Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Bands aus der selben Stadt sich den selben Namen geben und diese dann nicht etwa beide schlechte K.I.S.S. Cover Bands sind, sondern eigenständige ähm, Punk Bands mit dem lustigen Titel S.S.I.K., also Küsschen rückwärts. N.E.H.C.S.S.Ü.K., wenn man so will.
Naja, vielleicht sind es auch dieselben Leute, die vor drei Jahren noch grungegeladede Punkballaden gespielt haben und nun, vom Leben enttäuscht und mit schlechter Gesundheit gezeichnet, einfach brachial schlechtgelaunten Hardcore aus dem Partykeller der Großeltern herausbrüllen.
Ich weiß es nicht. Die Debüt 7″ ist auf jeden Fall ein Knaller. Bands aus Kelowna in British Columbia haben alle den selben Namen. Fertig. Geiler Scheiss.
Neon Taste Records & Slow Death Records. Auf kleiner runden 7″ Vinylscheibe erschienen und mit 7 Songs ist das auch gut genutzter Platz. Man kann die kaufen. Entweder mit blauem Cover oder mit rotem. Musik bleibt gleich, denke ich mal. Ich bin auch krank.
Ich könnte mir vorstellen, dass genau so vor 40 bis 45 Jahren ein ganzer Haufen an Garage- und Kellerbands in Deutschland geklungen haben. Wie schön, dass wir heutzutage an dieser Subkultur direkt teilhaben können.
Hat eigentlich die Popularität dieser Rasse inzwischen ein bisschen nachgelassen oder sind die braunen und schwarzen Tölen mit dem breiten Schädel immer noch die erste bis zweite Wahl bei Hundebesitzern? Das ist so ein bisschen die alternativere Version zum Golden Retriever, wenn man halt keine Kinder hat und nicht so einen blöden treudoofen Familienhund braucht, den man auch treten kann, ohne dass er beißt, ne?
Vor 20 Minuten wurde noch darum gebeten, dass wir aufhören sollen, um etwas zu tun. Jetzt fragen wir uns, was eigentlich passiert, wenn wir tatsächlich aufhören. Und ich hab noch nicht einmal einen Kaffee getrunken, ihr Stresser. Ich mach jetzt erst mal gar nichts mehr, bis wir uns einig werden.
Auch wenn der Aufruf ein bisschen verwirrend anmutet, wirkt das Debüt Album von den Eel Men aus London wie ein Riesenlutscher vom Jahrmarkt. Was soll ich denn nun machen? Aufhören oder Anfangen. Womit? Das klingt ein bisschen nach panischem Aktionismus, aber vielleicht schätze ich die Stimmung auch falsch ein.
Stress Positions melden sich nach dem Album im Dezember schon mit der zweiten Ladung an geballter akustischer Frustbewältigung zurück. Thematisch möchte uns die Band aus Chicago in den Zoo mitnehmen und auf die besonderen Exponate (sagt man nicht bei einem Zoo, oder?) hinweisen, die hier in Käfigen und Gehegen zu begaffen sind.
Vielleicht sollten wir damit anfangen, nur noch doitsche oder europäische Musik zu konsumieren, weil die Platten aus den USA bald eh nicht mehr zu bezahlen sind.
Da fängt man am Montag schon in aller Frühe damit an, sich zu entschuldigen. Wo soll das enden?
Das ist ja schon ein bisschen gehässig, dieses Album ausgerechnet am Tanzverbotstag in Deutschland zu veröffentlichen. Vielleicht hält man sich als streitbarer Franzose da eh nicht dran, mag sein. Aber ich als guter Katholik, ach nee.
Gibt es sowas wie Posi-Deathrock? Ach, diese bekloppten Genre Schubladen werden noch einmal mein Ende sein. Die fünf Franzosen aus der Distance in Bordeaux zaubern auf jeden Fall auf ihrer Debüt EP eine schöne Mischung aus Post Punk mit Melodie und Garage Rock mit kalten Füßen aus dem Hut und positionieren sich damit irgendwo auf dem Schulhof zwischen Gummitwist und den Tischtennisplatten.