Cammy Cautious and the Wrestlers – Criminal

Wo wir es uns gerade wieder in Australiens Pub Rock Punk n Roll Ecke gemütlich machen, warum nicht einen kleinen Abstecher von Melbourne nach Sydney unternehmen, wo Cammy Cautious and the Wrestlers den Ring betreten? War das eine Frage?

Bisschen runder geworden der Sound seit der letzten 7″ EP. Toller Garage Punk mit stoischem Basslauf und großartiger Sängerin plus knutschenden Menschen auf dem Cover. Davon brauchen wir mehr.

Auch keine Ahnung, was für ein Label diesen neuen Song herausbringen möchte. Genießt ihn digital. Cool.

Public House – Future 12″

Nächste Pub Rock Punk Band, die aus Melbourne am Nasenring durch die Manege geführt wird. Public House machen ungefähr da weiter, wo alle anderen australischen Sympathieträger mit Biergeschmack den Boden gewischt haben.

Mit Stiff Richards Beteiligung und das hört man. Eingängig, melodisch und somit der beste Soundtrack für die Prügelei mit den Halbstarken im Freibad oder wahlweise mit den ortsansässigen Dummbrot-Faschisten mit AFD-Wimpel im Kopf. Hauptsache Prügelei. Peace.

Keine Ahnung, wer die 12″ in den verschiedenen Farben gerade rausbringt, aber wenn ihr die live sehen wollt, dann packt schon mal die Badehose ein – die spielen demnächst auf der MS Hedi. Schönes Debüt.

The Good News Dudes – S/T CS

Leute! Ich bin Papst. Habt ihr das gelesen? Wahnsinn.

Und noch rückwärtsgewandter ist unsere Regierung, die stolz verkündet, dass wir auf unsere Klimaziele einen großen Haufen Scheiße setzen. Alte weiße Männer, Freunde. Wie lange hält das eine Gesellschaft noch aus?

Zeit also für die Good News Dudes, die uns wenigstens mit ein bisschen angenehmen Pub Rock aus Südafrika den Lebensabend vor dem Öl- und Gasofen verschönern, indem sie uns eine heile Welt vorgaukeln. Rock’n’Roll stirbt zuletzt. Auf geht’s.

Knuckles On Stun. Auf Kassette erschienen. Mit einer ausgewiesenen "Fuck it" Attitude ausgestattet, erträgt man das Weltgeschehen offensichtlich auch besser. Bekackt.

Doe St – Same Day

Pub Rock Garage Punk aus Australien in einer weiteren Reinkarnation. Die haben sich da eine recht inzestuöse Szene angelegt, die ich nicht aufdröseln kann. Immer wieder die selben Menschen in anderen Bands und Labels und man wird total bekloppt, wenn man die Stammbäume versucht, nachzuzeichnen. So auch bei Doe St.

Sehr eingängige 4 Songs nach 3 Jahren in Abwesenheit, die sich irgendwie auch ein bisschen anders anhören, was nicht weiter wundert, wenn man die halbe Band im Grunde ausgetauscht hat. Arron (Split System) am Bass ist jetzt raus und Darcy ist dafür drin (hat schon bei Animal Farm mit dem Sänger Tom zusammen musiziert). Brandon ist jetzt ein neuer Gitarrist (Cutters), zuvor hatte Sharni gespielt und mitgesungen.

Das kippt soundtechnisch auch ohne den Bassisten in die Richtung von Split System und kann da gerne liegen bleiben. Ziemlich gut.

Legless Records (Label vom ehemaligen Bassisten Arron). Kommt bestimmt auf 7″ raus. Freu ich mich drauf. Hätte das ja gerne am selben Tag wie Groschi veröffentlicht, nur, weil es wegen des Titels lustig gewesen wäre, aber der Penner musste ja vorpreschen. 😉 Schönes Wochenende.

Mini Skirt – All That We Know LP

Freunde, ich hab eine Frage. Mir ist ein Angebot von SALT unterbreitet worden, hier auf dem Blog Anzeigen schalten zu lassen oder gar fremde Beiträge zu veröffentlichen. Was haltet ihr davon? Ihr seid ja schließlich die Zielgruppe. Also, wie viele von euch sind "single Christians" und suchen "community"?

Ganz ehrlich, mir bleibt der Sinn ein bisschen verborgen von dieser "global community of single Christians". Wollen die alle alleine bleiben und sich gegenseitig darin bestärken oder rumheulen oder ist das ne Singlebörse für Jesusfreaks? Naja, auf jeden Fall spiele ich mit dem Gedanken, mir einen Probeartikel schicken zu lassen, weil die tatsächlich meinen, einen "original article" schreiben zu können, "that might be suitable to both of our audiences". Wer weiß.

Vielleicht hören die Versager ja auch gerne den australischen Pub Punk Rock der Marke Mini Skirt und finden so einen geeigneten Partner zum Missionieren. Eine neue Platte der Band aus Byron Bay nach 5 Jahren Stille, obwohl sie ja zwischendurch einen fabelhaften Song zur Split Single mit C.O.F.F.I.N. beigesteuert haben. Also die können das sehr gut und man sollte sich schon einmal auf den europäischen Herbst freuen, wenn die australische Frühlings-LP erscheint. Ein Song jetzt, der Rest dann später. Willkommen zurück.

Bad Vibrations Records und Self Release. Und wieso eigentlich SALZ? Ich hab da jetzt per se nix dagegen, ich wohne inzwischen in einer Salzgrube, aber was hat das mit dem Christenkram zu tun? Seid ihr bibelfest? Erklärt es mir. Oder lasst es, es ist mir wurscht.

Eddy Current Suppression Ring – Shapes And Forms 7″

Heute mal Pub Rock der lässigeren Art aus Melbourne. Vier Dudes, die seit über 20 Jahren Musik machen, zweitausend Releases herausgebracht haben und jedermann bekannt sind, veröffentlichen mal wieder nach 6 Jahren eine neue Single. Sie nennen sich Eddy Current Suppression Ring und kein Eduard spielt mit.

Soweit ich die Diskografie überblicken kann (kann ich nicht), sind das auch drei neue Lieder hier. Naja, eines davon ist ein Coversong von Camper Van Beethoven. Da fängts schon an. Egal. Das merkt man nicht. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich Zahlen ausschreiben oder die Ziffern verwenden soll. OK.

Wunderbarer, fast schon gelangweilt eingespielter Garage Rock mit scharfer Punk Kante, an der man sich genüsslich beim im-Takt-Nicken den müden Kopf stoßen kann. Cool.

Cool Death Records. Auf Seven" (haha) erschienen und ganz schlau einfach mal 5 unterschiedlich farbige Papierhüllen als Cover verwendet, damit das so richtig gut limitiert ist. Alles ausverkauft, aber digital geht auch, glaubts mir. Ich dachte im Übrigen, es handelt sich bei der Band um eine kriminelle Vereinigung, aber ich bin auch kein Physikstudent. "Nichteisenabschneider"… wollt ihr mich verarschen?

Xeroform – Faceless Nameless Number CS

Müssen wir mal wieder über Bandnamen sprechen? Sind das vier Krankenpfleger aus Lakewood in Ohio, die sich nach ihrer Lieblings-Mullbinde benannt haben? Oder sind sie eher der passive Part, also diejenigen, die damit am liebsten verbunden werden? Es gibt ja unterschiedliche Vorlieben für alles, da halte ich mich raus.

Wie dem auch sei, Xeroform aus der Nähe von Cleveland präsentieren sich hier in bester Garage Punk und Pub Rock Manier, wie sie heutzutage auch gerne in Melbourne zelebriert wird.

Eine Reibeisenstimme von zu viel Bourbon aus der Western Reserve Distillery gepaart mit schrammelig-schrillen Gitarrensounds von fettigen Chicken-Wings Fingern in die Saiten gerissen, straightes Scheppern, das ordentlich im Takt der Kneipenschlägerei nach vorne schiebt und im Hintergrund orgelt Praktikant Aaron dazu im Takt auf den Tasten herum, so gut es mit verbundenen Armen und Augen geht. Fantastisch.

Just Because Records. Erscheint auf 75 Tapes am Samstag, jetzt kann man schon mal einen Song von 9 hören und dazu das "Petrolatum Dressing" aus seinem Verband schlabbern. Guden!

Hoon – Speed And Fatigue LP

Und noch eine weitere Garage Punk Band aus Australien, die in die gleiche Kerbe haut, wie die ganzen anderen schnitzbegabten Kneipenrocker aus/von dem Land/Kontinent da unten.

Hoon aus Wollongong machen diesen Quatsch auch schon seit über 10 Jahren und haben in der Zeit eigentlich ünberall live gespielt, wo man sie lässt. Von großen Festivalbühnen bis zur Toilette auf der Autobahnraststätte ist alles mit dabei. Naja, außer der Toilette, aber fragt sie mal, die machen sicherlich überall Stopp.

Eingängiger Pub Rock Punk Schraddel, wie man es nicht anders erwartet und dennoch wird der Kram nicht langweilig oder eintönig – das ist einfach geiler Scheiß. Einen Song darf man jetzt schon mal, der Rest folgt dann Ende des Monats. Ziemlich gut.

Idiotape Records. In Europa von unseren Freunden aus Frankreich vertrieben, die auch schon das andere Album der Band hier herausgebracht haben. Im Juni kommen Hoon auf Tour, checkt schon mal eure Stadtparkklos, ob die genug Steckdosen haben.

Licklash / Scud – Split 7″

Ah, die Split Single. Unser Format des Herzens. Dieses Mal mit zwei Bands aus Melbourne, die tatsächlich auch beide letztes Jahr den Support für Jack White gespielt haben. Aber in Australien läuft das ja eh anders, da finden sich auch Pub und Punk Rocker in den Charts wieder.

Licklash und Scud spielen beide rotzigen Power Pop oder poppigen Kneipen Rock, wie man’s nimmt. Scud schummeln mit ihrer vertonten Ophidiophobie sogar eigentlich einen zweiten Song auf ihre Seite, aber da war halt noch Platz auf dem digitalen Vierspurgerät. Licklash dudeln einfach nur sehr angenehm eine Ode an ihren Vorort ins Ohr und sind soundtechnisch ein bisschen in der Nähe von Amyl & the Sniffers, wenn die noch interessant wären. Cool.

Roolette Records. Im März noch auf ganz vielen quietschbunten Vinylscheiben erhältlich gewesen. Jetzt noch auf grün, aber naja, Porto. Bestes Format. OK.

Last Quokka – Take The Fight To The Bastards LP

Da ärgert man sich die ganze Zeit über schlaflose Nächte und die Gedanken drehen sich im Kreis und man weiß nicht, wie der ganze Apparat wieder funktionieren kann und dann kommen Last Quokka aus ca. 14.000 Kilometern Entfernung und erzählen, wie es geht. Den Spieß aus der veganen Schaschlik Wurst rausziehen und umdrehen!

Das vierte Album der Band bietet eine bissige Analyse der kulturellen Zweigstellen in Australien und macht die Erkenntnis, warum Kneipen so wichtig für das allgemeine Wohlgefühl sind, tanzbar. Die 11 Songs werden in bester Pub Rock Garage Punk Manier druntergesprudelt und man kann dazu klatschen, lachen, weinen, saufen. Prima.

Valve Records. Man ist sich nicht ganz einig, wann das erscheint, aber es wird es eine LP.
Es müssen im Übrigen alle mitmachen, Freunde. Nicht dass, ich wieder alleine mit meiner Mistgabel und der Fackel vor dem Bundestag stehe. OK – auf geht’s.