Porno Glows – 4 traXXX

Ein wenig aus der Zeit gefallen und dennoch zeitlos sind die Verrückten von Porno Glows. Ich glaub, die haben ihren Namen geändert, hießen sie doch zuvor Pornography Glows, aber das interessiert jetzt auch nur irgendwelche Moderatoren/Editoren/Querulantoren bei Discogs.

Das hier sind auf jeden Fall die 4 neuen Songs von den Garage Punkern aus Chicago, die so verdammt nach den frühen 80ern klingen. Ziemlich cool.

Das wäre bestimmt eine fantastische Gun Club Cover Band. Ich mein ja nur.

False Brother – Uncanny Valley LP

Hallo Studenten! Habt ihr euch auch mal mit dem „Uncanny Valley“ – zu deutsch völlig uncool „Akzeptanzlücke“ – beschäftigt? Das ist ja auch so ein spannendes Thema, ne?

Schön. Haben wir da auch mal drüber gesprochen. Soll niemand sagen, ich würde nicht auch hin und wieder den intellektuellen Punk Rocker hier mit solidem content geistig herausfordern.

Für den Rest unter euch – hier gibt es eine Band, die kommt aus den USA und die machen Post Punk der düsteren Sorte und die Band heißt False Brother. Ihre LP hat den lustigen Titel „Uncanny Valley“. Die Platte kommt bei Iron Lung Records raus, und das reicht ja den meisten Leuten schon als Kaufanreiz. Zu recht. Im Zweifel immer Platten von Iron Lung kaufen.

Leider erst einmal nur ein Song mit dem hippiesken Titel „Kinder des Lichts“. Oha.

[Update] Jetzt das ganze Album online. Yeah!

Kitchen People – Planet Perth EP

Ich schau mir gerade verschiedene Wohnungen auf sämtlichen Immobilien-Seiten an, weil ich sonst kein Hobby habe. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass der Großteil von Euch einen ganz furchtbar beschissenen Geschmack hat, was die Inneneinrichtung angeht. Ach so, und dass eine große Küche cool ist.

Denn wo steht man auf ner Party rum? Wenn man nicht raucht und auf dem Balkon friert, schwätzt man in der Küche – da ist die Musik nicht so laut und da ist das Bier, ein bisschen Reste vom Essen, vielleicht ein paar Chips und ein Tisch, wo man alles abstellen kann. Küchen Leute sind also per se schon einmal gute Leute.

Da trifft es sich ganz hervorragend, dass die Band aus Perth in Australien auch noch richtig gute Musik macht. Ein Synthie Punk Rock Feuerwerk aus fünf Kanonen geschossen. Super Sound, tolle Lieder. Die Kitchen People haben vor 6 Jahren zu dritt angefangen und sind inzwischen zu einem, äh, Quintett herangewachsen. Wie das eben so ist, wenn in der Küche erst einmal drei coole Leute stehen, wird es schnell voll.

Dafür würde ich auch wieder ins Wohnzimmer gehen und den Lautstärkeregler ein wenig weiter nach rechts drehen, damit man das auch in der Küche hört.

Jarama 45RPM Recs. – Music For Gloves (V.A.)

Ich habe in meinem Schrank einen Karton stehen, da sind ganz wichtige Unterlagen drin. Zum Beispiel liegt da ein Zettel, auf dem steht, dass ich Spanisch sprechen kann – so ein richtiges, offizielles Zertifikat.
Das ist schon einigermaßen bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass ich eigentlich nur „hijo de puta“ bei Narcos verstanden habe – alles andere ging in einem für mich unverständlichen Brei an mir vorbei. Ihr wisst, ungefähr so, wie der Text von Macarena, bis die beiden Männer auf einmal EEEEEEEY Macarena! schreien.

Vielleicht verzeiht man mir dann, dass ich jetzt auf die Schnelle nicht so ganz checke, worum es bei dieser kleinen Compilation geht. Ich glaube, wenn man dort 2 Euros für die 5 Lieder bezahlt, tut man etwas Gutes. Für Menschen, die auch etwas Gutes tun. Für Handschuhe, wie der Titel bereits verrät. Ach, so genau müsst ihr das für zwei Euro gar nicht wissen.

Mit dabei sind auch die geschätzten Ditches, die mal eben einen neuen Songs für den Sampler geschrieben und aufgenommen haben. Was auch zeigt, wie locker Schweden im Moment noch mit dem Virus umgeht. Naja.

Los dos trabajan en un bocadillo de seguro. Ja, da staunt ihr, was?

Permanent Residue – S/T CS

Oh, hallo Sommer. Wie schön. Da freu ich mich aber. Ich hab auch direkt die passende Musik gefunden, um drinnen zu bleiben und kein Bier im Park mit den Freunden zu trinken und kein Picknick zu machen und nicht Tischtennis zu spielen.

Dead Broke Rekerds waren so nett und haben jüngst das Tape von Permanent Residue veröffentlicht, zu dem man ganz hervorragend alleine Autofahren kann, wenn man denn noch ein Tapedeck im Auto hat, haha. Die Band besteht zu Teilen aus den tollen Canadian Rifle und Fuck You, Idiot, kommt also aus Chicago und das hört man auch.
Richtig schöner, simpler und poppiger Punk Rock, der äh, naja, eigentlich an jede Menge verschwitztem Spaß im Keller mit vielen tollen Menschen erinnert.
Es funktioniert aber auch in Isolation so ganz gut. Die Stimme von Kate erinnert in den besten Momenten an Kim Shattuck, allerdings in den schlechtesten auch an mich unter der Dusche. Wenn ich ausgerutscht und hingefallen bin. Punk Rock.

Macht 9 Minuten gute Laune – muss reichen.

Spectres – Nostalgia LP

Diese scheiß Corona Krise macht einen fertig. Vom ständigen Händewaschen und Desinfizieren fangen meine Hände an, sich in Fetzen aufzulösen, die gelben M&Ms im Supermarkt sind ständig ausverkauft, über meinem Kopf schwirrt dauernd eine Polizeidrohne und meine Lieblingspizzeria hat zu.
Ich kann die Situation nur deshalb noch so gut ertragen, weil ich weiß, dass es Leute gibt, die es noch schlimmer erwischt hat.

Harry Potter, zum Beispiel. Der muss jetzt die ganze Zeit bei seiner dummen Familie rumhängen, weil Hogwarts geschlossen hat. Haharrr.
Ach, früher war es besser. Vielleicht passt deswegen auch gerade das neue Album von den Goth Post Punk Cold Wave Death Rockern Spectres aus Vancouver wie die Faust in die Magengrube.

Zumindest mir hat der 80er Pop, der bei Nostalgia etwas im Vordergrund steht, über eine halbe Stunde lang den Kopf frei gemacht. Erstaunlich dicht an New Order teilweise, interessant! Das vierte Album beim vierten Label – dieses Mal bei Artoffact Records erschienen, die tatsächlich auch eher auf so Darkwave und Zeugs stehen. Na dann – kann man so machen.

Die verkaufen gerade Testpressungen für läppische $100 auf ihrer Bandcamp Seite. Falls ihr sowas mögt.
Ich mag gelbe M&Ms, aber nein…scheiß Corona!

The Tacks – S/T CS

Könnt ihr euch noch erinnern? The Tacks aus Neuseeland haben im Januar bereits hier für verwirrte Begeisterung gesorgt. Damals veröffentlichten sie ihren ersten von 4 Songs, die auf dem selbstbetitelten Tape nun erschienen sind.

Jetzt kann man alle vier Lieder hören und es hat sich eigentlich nichts verändert. Sicher, ich kann hier einfach sämtliche Schubladen aufmachen und versuchen, the Tacks fein säuberlich zu zerstückeln und die blutigen Einzelteile in verschiedene Genres einzusortieren, aber warum? Post Punk. Garage. Pop. Goth. Punk Rock. Emo. Death Rock? Höre ich da sowas wie Vånna Inget heraus? Oder doch wieder the Smiths? Ach.
Einfach gut.

He, Labeltypen. Macht mal eine LP. Zwanzig Songs davon klingen bestimmt abenteuerlich gut und das kann man dann auch als Compilation verkaufen, haha.

Gesture – II Tape

In diesen trüben Tagen sehnt man sich nach aufmunternden Klängen und lieblicher Musik. Nach Sonnenschein und fröhlichem Kinderlachen. Ein wenig Optimismus und Besinnen auf die positiven Dinge des Lebens. Ja? OK.
Dann müsst ihr vielleicht eine Fanta aufmachen und das Best of von Regina Regenbogens Tagebüchern lesen.

Ich bin selber viel zu schlecht gelaunt, um hier positive Schwingungen zu verbreiten. Außerdem höre ich den ganzen Tag so furchtbar düstere Musik, die die Stimmung auch nicht gerade hebt.
Obwohl, damit wird man dem neuen Release von Gesture nicht gerecht, denn das macht ja schon Spaß. Also so Post Punk, Death Rock Spaß. Das ist ja per se eher ein Oxymoron.

Auf jeden Fall haben die Berliner Underground Helden von Gesture nun bei Static Shock vor ein paar Tagen ein ziemlich cooles Tape abgeliefert, das ganz wunderbar in die heutigen Tage passt und eigentlich bei jeder Videokonferenz mit euren Freunden als Soundtrack dienen sollte. Während ihr sitzt und schweigt und euch gegenseitig anglotzt.
Hach, schön.

Wird Zeit, dass ich wieder mehr Power Pop höre.

I Am The Fly – Demo 2020

Es ist ja fast schon erstaunlich, dass man hier bei I Am The Fly auf ein Duo stößt. Nein, nicht wegen des allzu wörtlich genommenen Namens der Band, sondern weil dieser Synth Punk ja heutzutage eigentlich vom Klo aus alleine mit einem klapprigen Amiga und der schrottigen Karaoke Anlage aus Papas Partykeller bewerkstelligt werden kann. Und leider auch viel zu oft wird.

Zum Glück haben die beiden „Musiker“ aus NRW es sich hier anders überlegt und können gemeinsam über schlecht und gut entscheiden, was schon einmal eine wesentlich effektivere Qualitätssicherung ist, als diese Ein-Mann-Shows von selbstverliebten Egozentrikern (ich zum Beispiel, haha).
Aber eigentlich wollte ich gar nicht so weit ausholen. Und immer so negativ, puh. Diese Isolation wirkt sich negativ auf mein Gemüt aus.

Hier, schöner Bandname, toller neuer Song. Synth Post Punk. Kann man so machen. Mehr, bitte.

Jetzt hör ich mir trotzdem Wire an. Zwinker.

Oswald Park – A Prescription Year

Meine Güte, hätte ich den Kram vor 10 Jahren abgefeiert. Hier kommt alles zusammen, was ich an kanadischem Pop Punk super fand: nämlich namentlich Jordy Bell.
Der Schlagzeuger von solch großartigen Bands wie The Creeps, Crusades, Cheap Whine (was soll das mit den „C“-Bands?) oder den Zebrassierers (immerhin ein „Z“) hat schon seit jeher an den Songs der genannten Bands mitgeschrieben und gesungen, warum also nicht mal alles alleine machen? Das ist ja heute sowieso chic, wer braucht schon nervige Bandkollegen, die einem das Bier wegtrinken.

Nach Ringo, Duncan und Bela nun also auch Jordy mit seinem Soloalbum! Yeah!

Und der Song, den man schon vorab hören darf (Young, Drunk and Stupid), geht am meisten in die The Creeps Richtung, wenn man Vergleiche aus seiner Vita heranziehen möchte. Irgendwie so ein bisschen Synthie und Pop Punk Geschrammel mit Adoleszenzproblemen eines 40-jährigen. Vielleicht doch näher an Bela, als man denkt, haha.

Hätte ich früher ziemlich abgefeiert, aber das hab ich ja schon gesagt. Und es ist immer noch ziemlich guter Pop Punk aus Ottawa, deswegen kleb ich mir das hier ja auch rein. Wäre bestimmt eine schöne Veröffentlichung bei Peter geworden (wir vermissen Dich jeden Tag, P.Trash!).

Jetzt erscheint das Album zunächst mal digital und dann auf fucking CD bei I Buy Records in Italien. Hm. Müsste es nicht I Sell Records heißen? Ach. Egal.