Fashion Bathers – From The High Desert CS

Synth Punk aus Manitoba, der ein bisschen an die Terramoto oder Wall Of Phlegm Sachen von M.O.T.O. erinnert.

Nicht weiter verwunderlich also , dass Fashion Bathers auch eine Ein-Mann-mit-Schnurres-Show ist. Lofi as Fuck und mit zu vielen Melodien für eine Person alleine am Frühstückstisch. Sensationell, wie man 18 Hits in 11 Minuten verpacken kann, ohne sich zu wiederholen oder eintönig zu wirken.

Mal ein bisschen mehr Gitarre, mal ein bisschen mehr Synth und Background Harmonien – das klingt alles mehr nach einer kurzen Schlafzimmerprobestunde, die dann zu einem "richtigen" Album führen soll, aber nein. Das Produkt ist fertig. Geil.

Knuckles On Stun Records. Auf 25 Tapes erschienen und im Moment gibbet noch 6. Tut eurem Schnurrbart einen Gefallen und kauft die restlichen Kassetten. OK.

Xray Xeroxx – Social Media Made Me Hate My Friends (E.P.)

Da möchte aber jemand auf jeden Fall bei "X" eingeordnet werden, egal, ob man seine Musiksammlung nach Vor- oder Nachnamen sortiert.

Xray Xeroxx, die Ein-Mann-Röntgen-Kopiermaschine aus LA hat bereits im Oktober eine neue EP herausgebracht, auf der altbewährte Tugenden des lofi Garage Punks zum Tragen kommen. Eingängige Rock’n’Roll Schemata durch die Rüttelmaschine geschüttet und in kratzige Beats zum Mitklatschen gepopelt.

Tolle Ohrwürmer aus einer Mischung von FIDLAR und Jacket Burner. Stellt euch auf die Schlittschuhe und schliddert ins G’schäft. Sehr schön.

Das hier ist ist bei Robot Cannibal Records auf grüner Kassette erschienen. Falls ihr weniger Porto für mehr Musik bezahlen möchtet, empfehle ich das kürzlich veröffentliche Album "Nevermind, Whatever", das bei Idiotape in Paris veröffentlich wurde. Ich liebe meine Freunde, sie nutzen (fast) kein Social Media.

Robots – El Plan

Schau an, die Robots aus Barcelona haben einen Plan. Sehr gut. Wurde auch Zeit, dass sich jemand, äh, darum mal kümmert? Schade, dass ich nicht so recht Spanisch kann. Dann muss ich mich eben an der Musik erfreuen und hoffen, dass es die zwei Spanier und die Spanierin ähnlich gut mit mir meinen wie die ganzen schwedischen Bands, von denen ich ebenfalls nichts wirklich verstehe und was mich dennoch nicht davon abhält, zumindest unter der Duche oder im Auto lauthals falsch mitzusingen.

So wie damals, als ich noch zu den Beatles irgendeine Sprache gesungen hab. Macht eigentlich am meisten Spaß. Zu Singen, ohne zu wissen, worum es geht. Fragt mal bei der Schlagerparade nach, die wissen, wovon ich spreche.
Poppiger Punk mit ein bisschen lofi Charme und viel Melodien für das Bier zum Sonnernuntergang, der jetzt zum Glück schon ein bisschen früher beginnt. 7 Songs mit einem Hauch Spätsommer, bei dem man die herbstliche Lethargie bereits anrollen fühlt. Das Cover muss mir aber jemand erklären. Schön.

Nur digital. Seit ner knappen Woche schon veröffentlicht und noch immer nicht langweilig. Hoffentlich singen die keinen Unsinn, das würde meine spanische Hauskatze des Nachbarn bestimmt verstören. Naja.

Datenight – Mother’s Day

Wisst Ihr, was schön ist? Pfirsiche, Nektarinen und Melonen und Orangen. Also solch Obst, bei dem man beim Kauf noch nicht weiß, ob es schmecken wird, oder ob man daran stirbt. Das ist doch eine nette Abwechslung in dem durchdesignten Geschmackserlebnis der deutschen und internationalen Supermärkte, wo alles immer gleich schmecken muss.

Um es dann noch spannender zu machen, müsste man die Sachen alle komplett im Bioladen kaufen, dann hat man sogar noch die Chance, bei einer blinden Verköstigung das korrekte Obst herauszuschmecken, aber man muss ja auch nicht immer übertreiben. OK.

Datenight aus Nashville kommen mit ihrer dritten LP weniger als Wundertüte des Punk Rocks rüber als vielmehr eine sehr verlässliche Tüte lofi Post Punk Rock Garage für Genießer und :innen. Die können keinen schlechten Song schreiben, Mother’s Day ist ein hervorragendes Sommeralbum , das beruhigt gleichermaßen beim Stau auf der Autobahn und animiert ebenso beim Tischtennisrundlauf auf dem Zeltplatz. Wunderbar.

Kommt die noch auf LP oder begnügen wir uns diesmal mit digital? Stachelbeeren schmecken im übrigen immer gut, da gibt es kein schlecht. Deswegen sind es auch die besten Beeren. Gerne.

Nunofyrbeeswax – Hablo Raro 12″

Ein bisschen lofi Garage Punk zur Auflockerung. Die Berliner Band mit dem lustigen Namen Nunofyrbeeswax kommt eigentlich aus Sevilla und singt auf Englisch. Und Spanisch. Internationaler Gute Laune Quietsch Quatsch mit einer achtjährigen Erfahrung, die man nicht unbedingt heraushören kann. Aber das ist Teil des Charmes. Sehr schön.

Andalucia Über Alles. Auf Vinyl erschienen. Passt zu einer leckeren Currywurst Paella.

Gee Tee – Goodnight Neanderthal LP

Mit Gee Tee ist es wie mit den Simpsons. Als die neu aufgeploppt sind, waren sie super cool und noch ein bisschen rauh an den Ecken. Im Laufe der Jahre wurde das Rauhe dann ein wenig abgeschliffen, runder gemacht und man hat durch regelmäßge Veröffentlichungen immer mal wieder Notiz davon genommen, dass es die noch gibt.

Dann hat man die irgendwie ne zeitlang nur noch neben dem Fokus der täglichen Medienbombardierungen wahrgenommen und fand das auch ganz ok, was die so abliefern. Es ist schließlich immer das gleiche Rezept gewesen, was über die Jahre perfektioniert wurde und immer wieder funktioniert, ohne langweilig zu werden.

Daher ist auch das neue Album, das im März bei Urge und Goner Records erscheinen wird, eine solide Nummer mit zwei Händen voller gewohnt guten Synthie-LoFi-Garage-Punk Songs. Also 10. 10 Lieder. Verlässlicher geiler Scheiß aus Sydney.
Die bunten Platten sind natürlich schon ausverkauft, aber ich glaube, wenn die schwarzen dann in Europa aufschlagen, sind die genauso super. 4 von 10 Songs kann man jetzt schon einmal hören, den Rest muss man erst noch auf Deutsch übersetzen, haha.

Auch so ein Albumtitel, der auf Deutsch nicht gut funktioniert. Hätten die nicht einfach Cro Magnon Man oder besser noch Ashfield Man nehmen können, haben die etwa Steinzeit Junior nie gesehen? Tss.