Forma – S/T CS

Eine spanische Band aus Bilbao, die auf Italienisch singt. Das behauptet zumindest das Label, ich kann das leider nicht verifizieren. Ich verstehe auf beiden Sprachen nur Spanisch.

So gesehen is mir das auch egal, der poppige Gitarren Garage Punk macht Spaß, ohne jedes Wort korrekt artikuliert mitsingen zu können. So wie früher bei den Beatles Platten meiner Eltern, wenn man irgendeinen Kauderwelsch dahergeträllert hat, Hauptsache, die Silben und Melodien stimmen.

Schönes Debüt von Forma aus Spanien.

Polze De La Mort, Afterpost, DDT Banaketak & Dispear Records. Auf Kassette inkl. eines Fanzines ab Sonntag zu bekommen, digital schon seit letztem Monat auf der ganzen Welt breitgetreten. Für Fans der romanischen Punkerwelle.

Pasado – S/T CS

Ach ja, die Ambivalenz des Wiedererkennungswerts. Schon beim ersten Gitarrenakkord hört man die Herkunft heraus, ist das dann ein Markenzeichen?

Oder ist eine gewisse Einfältigkeit und im wahrsten Sinne des Wortes eine Eintönigkeit eher der vorherrschende Grund? Ist das dann gut oder schlecht? Die ewige Frage nach immer mehr vom gleichen Scheiß oder immer wieder was Neues. Ich mag beides, ha.

Hier hört man auf jeden Fall direkt den Sound vergangener Helden wie Warsong oder Insomnio heraus, die jetzt ein bisschen glattgebügelt im neuen Gewand als Pasado auf Spanisch daherträllern und ansonsten den gewohnt melodiösen Garage Punk zelebrieren, den die beschriebenen Bands auch schon vor knapp 20 Jahren in jugendlicher Manier von der Bühne gebrüllt haben. Ganz geil.

Polze De La Mort. Auf Kassette erschienen. Vielleicht auch bei Chichen Attack Récords zu bekommen? Keine Ahnung. Bad Religion haben seit 30 Jahren ja eigentlich auch nur 2 Songs geschrieben und das finden alle total super, also ist das mit dem "Wiedererkennungswert" wohl ein Qualitätsmerkmal. Gut oder schlecht sei dahin gestellt. OK.

Yunk – S/T 7″

Ist auch schon wieder lange her, dass schlaue Gedanken aus einem Kloster entsprungen sind, ne? Hier ein paar "neue" Ideen der CSU.

Die will mehr Steuersenkungen und eine "große Abschiebeoffensive" und kuschelt dabei mit Automobilindustrie und Kernkraftwerken. Was soll man dazu sagen? Willkommen im Jahr 1990? 1965? Uff. Noch ein paar News aus Bayern: die Erde ist (wahrscheinlich) rund, Michael Jackson ist tot und Liebe geht mit der Wurst durch den Magen. Mia san mia. Geht scheißen.

Erfreulichere Nachrichten kommen aus Bilbao, wo die 5 Noise Punk Rocker von Yunk ihr Debüt heimlich auf die Welt losgelassen haben. Ganz ohne stumpfbesoffene Parolen (naja, "Leave me alone" und "Unity!") rotzen die Spanier poppigen Punk Rock mit viel Gitarre und Mitgröhlfreuden in den Äther und erinnern dabei teilweise ganz ohne Stoppeln an den 2000er Bärtepunk, der auf Dirtnap abgefeiert wurde.

Ganz geil.

Andalucia Über Alles (ESP), Symphony Of Destruction (FR) und Polze De La Mort (ESP). Auf 7″ erschienen und offensichtlich sind Zähne neben den Fingern die Achillesverse des Zeichnens.

Pegamento – Demo Instantanea CS

Schöner Garage Punk mit einer Portion extra Dudelei aus der Gitarrenschule für unmotivierte Zeltlagerbetreuer. Pegamento aus Granada zaubern mit voller Absicht in ihren vier Songs hin und wieder richtig schöne Melodien aus dem Cordobeser Hut. Kann man so machen. Bin krank, leg mich wieder hin.

Digital schon im Mai erschienen und jetzt auf tausend Labels auf 100 Kassetten veröffentlicht. Mit dabei sind Polze De La Mort, Chicken Attack Records, Andalucía Uber Alles, Nunca Nada und Poder Adolescente, wenn ich das richtig sehe. OK. Gute Besserung.