Rags – S/T CS

Sowas nennt man also Fastcore? Hm, da kenn ich aber ein paar Mädels aus der Grundschule, die schon flotter auf ihrem Cajon herumprügeln. Na, was solls. In Italien drehen sich die Uhren einfach ein bisschen langsamer, was ja auch angenehm sein kann.

Rags spielen erstklassigen Hardcore mit mehr Breakdowns als Geballer und mehr Hass im Blut und Stimme als ich Parmesan auf meine Nudeln reibe. Leider wurde beim Mastern vergessen, die Lautstärke ein bisschen anzuheben, aber trotzdem geiler Scheiß.

Noise Merchant. Auf Kassette erschienen. 8 Songs unter 10 Minuten könnte allgemein noch als superfast gelten, aber 8 Songs über 9 Minuten ist dann auch nur Mittelstrecke. Reicht für mich.

Contraband – Demo 24

Noch ein Reaper, noch ein Projekt von den Leuten, die sonst ihren Krach und die aufgestaute Wut in den Kellerräumen von Who Decides, Taking Meds, Into The Light, Such Gold, Hard To Know, Druse und vielen anderen Bands auskotzen. Geil, immer her damit.

In Rochester muss es ganz schön scheiße sein, wenn so viel Aggression und Angepisstheit dort in Hardcore Bands der Extraklasse kumuliert. Konsequenterweise haben sich die Überbringer der schlechten Nachrichten doppeldeutig einfach Contraband genannt.

Perfektes Tape für den Frühjahrsputz, wenn man sich nicht entscheiden kann, ob das noch sauber gemacht oder zertrümmert und weggeschmissen werden soll. Geiler Scheiß.

Head2Wall Records. Auf Kassette im letzten Sommer erschienen und mir irgendwie durch die geballte Faust gerutscht. Na sowas.

Spike Pit – Back 4 Revenge… On Dat Ass! LP

Bescheuertes Cover trifft auf bekloppten Titel. Da hat sich jemand an dem Cover von Slayer’s "Hell Awaits" in einer Zeichenstudie probiert und dann mittendrin eingesehen, dass die Größe der Schwerter und Äxte nicht ausschlaggebend für die Qualität des Bildes ist. Und dann war der Stift leer.

Zum Titel hat man sich von der Spotify Playlist heranwachsender Teenager inspierieren lassen und einfach ein paar Floskeln aus dem Einmaleins der Schmuddelecke des Raps zusammengeklaut.

Und dennoch oder gerade deswegen kommt die rumpelige Hardcore Punk Mischung von den bösen Spike Pit ganz hervorragend rüber und verspritzt insgesamt eine ziemliche Scheißegal Attitüde über den rotzigen Garagenboden. Krachig, laut, trashig und irgendwie Punk mit Metal.

Cleveland halt. Ganz geil.

Fuck You Records, sagt die Band ganz infantil. Keine Ahnung, ob das dann heißt, die vertreiben ihre Platten selber oder nicht? Egal. Gibts bei denen auf jeden Fall auf LP. Und digital. Aber für das Cover in Groß lohnt sich das natürlich schon, die 15$ plus Versand und Zoll zu blechen. Keine Frage.

Eliminators – B.A.S.E. CS

Falls es heute schnell gehen muss, hab ich hier ein kurzes Demo Tape von Eliminators für euch, die komplett unironisch ihre Interpretation von Straight Edge HC aus der Bay Area zusammenprügeln. Ansässig in San Francisco, haben die Vernichter die beste Medizin für euren verkaterten Montagmorgen im Angebot: keine Drogen nehmen!

Mal eben hurtig drei Songs in 4 Minuten und ein paar Sekunden Gitarrensoli, was ja für das Genre ausreichend Zeit ist, um alles Wichtige zu sagen. Zwar wiederholt sich die "message" seit 40 Jahren, aber manchen Leuten muss man ja alles zwölfmal erzählen.

Convulse. Auf Kassette letzte Woche erschienen, aber verschickt werden die erst Mitte Februar. Welch ein schönes Geschenk zum Valentinstag. Oh Shit, schon Dienstag.

Ta2reeban – صاحب الموتور بيستند عليكن CS

Richtig gute neue Band aus Beirut, die hier auf ihrer Debüt Kassette 7 Hardcore Knaller abliefert, die mal perfekt in meinen Diätplan passen. Angepisst, krachig, mid-tempo Geschrei und dann wieder zu schnell für die Polizei.

Laut eigener Aussage sind Ta2reeban unter anderem inspiriert von solchen Bands wie G.L.O.S.S. und DEMOKHRATIA, was man auch ziemlich gut heraushören kann. OK, ich kannte DEMOKHRATIA nicht. So, wie ich sowieso überhaupt keinen Hardcore aus dem arabischen Raum kenne. Diese Unwissenheit oder Ignoranz muss auch mal aufhören, die Kids haben dort ja offensichtlich einiges zu bieten.

Man versteht natürlich nichts, aber dieses Mal liegt es wenigstens an der fremden Sprache und nicht am Gesang. Übersetzen lasse ich mir das allerdings nicht, denn schon beim Titel der Veröffentlichung ist man sich nicht einig. "Der Eigentümer des Fahrzeugs ist auf Sie angewiesen" oder "Der Eigentümer des Motors beschimpft Sie." Durchaus zwei unterschiedliche Interpretationen, aber egal.
Der Name der Band bedeutet so viel wie "ungefähr", weil sie sich nicht entscheiden konnten. Find ich gut.

Wird am 01. Februar offiziell auf Kassette erscheinen. Die digitale Veröffentlichung war zwar schon im Septmeber letzten Jahres und auch eine Releaseshow war geplant, aber dann sind im Land tausende Pager explodiert.
Jetzt ist es gerade einigermaßen ruhig und die Show wird nächste Woche stattfinden. Keine Pointe.

Lexicon – Poison Head 7″

Manchmal muss es Geballer sein, wenn man es eilig hat. Garniert mit Ernte 23 Stimme und mehr Kreischen als Akkorden aus dem Gitarrenamp, haben Lexicon das Hardcore Alphabet in Form von 6 Songs auf Vinyl gepresst und dabei alles befolgt, was man so Regeln aus dem DIY Hardcore Punk weiß. Nix. Macht wach, macht Spaß mach Krach.

Iron Lung Records. Kommt auf 7″ raus, jetzt schon einmal 2 Songs anhören und die Band im Nordwesten der USA auf Tour bestaunen. Ich leg mich wieder hin.

Headcheese – Expired LP

Tolle zweite Platte von den Hardcore Kollegen aus Kamloops in Kanada. Ihr erinnert euch, an diesem Headcheese spielt der Label-Boss Eric am Schlagzeug mit und (Bullshit, sorry) hat Josh geknabbert darf deswegen auch in der Bandinfo schreiben, dass sie die schlimmste Band überhaupt und im Grunde ein Haufen Scheiße seien. Man kennt sich selber eben immer am besten, ne?

Musikalisch gar nicht mal so scheiße, sogar eigentlich richtig toll, aber eben auch die beste Anleitung trotz schönen Wetters und 50 Mark in der Hosentasche eine beschissene Zeit zu haben. Ist ein bisschen wie Alkohol. Wenn Du eh gerade aggro bist, steigerst Du Dich leicht in eine Keilerei mit der Warteschlange vor dem Metzger. Bist Du gut gelaunt und fröhlich auf dem Skateboard unterwegs, schubst Du lachend die Longboarder und Elektro-Roller-Fahrer vom Gehweg. Passt. 12 Songs für eine Viertelstunde Spaß. Cool.

Neon Taste Records. Limitiertes Vinyl ist ausverkauft, in schwarz bestimmt bald ein paar in Europa zu bekommen. Apropos abgelaufen. Wenn man diese alkoholfreien Biere lange genug stehen lässt, schmecken die leider auch nicht. Profi Tipp.

Slur – Demos 2

Kommt Ihr nicht so richtig aus den Federn, wenn es jetzt morgens erst später hell wird? Oder steht Ihr einfach nicht mehr auf? Statt einen Liter Kaffee ins Gesicht zu kippen, hätte ich hier die zweite Ausgabe von den Slur Demos, mit der man ganz wunderbar zumindest akustisch wachgerüttelt wird.

Dass man dann ein bisschen angepisst und schlecht gelaunt ist, passt ja manchmal auch ganz gut in den Tag. Wasn für ein Tag heute eigentlich? Krieg, Terror, Dummheit? Ah, Dienstag. OK.

Mit den 4 Songs, die für Hardcore Punk fast schon epische Längen von teilweise über 2 Minuten erreichen, kann man so ziemlich alle Läuse niederwalzen, die einem gerade über die Leber gelaufen sind. Slur sind wie eine heilbringende Kur durch den Gehörgang, alles wird einmal durchgespült und am Ende sind Seele und Körper frisch und frei. Es sei denn, Ihr wohnt in Indianapolis und geht Euch die Band live ansehen, dann kommt Ihr wahrscheinlich taub und kaputtgetanzt nach Hause. Aber früher haben wir dazu Spaß gesagt. Tolle Band.

Nix Label, nur digital. Wie das Demo Nummer 1 vom Februar. Wenn die in dem Tempo weitermachen und zu Weihnachten ein Album veröffentlichen, hab ich keine anderen Wünsche mehr. Außer vielleicht Vinyl. Dann mach ich das halt.

Failure To Thrive – Demo CS

Sehr cooles Demo von Failure To Thrive, die visuell einen recht niedergeschlagenen Eindruck machen, wenn man sich das Cover der Veröffentlichung mal so ansieht. Die kommen aus Wyoming und dort scheint es nicht viel zu lachen zu geben. Tut mir leid, aber der Musik gut – Hardcore mit schlechter Laune. Könnt ihr euch schon einmal in die Hamsterbacken packen für den kommenden Herbst und Winter.

Das Tape ist bei Dirtbag Distro erschienen. Die Band stammt aus Laramie (Wyoming) – das ist in etwa das Äquivalent zu Salzgitter (Niedersachsen) – kein Wunder, also.

Hase – 14 Songs CS

In der schönen österreichischen Stadt Graz geht der Geist des Kommunismus nicht nur um, der sitzt dort seit 3 Jahren in der Person von Frau Kahr auf dem Thron und regiert mit eiserner Faust anderen bürgerlichen Parteien die Hauptstadt der Steiermark.

Da sollte man meinen, in der beschaulichen Stadt mit einer über 3000-jährigen Historie geht es gemütlich und gesittet zu. Aber nein, hier tümmeln sich junge Künstler und Punks, die nichts Besseres zu tun haben, als sich in ihrer elterlichen Garage zu treffen, ein paar Puntigamer zu trinken und krachigen Lärm zu veranstalten, den sie dann auch noch Musik nennen. Fantastisch. Dieser Hase (vegan) kommt an Weihnachten auf den Tisch.

14 Songs (ach was) in überschaubarer Länge dargeboten und mit schönen Texten garniert. "Deutsch im Geist" ist ein Hit. Cool.

Phantom Records. Auf Kassette erschienen. Ich frag mich immer, wie man sich bis zu 100 Songs überhaupt merken kann, wenn man mal live auftreten will als Hardcore Band. Die spielen ja nicht nur 15 Minuten, selbst das wäre das Album zweimal durchgeeiert. Oder spielen die womöglich immer den selben Scheiß und niemand merkt das?