Eine kleine Zeitreise zurück in den Süden Kaliforniens der 80er oder vielleicht sogar späten 70er des 20. Jahrhunderts.
Das könnte man als Sehnsuchtsort bezeichnen, was die musikalische Kreativität und Attitüde einer jungen Generation angeht, wenn man mal die ganze Homophobie, den Sexismus und das Zurschaustellen der maskulinen Unsicherheit in Form von Gewaltexzessen ausblendet.
Die Musik war es ja, die uns heute noch mit leeren Versprechungen lockt und suggeriert, es gäbe so etwas wie Freiheit und Unbeschwertheit und ein intelligentes Rebellentum. Schließen wir also unsere Augen und lauschen den neuen Klängen der Socal’s Pasishioners, die sich anschicken in die Fußstapfen von solch Riesentretern wie den Descendents, Circle Jerks, T.S.O.L. oder Agent Orange zu schlüpfen.
Ich find, die machen das ausgezeichnet. Ist halt ein bisschen anachronistisch, aber damit passt es doch hervorragend in die heutige Zeit. Ganz geil.
Going Underground Records. Auf blau und schwarz. Und Vinyl. Mein Sehnsuchtsort ist der Kühlschrank meiner Oma vor 30 Jahren, als da immer eine große Käseplatte drin stand. Aber ich hab auch noch nicht gefrühstückt.
Habt ihr das auch in eurem Financial Times Abo gelesen, dass Kalifornien jetzt die viertgrößte Wirtschaftsmacht ist? Nur die USA (hä?), China und Deutschland übertrupmfen die wirtschaftliche Leistung des Bundesstaates noch. Damit hat Kalifornien Japan überholt. Verrückt. Und das alles mit Skateshops und Surfer Dudes und Hardcore Bands.
Netter Hardcore Punk aus Kalifornien kommt da von Torso. Oder heißen die TØRSÖ? Die haben da in the US of A keine Tastaturen für "Ø" oder "Ö", deshalb konnten sie das bei Bandcamp nicht korrekt angeben. Ist aber auch nicht so wichtig.
Ist der Clown noch immer im Amt? Puh.
Ich hab mich noch nie gefragt, wie wohl die genialen Hex Dispensers und auch Marked Men/Radioactivity klingen würden, wenn sie nicht in den stickigen, versifften und MAGA-verseuchten Großstädten Texas' ansässig wären, sondern hin und wieder mal ein bisschen Pazifikluft schnuppern und Wellenreiten könnten.
Hilfe, ist der Bass da aber schlecht gelaunt, da bekommt man ja Angst. Und das arme Schlagzeug wird verdroschen, meine Güte. Der Rest von GARBITCH, die wegen des schönen Namens allein schon ein extra Sternchen im Poesiealbum verdient haben, macht dann auch noch ähnlich zauberhaften Krach.