanz Testosteron-Vergleichen noch mehr Futter bieten.

Dafür würde sich die Debüt LP von Stigmatism nämlich soundtechnisch durchaus anbieten. Hardcore Punk der aggressiven Spielart, der auch in den Breakdowns wenig an Energie verliert und zum Aufplustern der diversen Fraktur-Unleserlichkeiten auf den rotverbrannten Brüsten der hiesigen Dorfjugend bestens geeignet wäre.
13 mal auf die Fresse aus New York und Montreal – mit Leuten von Lethal, Omega und S.H.I.T. Und das hört man. Cool.

Static Shock Records. Wenige auf rotem Vinyl. Ein paar mehr auf schwarz. Zusammen sind es 500.
So, ich muss jetzt meiner Arbeit nachgehen und Frostschutzmittel in die Becken füllen, damit das alles hier winterfest wird. Bademeister arbeiten auch in der Nebensaison!