Slut Intent – Slutworld

Silvester war früher auch spannender, oder? Dieses Jahr muss ich das mal ausprobieren mit diesem Flugzeug-Tripp über die Zeitzonen zu fliegen und achtmal in zwei Stunden Neujahr zu feiern. Dabei mag ich gar keinen Sekt. Na, mal sehen, was 2026 bringt und wo ich am Ende den Partyhut aufhaben werde.

Das Jahr fängt auf jeden Fall musikalisch mit einem donnernden Feuerwerk an, wenn die Hardcore Mädels Truppe um Slut Intent aus Minneapolis ihr Debüt Album in die Atmosphäre ballert und mit 9 Songs in knapp 20 Minuten eine furiose Portion Krach mit Funken und Knall und Rumms in die Luft jagt. Was wieder herunterrieselt sind die kleinen Melodiefetzen, die den Neujahrskater unter sich begraben und mit dem Beigeschmack von GEL oder Stress Positions die pelzige Zunge wieder knutschbereit machen. Sehr cool.

Kein Label – selbst aufgenommen und bislang nur digital zu haben. Wer war das nochmal, der Silvester 99/2000 dieses Zeitzonen-Ding ausprobiert hat? Was für ein Trottel. Wo ist der Millenium-Bug, wenn man ihn braucht. Guter Vorsatz: mehr Liebe.

The Arrivals – Goodbye New World LP (Reissue)

Was sind das eigentlich für Leute, die um Mitternacht zum Lagerverkauf von Feuerwerksfabriken eiern und dort dann für mehrere Hundert Euro sinnlose und laute Scheiße kaufen, die innerhalb von 2 Minuten in der Luft verpuffen?
Komische Leute.
OK, ich will keinen Streit vom Zaun brechen. Zum Ende des Jahres noch einmal kurz Tschüss sagen und Frieden schaffen. Ich mach das zwar nicht mit Tischfeuerwerk und Lady-Crackern, abgerissenen Gliedmaßen und Rakete aus dem Arsch, aber mit viel Weltekel und Pessimismus.

Und mit einer Platte, die vor knapp 23 Jahren erschienen ist und nun erstmals auf Vinyl veröffentlicht wurde. Das Erstlingswerk von den Arrivals aus Chicago besticht durch den typischen Pop Punk der 2000er, der von tausend anderen Bands ebenso gut und schlecht zelebriert wurde. Auf "Goodbye New World" sind die Jungs noch nicht so abwechslungsreich wie auf den späteren Platten, aber brettern mit so viel jugendlicher Melodie und Spaß durch die 15 Songs, dass man direkt Bock bekommt, ein paar brennende Raketen in den Hintern und Lady-Cracker in die Nasenlöcher zu stecken und auf dem Skateboard über die Stadtautobahn zu grinden. Was man halt so vor 23 Jahren gemacht hat.

Schlauerweise auf 178 Stück limitiert und deswegen schon ausverkauft. Recess Records. Kommt gut ins Neue Jahr.