I’m a Plane!

Letzten Mittwoch haben die großartigen Gesellen Steve Albini, Bob Weston und Todd Trainer unter ihrem gemeinsamen Pseudonym Shellac im Berliner Berghain gespielt. Und ich war da. Sonst würd ich das ja nicht schreiben. Eigentlich wollte ich auch Fotos machen, aber ist in dem Laden streng verboten. Hätte ich drauf scheißen sollen, aber der Name des Blogs ist auch nur ein Name. Sollte eigentlich Regelnsindsuper heißen, oder so. Hab die Kamera an der Garderobe abgegeben und mich schlecht gefühlt. Aber ich wollte ja vom Konzert berichten. 

In einem ausverkauften Berghain begann die Vorband AUF so gegen 21:15 Uhr. Ich kannte die Band vorher nicht und will sie auch jetzt nicht näher kennen lernen. Das Duo aus Schlagzeuger und Gitarristin/Sängerin hat mich mit ihrer seltsamen Mischung aus Math Rock und Piepsstimme überhaupt nicht begeistern können, aber man muss auch fairerweise sagen, dass der Drummer technisch super war und es eh Scheiße sein muss, vor Shellac-Publikum zu spielen. Vielleicht haben die beiden das auch bemerkt, jedenfalls war ihr Set gegen 21:45 Uhr wieder vorbei.

Ungefähr eine halbe Stunde später kamen dann unter andächtigem Schweigen des Publikums Shellac auf die Bühne und haben ihre Instrumente 90 Minuten malträtiert. Mein Gott, was für ein unfassbar guter Sound im Berghain. Was für ein unfassbar guter Sound von den Dreien. Auch wenn sie nicht ihre selbstgebauten Verstärker dabei hatten, haben Albini’s kreischende Gitarre und Weston’s wummernder Bass die Menge bereits nach den ersten 2 Takten von Copper in ihren Bann gezogen. Dass das punktgenaue Spiel von Trainer wieder einmal von seinen seltsam verzerrten Grimassen begleitet wurde, konnten wohl nur die Leute in den ersten Reihen sehen, unglaublicher Typ! Die Reihenfolge der Songs bekomm ich nicht mehr hin, aber Steady as she goes und End of Radio verursachten bei mir in ihrer improvisierten Version eine Gänsehaut. Zusätzlich hab ich 4 neue Songs gezählt, was ja auf ein baldiges neues Album hoffen lässt.

Wingwalker

Albini hat noch eine schöne Geschichte zu Wingwalker erzählt, in der es um einen drogenzersetzten Typen ging, der sich auf einmal seiner Fehler im Leben bewusst wird, während er eine Frau in den Arsch fickt und auf einmal einen anderen Mann wahrnimmt, der ihm gegenüber die Frau augenscheinlich ebenfalls penetriert. Von der anderen Seite eben (Albini’s Worte, nicht meine). Um in der Situation eine angemessene Reaktion zu zeigen, denkt er sich, er sollte einen Witz machen. Er streckt seine Arme waagerecht zur Seite aus und sagt: Look at me! I’m a plane! Immer wieder amüsant, seine bekloppten Geschichten.

Beim letzten Lied sammelten Albini und Weston nach und nach das Schlagzeug von Trainer zusammen und beendeten so das Spektakel. Man dürfe wohl noch später an die Bühne treten und mit der Band reden, wenn man Lust dazu hat, aber Moment! „Wir sind ja hier in Deutschland – daher bitte keine Fragen warum heute der Sound nicht so toll war wie vor 4 Jahren oder warum der Bass so seltsam klang„…wunderbar!