Cuir – Road Trip

Bin ich eigentlich der einzige Depp, der sich über leere Papp-Kaffeebecher und Koffer als Requisiten in Serien aufregt?

Die ganze schöne Spannung und der sorgfältig geschrieben und vorgetragene Dialog, der einen in den Bann zieht, ist auf einmal nur eine Plastik-Traumblase, die mit dem pappenden "Tock" Geräusch des leeren Bechers platzt, der just "frisch" vom Barista ausgehändigt wurde.

Oder die reisenden Protagonisten müssen noch hektisch und schnell den Flug außer Landes erwischen und man nimmt ihnen den Stress ab, bis auf einmal die leeren Koffer mit zu viel Schwung und Elan aus dem Kofferraum des Taxis geflogen kommen, als wäre man von Mike Tyson gefahren worden, der jetzt stolz und pflichtbewusst sein Bestes gibt, die federleichten "gepackten Sachen" noch schnell aus dem Auto zu hieven und in die Hände seiner gestressten Fahrgäste zu übergeben. Neee. Plöpp platzt die Blase. Das ist ja nur gespielt.

Das sind die falschen Geschenke unter dem Kaufhaus-Tannenbaum. Die Attrappen, die nur solange funktionieren, wie man nicht genauer hinschaut, -hört oder darüber nachdenkt. Das ist natürlich jetzt zu philosophisch und vom Hölzchen aufs Stöckchen, aber eigentlich tragen wir ja die ganze Zeit diese Attrappen mit uns herum und die ganze Welt ist vollgestopft mit Leuten, die nur so tun und Krediten, die dabei helfen. Wie hat unser Freund Ralph Möbius nochmal gesungen? Alles Lüge.

Dazu in einem großen Glas mit einem Schluck der Road Trip vom Lieblings-Synth-Punker Cuir. Prost.

Gimic – Demo CS

Tolle Band aus Bristol mit einem sehr guten Demo, das zwar bereits vor einem Jahr digital erschienen ist, aber jetzt erst auf ein analoges Medium mit Verfallsdatum überspielt wurde. Und außerdem hab ich das letztes Jahr übersehen. Tja nun.

Gimic ballern hier 5 Songs in unter 10 Minuten runter und schaffen es in der kurzen Zeit dennoch, einige verspielte Passagen in die Punk Rock Rotzer einzubauen.
Ich glaub, die Sängerin wird gezwungen, durch einen Verzerrer zu singen, weil sie ansonsten eine zu glockenklare Stimme hat und das würde ja das Image der Band konterkarieren. So stimmt aber der Sound – hier kommen eine Prise Bellchicks mit Metalsoli, die Golfdolls mit mehr Speed und ein melodieverliebter Basslauf nach dem anderen á la Dirtgun in die Suppe.

Das Tape ist vor kurzem bei Hollow Life erschienen und in dem Moment, in dem ich das hier diktiere, gibt es nur noch 1. Also hopp, mein werter Leser – schnapp zu.

Die Bands in der Beschreibung gibt es natürlich nicht. Ich bin zu faul.