Bad//Dreems – Ultra Dundee LP

Fun Fact ohne Fun: Als die Bad//Dreems vor 3 Jahren auf dem Get Lost Fest in Hamburg gespielt haben, war ich gerade erst auf den Geschmack der Band gekommen und hatte das vierte Album "Hoo Ha!" über Umwege für mich im Frühjahr entdeckt.
Damals waren die ganzen Pub Rock und Garage Punk Sachen aus Australien ja fast schon ein alter Hut und man hatte sich so sehr daran gewöhnt, dass die Witze über seltsame Frisuren oder T-Shirts in den Hosen einen eigentlich eher als Boomer entlarvten als dass sie noch lustig waren.

Aber Bad//Dreems waren dennoch etwas Besonderes in der Schwämme von melodieverliebten Kneipenschlägern aus dem fernen Australien. Daher war die Freude groß, direkt Alex in die Arme zu laufen, als die Reisegruppe inklusive mir den ranzigen Saal vom Hafenklang betreten hatte. Nach einem kurzen Plausch stand fest, dass die Band ihr Label scheiße findet und demnächst eine neue Platte aufnimmt und warum nicht man könnte ja direkt mal Nummern austauschen du machst ja auch ein Label cool ok dann schick ich dir die neuen Sachen mal zu ok bis dann viel Spaß.

Verglichen mit den ersten LPs waren die Demos, die wir dann zugeschickt bekamen, was anderes. Nicht doof, nur halt Demos und anders. Wir wollten auf das komplette Album warten und dann mit den weiteren Plänen fortfahren. In der Zwischenzeit musste sich aber auch Gregor von Sounds of Subterrania mit Alex unterhalten und einen recht identischen Gesprächsverlauf gehabt haben. Auf jeden Fall stand ein paar Monate später fest, dass er den Backkatalog von den Bad//Dreems wiederveröffentlichen konnte (hurra!) und auch das neue Album bei ihm erscheinen würde.

So läuft das manchmal bei den harten Verhandlungen mit Punk Bands. Die vergessen einen einfach, haha.

Nach drei Jahren dann also das neue Album und leider auch das vorerst letzte der Band, die sich nun um wichtigere Dinge kümmern möchten und von dem Gezerre die Nase voll haben. Ich geb mir da keine Schuld, hab mich immer anständig verhalten. Gregor trifft auch keine Schuld, der macht sowieso immer alles richtig, ich mein, schaut euch einfach mal die Sachen an, die der so rausbringt und wie er die verpackt und aufmacht und so, sensationell.

Ultra Dundee ist am Ende ein tolles Album geworden, das den gesamten Reifeprozess der Band zum Ausdruck bringt. Die hatten immer viel poppigen Appeal und rockige Theatralik im Programm, dazu kommt dann noch der hohe Anspruch an Text und Melodie und schon sind wir bei Plattenrezensionen, die furchtbar langweilig sind. Die Singleauskopplung ist tanzbarer Ohrwurm, die Ballade eignet sich zum Sinnieren auf dem Schaukelstuhl, der Rest ist Brillanz aus Pop und Pubrock, das kann niemand besser und man sollte aufhören, wenn man am schönsten ist, also bitte.

Sounds Of Subterrania, Gutto Records. Von den Demos erkennt man tatsächlich noch Bruchstücke auf dem Album. Sensationelle Band, tolle Platte, klasse Label. Passt zum nächsten Hitzerekord.

Split System – Alone Again

Ich freu mich auf das Get Lost Fest, wenn ich die australische Invasion live miterleben darf. Aborted Tortoise, Mini Skirt, Bad//Dreems…Und mit dabei sind dieses Jahr auch Split System, die kürzlich erst ihr Debüt veröffentlicht haben und nun mit dem zweiten Album schon wieder vor der Tür stehen.

Man kann mit den Menschen von Down Under so wunderbar über die Folgen des Klimawandels sprechen, die kennen das inzwischen schon mit dem nicht mehr vor die Tür gehen, wegen ihres Ozonlochs überm Kopp. Vielleicht ist das ja das Geheimnis hinter den tausenden Megahits der Punk und Pub Rocker? Verbrannte Erde und verbranntes Hirn?

Hier auf jeden Fall noch ein weiterer Beweis. Spannend.

Das Album erscheint erst nächstes Jahr bei Goner, Legless und Drunken Sailor in den USA, Australien und Europa (So macht man das, Convulse Records – ich will meine GEL LP haben). Dauert aber noch ein bissl. Bis dahin ist Griechenland abgebrannt und eine völlig neue Musikszene steigt wie Phönix aus der Asche des Olymp. Da freu ich mich aber.

Bad Anxiety – Demonstration II CS

Wieso schreien die Kapitalisten eigentlich immer am lautesten nach Subventionen und staatlicher Hilfe, wenn doch eigentlich der Markt alles regelt? Hatten wir das nicht erst neulich und das war ne kack Idee mit der Benzinpreisbremse, an der sich die Mineralölkonzerne einen goldenen Pimmel verdient haben?
Irgendwie checken wir das hier nicht mit den Anreizen, Strom zu sparen und Produktionsabläufe alternativ zu gestalten. Die einzigen gutgelaunten Dickbäucher, die davon profitieren, sind die Energieversorger, die den Strompreis natürlich erheblich anheben werden. Kann man nichts machen. Das ist der Markt. Und die einzigen Menschen, die einen Anreiz verspüren werden, Strom zu sparen, sind ich. Weil zu teuer. Muss ich meine Bitcoin Mining Farm wieder abschalten. Verdammte Axt.

Ansonsten freu ich mich auf die Unplugged Show von Bad Anxiety aus Hattiesburg am Wochenende, die mit gutem Beispiel vorangehen werden und eindrucksvoll zeigen können, wie heutzutage Hardcore in 40 Sekunden-Liedern abgearbeitet wird. Effektiv. Hm?
Oh, die spielen auf dem Get Lost und doch mit Strom? Puh, Glück gehabt. Die alternativen Hippies vom Hafenklang betreiben ja schließlich ihre Venue mit der Photovoltaikanlage aufm Dach. Das wird ein Knaller. Hier könnt ihr schon jetzt 6 mal knallen.

Earth Girl Tapes. Die Band bringt bestimmt ein paar Kassetten mit auf ihre Tour. Wird toll.

Dadar – Sick Of Pasta / Calendarize

Ich freu mich aufs Get Lost. Und hoffentlich schaffe ich es schon am Donnerstag nach Hamburg, um die Pre-Party und Dadar zu erleben. Ziemlich schrammelig-poppig-krachiges Zuckerschlecken mit tollen Synthiemelodien aus Rovereto in Italien – also die Band, nicht die Melodien.
Wenn waschechte Italiener "Sick Of Pasta" sind, was wäre dann eigentlich das deutsche Äquivalent? "Scheiß auf Schnitzel" oder "Doofer Döner" oder "Kein Bock auf Pumpernickel"? Egal.

Es gibt auf jeden Fall nächsten Monat eine neue Single der Band (nur ein Typ), wurde wohl auch Zeit, denn die "Sick Of Pasta" ist bereits 2017 bei Spastic Fantastic erschienen.
Einen neuen Song von der bald kommenden Single darf man netterweise jetzt schon hören und der ist fantastisch. Klingt krachig, poppig und Punk mit Synthie. Ach, das wird ein schönes Wochenende.

Zwei Tage später spielen übrigens Radioactivity. Könnte auch gut werden. Aber es scheint ein konstant hohes Niveau zu sein, wenn man sowas auf der Pre-Party verpulvert…hört mal.