Aure – Printemps LP/CD

Musik für den ersten Kaffee beim Sonnenaufgang. Wenn der Tag langsam angekrochen kommt und sich vorstellt, mit all seinen unendlichen Möglichkeiten der neuen Enttäuschungen und man noch gar nicht so genau weiß, wer man eigentlich heute sein muss, welche Sprache man spricht.

Dann kommt Aure aus Paris mit ihrer Klampfe daher und trällert auf Englisch, Französisch und Spanisch die sanften Weckrufe der Melancholie in die ungewaschenen Ohren. Tanke ich jetzt Kraft oder leg ich mich wieder hin?

Muss jeder selbst entscheiden. Ein ambivalentes Album des vertonten tiefen Durchatmens zwischen Hoffnung und Resignation. Nachher dann wieder mehr Metal.

Mayway Records. Auf CD und LP erschienen. Meine Aachener Freunde lesen den Titel gewiss mit ihren müden Augen falsch und erwarten "Au Hur, Kekse". Ab ins Wochenende.

Vulcan Ironworks CS

Wo wir gerade bei dem Tortenwerfer von River Trash Records waren, hätte ich noch ein weiteres interessantes Release des Labels aus der jüngeren Vergangenheit im Angebot.
Vulcan Ironworks machen irgendwie so eine Art experimentellen Psychedelic Garage Rock mit ein bissl Fuzz hier und ein bisschen Wahnsinn plus Folk Sentimentalität dort.

Passt als Soundtrack wunderbar in den zweiten Teil von "Out Of Rosenheim" oder als Begleitmusik zum Voltigieren Deiner Kinder. Es muss ja nicht immer Krach sein.

Die Band besteht seit ein paar Jahren aus Rafáel Gonzalez und Rocky Oshiro und das muss als Info reichen, ich kenne die nämlich nicht. Rührt wohl daher, dass es sich hier um Avantgarde Musiker handelt und ich ja seit jeher eher anachronistisch unterwegs bin. OK.
Sieben Songs, chillig und stimmungsvoll, atmosphärisch und cool. Das Album reicht für ein Duell um 12 Uhr Mittags oder eine Portion Bohnen mit Reis. Ganz geil.

River Trash Records. Auf Kassette vor ner Woche erschienen und natürlich mit Torte beworben.

Malin Pettersen – Seasons

Na, freut ihr euch auch schon aufs Wochenende? Ist ja immerhin schon Dienstag und morgen nur noch ein bisschen und dann wieder 4 Tage wach, um den Schlaf anschließend im Büro nachzuholen. Und es dreht sich immer so weiter.

Und dann passt man ne Minute nicht auf und ist 30 geworden und 40 geworden und 50 geworden und was zur Hölle ist mit den Haaren passiert und wohin geht das Augenlicht, wenn es dunkler wird?

Malin Pettersen  aus Oslo hat sich dazu Gedanken gemacht und mit ihrer Gitarre und einem Rekorder in ihren Schrank gehockt und ein Album eingespielt. Wunderschön. Leider nur 6 Lieder, danach musste sie dringend aufs Klo und schließlich ist das ein folkiges Singer-Songwriter Album und kein pissestinkendes Punk Rock Manifest. OK.

Die With Your Boots On Records. Kommt erst im September heraus und vielleicht dann auch auf einem physischem Tonträger, wer weiß. Wenn die Augen so richtig schlecht werden, kann man offensichtlich immer noch Cover für Singer/Songwriter Alben entwerfen, passt doch!