Marbled Eye – Forever 12″

Nach kurzer Schaffenspause haben sich die vier von Marbled Eye aus Oakland wieder inklusive eines neuen Bassisten ans Werk gemacht und liefern ähnlich euphorisch die ersten Einblicke in das neue Album ab.

Toller Post Punk mit nöliger Stimmlage. Tolle Gitarren und Bassmelodien mit viel Tanz im Bein und Bauch. Freu ich mich drauf.

Digital Regress. Der besagte Bassist ist übrigens der Label-Typ. Und der Bandcamp Schreiberling sagt, das sei ein ganz tolles Album. Na dann.

Cross Checked – Demo ’26

SXE Hardcore Demo aus Oakland, glaube ich. Cross Checked im Sinne von Straight Edge, schönes Wortspiel. Hardcore mit Metal-Soli und wütender Frau am Gesang ist so ziemlich genau das richtige Antriebsmittel für meinen Dienstag in der Bahn. Auf dem Weg zur Arbeit. Zur Klausur. Puh.

Ganz geiler Scheiss.

Demo. Erst einmal nur digital.

Big – Dance Music EP CS

Vielleicht liegt ihr Tannanzäpfle-besoffen im Ländle und möchtet das Wahlergebnis feiern, oder ihr sitzt im NRW-Hochofen und freut euch über neue Rekorde bei den Rüstungsaufträgen, oder ihr schraubt mit der Bohrmaschine die Benzinpreise bei eurer Tankstelle nach oben.

Es gibt so viele Gründe, zu feiern. Big aus Oakland liefern euch die passende Tanzmusik. Vielen Dank.

Die haben ganz andere Sorgen da drüben in Oakland. Zu viel Sonne, Meer und dieser geniale Bageltopia Laden um die Ecke. Schlimm.

Fog Lamp – Still Entangled LP

Starke Platte aus dem Nebelhorn San Franciscos gepustet. Da blasen die 4 Anwohner des Ortsteils Oakland seit ein paar Jahren kraftvoll tagtäglich den diesigen Mist der schlechtgelaunten Pendler aus der Bay heraus und pflanzen stattdessen schöne Melodien mit Unterstützung von Synthies und Gitarren in die Ohren der interessierten Hörer.

Fog Lamp sind irgendwo zwischen Post Garage Punk und Indie anzusiedeln, nicht ganz Kunsthochschule, aber auch keine Gosse mehr. Ein bissl Goth und Dark Wave und ein bissl Grunge noch mit dazu? Gern. Passt in jedes AZ, passt zu jedem Getränk und ist für jeden Fuß tanzbar. Small Talk ist derzeit mein Lieblingslied, aber das wechselt ständig. Tolles Album.

Siltbreeze Records. Auf LP erschienen und die Chance vertan, eine Nebelschwaden Vinylfarbe zu kreieren. Na sowas.

Haggus – Destination Extinction LP

Montagmorgen und schon so einen ekelhaften Kram auf dem Teller liegen. Igitt. Herz, Leber, Lunge, Nierenfett, Hafermehl, Zwiebeln und Graupen in den Schafsmagen gepresst und zu einer windschiefen Wurst auf den Teller gekotzt. Puh, ich bekomme ja schon beim Gedanken an Graupen einen Würgereiz.

Oh, hab mich verlesen. Geht gar nicht um Haggis, sondern Haggus. OK, vielleicht könnte man aber auch zu meiner Verteidigung sagen, dass die Band aus Kalifornien schon seit über 10 Jahren diese schottische Spezialität quasi vertont und eine Fülle von Subgenres miteinander verwurstet, durch den Fleischwolf dreht und in den Rumpf von Hardcore zurückscheißt, um dieses seltsame Genre des Mincecore zu bedienen.

Alles verhackstückeln und zusammenrühren, bisschen Melodie darübergießen und ins Mikro reingrunzen, damit auch der Nachbarstall was davon hat. Wenn es euch heute Morgen so geht wie mir, dann versteht ihr bei den beiden Songs des neuen Albums sogar die Texte.

Tankcrimes. Erscheint auf einer lustigen Vinyl LP mit "Beach Slime" gefüllt. Limitiert und ausverkauft. Digital aber ebenso verstörend. Produziert von unserem Freund in Oakland, dem "Shrinkwrap Killer" Greg im Earhammer Studio.

Big – Small Scale EP 7″

Schöner Hardcore aus Oakland kommt hier unter den Hammer. Apropos. Der Typ von Blink 182 lässt sein Gemälde von Banksy bei Southerbys versteigern. Wenn ihr 6 Millionen Dollar habt, könnt ihr vielleicht per SMS mitsteigern.

Puh, Punk Rocker in Zeiten von Streamingdiensten heutzutage müssen auch zusehen, wie sie an Geld kommen. Da kann man nur viel Glück wünschen, sonst spielt der bald nur noch auf drei Basssaiten oder so. Jaja.

Also Oakland. Big sind vier Leute von dem äußeren Rand Kaliforniens, die Hardcore können. Das haben sie schon auf ihrem Demo vor zwei Jahren bewiesen. Und nun kommen sie mit ihrer Debüt EP um die Ecke, von der man erst einmal nur einen Song hören kann und dieser auch erst nach einer Minute so richtig anfängt, um dann 60 Sekunden Aggressionsbewältigungsstrategien musikalisch zu untermalen. Für den Rest der 6 Songs muss man bis Mitte März warten. Geiler Scheiß.

Forever Never Ends Records. Wird auf blauer Single erscheinen und im Bundle mit T-Shirts angeboten. OK. Das Motiv des Gemäldes von Banksy zeigt ein tanzendes Paar am Strand, hinter dem ein Tankschiff sinkt. Menschen in Schutzanzügen räumen ein Fass weg. Somit ist es ein echtes "Ölgemälde". Ha.

Marbled Eye – Read The Air LP

Aus der Kategorie "Frühlingsmusik für den Herbst" haben wir hier das letzte Album von Marbled Eye aus Oakland im Angebot. Veröffentlicht im März, aber mit dem Sound eines Post Punk Albums, das wunderbar zu Spätsommer- und Herbstabenden unter dem Heizpilz begrabend passt.

Relativ unbeweglich, bisschen monoton, bisschen phlegmatisch und doch wunderbar zu genießen. Es plätschert wohlig wie eine Tasse Tee mit Honig in die Ohren und lullt ordentlich ein. Vielleicht nicht die erste LP, um in das Party-Wochenende zu starten, aber bestimmt das beste, um am Montagmorgen mit Amphetamin-Kater nach Hause zu kommen und sich unter den besagten Heizpilz zu legen. Cool?

Summer Shade und Digital Regress. Auf letzterem sind auch die beiden ersten EPs kürzlich auf Vinyl erschienen. Guten Start in die Woche wünsche ich euch.

Smokers – The Rat That Gnawed The Rope LP

Ich persönlich bin zum Glück schon lange kein Raucher mehr, aber als echter Punk Rock’n’Roller muss ja eigentlich stilecht immer ne Kippe im Mundwinkel oder Hintern hängen, wenn man auf der Bühne oder unter der Dusche oder auf dem Schlauch steht.

Und wenn man schon "beruflich" so viel mit dem Rauchen zu tun hat, kann man sich direkt auch so nennen. So geschehen bei den taltentierten Musikern aus Oakland, die da namentlich Andy Asp (Nuisance, The Pattern), Cyrus Comiskey (Black Fork, Drunk Horse), Jim Nastic (Talk is Poison, Year Future), und Omen Starr (St. James Infirmary) sind. Ihr könnt an den Bands vielleicht schon erkennen, in welche Richtung das hier geht. Ja? Ich nicht.

Es ist aber wirklich eingängiger Punk Rock aus der Garage mit sehr viel Melodien und Power Pop im Abgang. Die Smokers sind schon ne Weile die Westküste der USA hoch und runter gefahren und haben dabei mit relativ bekannten Bands die Bühnen geteilt, wie zum Beispiel The Avengers, Jawbreaker, Samiam, Subhumans, Murder City Devils und vielen mehr. Puh. So viel Namedropping. Jetzt ist mir schwindelig. Oder es liegt am Rauchen.
15 Songs, richtig gute Unterhaltung für die Zugfahrt mit offenenm Fenster.

Mouth Magazine Records. Vor 2 Wochen auf Platte erschienen und vielleicht auch über Umwege irgendwann in Europa zu erwerben. Da sind aber ne Menge Kippen zu rauchen, bis die hier ankommen. Da hat man ja schon Krebs.

XUI – Realities E.P. 7″

Bringt es eigentlich Unglück, die neue Woche mit einer Band zu beginnen, die Pech heißt? Ich mein, ich sprech kein Vietnamesisch, das kann man ja dann gar nicht wissen, oder? Wird schon nicht so schlimm werden.

XUI aus Oakland stopfen auf jeden Fall ihre Debüt EP mit so viel Wumms und Aggression aus dem besten der 80er Jahre Hardcore voll, dass man direkt sein Black Flag Tattoo mit einem dieser neumodischen Pflegeprodukte aus der Drogerie einreibt und sich alter Zeiten aus dem Jugendzentrum erinnert, als man noch unironisch bei Straight-Edge Konzerten besoffen ins Mikro gelallt hat. Also Freunde von mir.

Geiler Scheiß – hat genau die richtige Energie, um einfach im Bett liegen zu bleiben.

Forever Never Ends Records. Klingt auch eher nach dem James Bond Titel als nach einem Hardcore Label, aber kann ja auch beides gehen, was solls. Auf Vinyl kürzlich veröffentlicht und zu kaufen auch. Vielleicht sollte man 2 davon nehmen, Minus uns Minus ergibt Plus und dann gleicht sich das Pech aus? Ach, ich dreh mich noch mal um.

Sectarian Bloom – S/T CS

Ziemlich guter Dark Post Punk Kram aus der Bay Area (Oakland, glaub ich), der kürzlich auf Transylvanian Tapes veröffentlicht wurde.
Die drei MusikerInnen von Sectarian Bloom klauen hier einfach kurzerhand bei allen Bands, die man auf dem schmutzigen Sektor zwischen Dark Wave und Death Rock im Matsch des Post Punks rumliegen sieht.
Warum auch nicht, machen ja eigentlich alle Bands, die sich diesem Sound heutzutage verschrieben haben – Musikalische Leichenfledderei. Und es funktioniert.

Klingt aber weniger nach Tod, als ich das hier beschrieben habe. Macht aber auch nicht lebendig.
Hm. Vielleicht der richtige Soundtrack für den Zustand zwischen den Zuständen? Alter…voll meta!

Kann man kostenlos herunterladen oder die Kassette für 6.66 Dollar erwerben. Oder beides.