Slatwall – S/T Album

Heute ist so ein Tag, an dem das neue Album von Slatwall ziemlich gut passt. Obwohl, ein neues Album ist das gar nicht, sondern eine Compilation von früheren Singles, EPs und einem Demo. Das ergibt auch Sinn, denn die Band hat bereits 2013 mit „Farewell Songs“ ihr letztes Album vor der Auflösung veröffentlicht. Warum also jetzt dieses „neue“ Ding?

Wat weiß ich. Wahrscheinlich, weil sie alles mal online veröffentlicht haben wollten? Oder weil jemand Langeweile hatte? Oder weil sie Geld für Gummistiefel brauchen? Ist ja auch scheiß egal. Hauptsache, die Songs sind online, richtig?

Also bitte: 10 gute Songs, passend zum Wetter – sie nennen es selber „Rain Punk“. So klingt das halt, wenn man zu dritt Punk Rock im regnerischen Seattle macht/gemacht hat. Inzwischen sind die Leute bei anderen Bands untergekommen, von denen ich noch nie was gehört habe. Könnt ihr ja mal suchen: Nixon’s The One, 7 Year Old Blind Girl, The Snubs, Head Honcho.

Wenns mal wieder regnet.

Cleanheads – Clean CS

Australien, ey. Da kommen inzwischen immer mehr geile Bands her, die ich wahrscheinlich nie live sehen werde. Obwohl, Clowns hab ich schon öfters bestaunt und Amyl and the Sniffers hab ich knapp verpasst. Und AC-DC gibt es doch bestimmt auch noch, oder?
Aber diese Band hier, das wird wohl nix mehr mit dem live sehen. Die Cleanheads haben sich leider bereits aufgelöst, nachdem die 4 Jungs letztes Jahr erst ein 6-Song Album eingespielt haben. Mit Leuten von Helta Skelta, Cold Meat, Darling Rangers und Bamodi.

Kenn ich nichts von, sorry. Aber wenn Cleanheads eine Mischung aus all diesen Bands ist, dann werd ich mir die alle mal anhören müssen.

Machen ähnlich wie Amyl and the Sniffers eher so 77er Punk Rock, aber haben noch ein bisschen mehr Rock’n’Rotz drin. Find ich super.
Kassette ist kürzlich bei Helta Skelta Records in Perth erschienen, aber Konzerte kannste vergessen. Schade eigentlich, die klingen so, als wäre das eine Menge Spaß.

Clowns – D.I. Why Episode 1

Habt ihr eigentlich Backstage Passport gesehen? Diese „Serie“ von NOFX, in der die Band lustige Szenen von ihrer Tour gefilmt und veröffentlicht hat? Das Konzept war wohl so gut, dass sie sogar eine zweite Staffel hinterher geschoben haben. Und überhaupt scheint sich das beim Label jetzt durchzusetzen, dass man ein paar Videoschnipsel von Touren für das interessierte Publikum zur Verfügung stellt.

Die sympathischen Australier von Clowns, die ja kürzlich bei Fat Wreck ihr Album „Nature/Nurture“ herausgebracht haben, sind nun auch auf den Zug aufgesprungen und schicken sich wohl an, eine eigene kleine Serie zu machen. Der Titel ist schon mal besser als der von NOFX. Der Inhalt eigentlich auch, weil die Band besser ist, haha.

Für alle, die die Band ohnehin mögen und die 5 Verrückten vielleicht auch auf einem ihrer letzten Konzerte gesehen haben, ist das eine kurzweilige Sache. Der erste Teil zeigt ein paar Ausschnitte von der Europa Tour 2017, aufgenommen mit Smartphones. Ganz nett.

GUNN – S/T

Was uns GUNN aus Anaheim da kredenzen, ist auf jeden Fall mal mindestens interessant. Irgendwie ein bisschen dahin geschissen und schlampig präsentiert, irgendwie anachronistisch im Stile alter OC Bands durchgedudelt und runtergerotzt und irgendwie lustig oder doof im Gesamtbild.
Schön dilettantisch-sympathisch. Und damit meine ich nur die Aufmachung, denn die Musik ist schon ganz geil, sonst würde ich das ja auch hier nicht reinkleben.

Ich weiß, die Form darf nicht über den Inhalt siegen, aber nur, um das mal kurz zusammenzutragen:

  • Bei Bandcamp die Schriftfarbe „hellgrau“ gewählt, damit man nix lesen kann
  • Die 5 Songs komplett am Stück als einen hochgeladen
  • Fürs Cover ein besonders verkohltes Stück Schuh/Steak fotografiert (?)
  • Das Band Foto zusammen geschustert aus peinlichem Teenager Gruppenbild mit Knarre und Stahlhelm inklusive Helikopter-Napalm-Angriff-Hintergrund.
  • Die Webseite, die weitere Information zu der Band geben soll (ocpunks.net), gibt es nicht.

Schon geil, oder? Da ergibt das Cannabis Blatt auf dem Cover doch echt Sinn.
Auf jeden Fall gute Musik, wenn man auf Hardcore und Punk Rock aus dem Hause Orange County steht. Denn das hört man hier. Die Songs sind vor kurzem erschienen und auf keinem physikalischen Medium veröffentlicht, nicht einmal auf Kassette – nur digital.

Und den Kram kann man sich jetzt kostenlos herunterladen.

Marcus Norberg – Absolute Music EP

Das passiert also, wenn man einem Drummer die Sticks klaut und ihm eine Gitarre in die Hand drückt. Marcus Norberg, der mir vorher nur als Schlagzeuger der genialen Nightmen bekannte blonde Schwede, hat eine neue EP am Start, die er zusammen mit ein paar fleischgewordenen Enttäuschungen eingespielt hat.

Dass er bereits vorher nicht nur Holzknüppel geschwungen hat, wusste ich tatsächlich nicht – immerhin hatte er bereits eine semi-bekannte Indie Band (YAST) und eine unbekannte Indie Band mit lustigem Namen (Toi Let).
Nun also nach einer LP im Jahr 2017 die neuen Lieder unter seinem eigenen Namen. Ich finde die Beschreibung der EP vom Label so treffend, dass ich sie mal hier übernehme:

YAST, Toi Let and Nightmen’s music is made to be heard on a Saturday night, whereas Marcus Norberg and the Disappointments are there for the inevitable Sunday morning comedown.

Tatsächlich sollte man diese 4 Songs nicht auf seinen Workout-Mix packen oder vor dem „Weggehen“ auflegen, aber für die paar ruhigen Stunden, die man im Jahr so hat, ist der Kram perfekt. Poppig, melancholisch mit sehr feinen Melodien und teilweise ein bisschen seltsam. Kommt halt aus Malmö, das muss so sein. Erinnert mich bei manchen Passagen an Lee Majors‚ Top Hit „The unknown Stuntman„, falls ihr noch wisst, wer und was das war.

Life is sometimes ok and sometimes you get robbed. Does anybody care?

Gilb – Tape 1 7″

Das ist mir auch noch nicht untergekommen, dass eine Band die besten Songs ganz nach hinten schiebt. Na sowas!
Ich hab den Kram von Gilb irgendwann vor ein paar Monaten schon einmal zum Frühstück kurz gehört und mir damals gedacht, das sei aber etwas zu viel Geballer zur Mittagszeit. Ich glaub, da hatte ich nur die ersten beiden Songs gehört, was zugegebenermaßen bereits in unter 3 Minuten erledigt war.

Jetzt hat die Band das Tape 1 sinnvoller Weise auf einer Vinyl Single herausgebracht und deswegen ist mir der ganze Kram noch einmal vor die Füße gefallen, da Armin sie im Mailorder anbietet. Und Armin war auch so schlau und hat sich die ganze 7″ mal angehört und dabei festgestellt, dass der letzte Song „Bleak“ ein ziemlich geniales Stück Musik ist. Seh ich auch so – insgesamt ist die Single rückwärts gehört wirklich besser…also die Reihenfolge, nicht komplett rückwärts, versteht sich.

Gilb sind drei Leute aus Berlin, die in Bands wie Pretty Hurts oder Deltoids bereits brilliert haben. Hier geht es eher in Richtung Deltoids, aber wesentlich mehr Hardcore Punk. Und DIY sowieso, die 7″ wurde von Tilman aufgenommen, der bei der Band auch Bass spielt und das Tape wurde damals außerdem noch selbst veröffentlicht. Das Mastern haben sie Daniel Husayn überlassen und das filigrane Artwork ebenfalls aus der Hand gegeben, aber ansonsten…alles selbst gemacht.
Die 7″ kommt jetzt bei rds rec hh und ist auf 200 Stück limitiert. Schmeckt am besten zu Bier und Klebstoff.

Surrender – Hurt No More

Und da ist auch schon die zweite Single von Surrender, der neuen Band von Dave und Scott, die vorher bereits bei den Crusades ihre Genialität beim Schreiben/Singen hervorragender Melodien bewiesen haben. Die erste Single hatte ich vor kurzem hier toll gefunden und mich damals schon gefragt, warum eigentlich.
Das ist schließlich tief in den 80ern verwurzelter Synthie Pop á la Erasure, New Order oder so Kram. Tina hat das gerade beiläufig gehört und meinte dazu, das sei ja mega peinlich, so was gut zu finden. Aber sie findet es super. Das beschreibt die Band ganz gut – kann man nicht scheiße finden, obwohl der Sound eigentlich eher aus der Zeit gefallen ist und nicht so ganz zu dem Zeug passt, was man sonst so hört.
Aber wer will sich selber schon limitieren? Also, ich kauf die Platte. Zur Not schenke ich sie Tina, haha.

Post-Trash – Volume Four

Wie der Titel bereits verrät, handelt es sich hier um die Ausgabe Nummer Vier des kostenlosen Samplers, mit dem Spenden für gute Zwecke gesammelt werden sollen. Ach so, das steht natürlich nicht im Titel, äh…also zum vierten Mal Post-Trash, den Rest erklär ich später.

Zum vierten Mal gibts auf jeden Fall auch wieder eine sehr coole Auswahl von Bands, die man schon kennt und liebt (Buck Gooter, Blonde Redhead, Screaming Females, uvm.) und gaaanz viele Bands, die man/ich bisher noch nicht aufm Schirm hatte.

Für diesen Sampler solltet ihr aber wenigstens einen lausigen Dollar spenden, wenn ihr die 40 Songs downloaden wollt. Ihr könnt damit nämlich auch noch etwas Gutes tun – und zwar für RaicesTexas. Ja, schon klar, das ist eine Organisation aus Texas, die sich um rechtlichen Beistand für Einwanderkinder und -familien sowie Flüchtlinge in den USA kümmert und kein Verein aus Deutschland, der eine weitere Spur auf der A8 baut.

Aber ehrlich mal, wem ging es nicht gehörig auf den Sack, wie die Kinder von ihren Eltern getrennt und weggesperrt wurden und offensichtlich immer noch nicht wieder zusammengeführt wurden..? Diese Menschen sind leider meist nicht so reich wie ich und Du, deswegen können sie sich oftmals keinen rechtlichen Beistand leisten – aber das können wir beiden jetzt ändern!

Also hopp – ein bisschen was gespendet, tolle Musik hören und gute neue Bands kennenlernen. Weitersagen.

Pinch Points – Moving Parts LP

Welches Wort benutzt Ihr eigentlich für „Brötchen„? Semmel, Wecken, Schrippe, Rundstück? Oder wie nennt Ihr ein Limo/Bier Gemisch? Radler, Alster, Russ, Panasch? Es ist ja schon immer wieder interessant, wie man anhand von kleinen Unterschieden in der Wortwahl die regionale Herkunft von seinen Mitmenschen bestimmen kann. Und damit meine ich tatsächlich nur diese kleinen Unterschiede; dass niemand Eichhörnchenschwanz auf Bayrisch verstehen/sagen kann, der nicht dort geboren ist und dass Plattdeutsch eine eigene Sprache ist – geschenkt.

Klar ist es spannend, dass sich ein Opa aus dem Allgäu nicht mit einer Oma von den friesischen Inseln unterhalten kann, ohne dass sie beide über den blöden sich gegenüber hockenden Ausländer schimpfen, der nicht mal richtig Deutsch sprechen kann. Aber viel spannender noch finde ich die Tatsache, dass man beiläufig in einer Unterhaltung mit seinen lieben Mitmenschen plötzlich merkt, dass sie ja völlig bekloppt daherreden und falsche Vokabeln benutzen, obwohl man sie bislang für ganz normal und gescheit gehalten hatte.

In der Bibel gibt es da eine „Geschichte„, in der Leute, die das Wort „Shibboleth“ nicht korrekt aussprechen konnten, nicht nur der Zugang zu einer Stadt verwehrt, sondern die auch kurzerhand in den Jordan geworfen wurden. Sollen 42000 Menschen gewesen sein. Hach, das Alte Testament, das waren noch Zeiten, werden sich jetzt sicherlich die Bayern denken, die gerne den gleichen Test mit Zuagorasten machen würden.

Oachkatzlschwoaf Oachkatzlschwoaf Oachkatzlschwoaf, ihr Penner…verzeihung Zipfiklatscha!

Dead Broke Rekerds – Year Of The Dawg (2018)

Das Label sagt Euch sicherlich was, wenn Ihr so Bands wie Iron Chic, Canadian Rifle, Low Culture, Basement Benders oder viele viele andere gute mittelmäßige Bands Musik mögt. Letztes Jahr haben die Leute von Dead Broke Rekerds auch wieder einen Schwung an coolen Platten veröffentlicht, der Freunde von melodiösem Punk Rock Gedudel sicherlich erfreut hat. Ich muss mal eben nachsehen, Moment…Nein – ich habe tatsächlich nix von denen aus dem Jahr 2018 gekauft.

Das heißt natürlich nicht, dass hier nur Quatsch raus kam, ich hab ja keine Ahnung, das wisst Ihr doch. Und bei so zwei Releases hatte ich eigentlich schon den Finger am Mausklick-Abzug-Bestellbutton. Die Iron Chic Split mit Toys That Kill und die Radon zum Beispiel. Das ist doch solider Punk Rock. Aber ich war wohl pleite…haha.

Ja, Dead Broke Rekerds haben jetzt auf jeden Fall einen Sampler veröffentlicht, auf dem 16 Bands vertreten sind, die letztes Jahr ein Release bei dem Label hatten. Kann man sich für umsonst holen – passend zum Labelnamen. Und wer doch schon arbeiten geht und Geld verdient und gut haushalten kann und nicht mehr raucht und deswegen zu viel Kohle hat, der kann sich auch ein T-Shirt mit dem schicken Coverdesign kaufen. Schöne Sache. Bitte weitermachen, aber weniger Kassetten.