Pin-Up Sisters – High Wire CS

Ich verstehe diese Genrebezeichnungen nicht mehr, weswegen ich ja auch irgendwann angefangen hatte, alles nur noch als Garage Punk zu bezeichnen. Ihr könnt das gerne so kleinteilig molekular aufdröseln, wie ihr wollt, aber es bleibt am Ende Punk Rock.

Oder eben Garage Punk, wenn es ein bissle krachiger und lofi sein darf. Vielleicht fällt mir dann gelegentlich ein Metal-Pups vor die Füße und ich bemerke das nicht, oder es schmuggelt sich ein Egg-Punk Geschöpf in die Playlist, ohne dass ich das bemerke, aber das Risiko nehme ich in Kauf.

Heute zum Beispiel ist laut Etikett die Band Pin-Up Sisters aus Leeds eine Garage Punk lofi Rock Egg-Punk Band. Und normalerweise würde ich da sofort vor zurückschrecken, weil igitt Leierei, aber das hier ist ja gar kein Eiersalat, das ist einfach nur lofi Garage und ein bisschen weirdo Punk. Hm. Jetzt merk ich gerade, dass ich dafür, dass ich keinen Bock auf das Genre-Gelaber habe, ganz schön viel Genre-Gelaber veranstalte.

Lassen wir das. Gute Musik.

Noise Merchant. Die kann man auf Kassette kaufen. Und dann in eine Schublade packen.

Cammy Cautious and the Wrestlers – Criminal

Wo wir es uns gerade wieder in Australiens Pub Rock Punk n Roll Ecke gemütlich machen, warum nicht einen kleinen Abstecher von Melbourne nach Sydney unternehmen, wo Cammy Cautious and the Wrestlers den Ring betreten? War das eine Frage?

Bisschen runder geworden der Sound seit der letzten 7″ EP. Toller Garage Punk mit stoischem Basslauf und großartiger Sängerin plus knutschenden Menschen auf dem Cover. Davon brauchen wir mehr.

Auch keine Ahnung, was für ein Label diesen neuen Song herausbringen möchte. Genießt ihn digital. Cool.

The Lizzards – Cold To The Bone

Pünktlich zu den warmen Tagen kommen die Lizzards herausgekrochen und setzen sich auf den warmen Bierbauch, um das Blut zum Kochen zu bringen. Mit der weirden lofi Garage Punk Spielart der Viecher gelingt das auch ganz gut. Zumindest mir ist nicht "cold to the bone" geworden, auch wenn das vielleicht der gewünschte Effekt des neuen Albums ist. Keine Ahnung, was ich hier erzähle. Guter Garage Pub Rock und Punk. Ganz geil.

Eat Em Up Records. Digital erschienen und von den 12 Liedern ist eines ein Cover. Wer es zuerst entdeckt, erhält eine Eidechsensuppe gratis. Ok.

Jay Veil – Terrified

Schon länger nichts mehr aus Hattisburg gehört. Wurde also Zeit für ein bisschen Garage Punk, der gerade so noch eng an der Egg Punk Katastrophe entlangschrappt und mit 4 eingängigen lofi Punk Stücken unterhaltsam in den Montag startet.

Jay Veil macht seit eh und je alles richtig, dem kann man sein Geld geben, wenn man noch welches vom langen Wochenende übrig hat. Guten Start.

Braucht kein Label, ist nur digital.

Trollop – Manic Pixie Dream Violence

Hektisch sympathischer Garage Punk mit ein bissle Hardcore Geschmack. Trollop kommen aus Cleveland und mehr weiß ich nicht. Ganz geil.

Noise Merchants Records. Ein paar Kassetten gibts davon. Sind barbusige Damen auf Covern jetzt wieder in? War da nicht gestern erst was? Na sowas.

Crocodiles – Greetings From Hell LP

Nachdem die Crocodiles ihrer Diskografie nach zu urteilen die Weihnachtsfeiertage vor 5 Jahren in der Hölle verbracht haben (Christmas in Hell), sind sie wohl direkt da geblieben, haben sich häuslich eingerichtet und senden nun nette Grüße von dort in Form zweier Hände voll Power Pop Garage Punk, der eigentlich zu nett klingt für so Teufelszeugs. Ist okay.

Starten wir die Woche mal locker flockig.

Wild Honey Records. Auf pink und schwarz erschienen. Eigentlich stammt das Duo ja aus San Diego, aber Hölle soll’s wohl sein. OK.

The Tensions – Runnin' / True Lies

The Tensions aus Mont-de-Marsan ist eine der Bands, die aus drei Leuten besteht und wo der Drummer singt, während die beiden Gitarristen beim Konzert, ähm, Gitarre spielen.

Da fühl ich mich manchmal ein bisschen verloren, weil ein Sänger eigentlich stehen muss. Und ins Publikum springen und herumhüpfen, seinen Texten Ausdruck verleihen durch körperliche Präsenz auf der Bühne und so weiter. Nicht rumhocken. Ist doch klar. Unterdessen sind Snuff (bis 1992) eine meiner Lieblingsbands – soviel zu meinen Meinungen und Einstellungen.
OK, The Tensions machen melodisch bis indie-poppigen Garage Punk, der wunderbar zum kleinen Freitag passt für den Roadtrip nach Berlin zum revolutionären 1. Mai. Muss man dann halt je nach Länge und Dauer der Anreise ein paar Mal hintereinander hören, aber kann so vielleicht die nötige Aggression und Energie aufbauen, die es braucht. Mal sehen.

Ja, die zwei Songs sind alt. Man kann aber dazu einen Button kaufen, erhält zwar die Songs nicht kostenlos dazu, aber dann hat man einen Button. Im Mai kommt was Neues von denen raus, aber ich darf das noch nicht veröffentlichen. Im September dann ein Album, aber ich darf da nichts zu sagen. Komische "Medienstrategie", wenn ihr mich fragt. Aber wer tut das schon. OK.

Problem Green – Sorry I Don’t Matter CS

Sympathischer Garage Punk aus der melodischen Ecke, wo es nicht so schmutzig ist und nach Rattenscheiße stinkt, sondern wo die eingemachte Marmelade und der Apfelmus in Gläsern gestapelt stehen.

Problem Green sind vier junge Leute aus Sydney, die Probleme besingen, wie sie junge Leute vor 60 Jahren auch schon in Little Wyrley oder Rötzum erlebt haben und die eigentlich gar nicht grün klingen, sondern erfrischend Punk – nachdem aus Sydney irgendwie viel zu viel Eiersalat kam. Erfrischend. Ganz geil.

Knuckles On Stun. Auf Kassette erschienen. Wenn er Apfelmus beim Öffnen zischt, hat man Spaß beim Kartoffelpuffer essen.

The Gnomes – Magic Man

Ein neuer Song von The Gnomes aus Melbourne. Die Jungs haben in der Zwischenzeit seit Veröffentlichung des Albums im Herbst noch besser zueinander gefunden und sehen inzwischen auch alle gleich aus.

Das ist doch ein Witz, oder? Hat hier KI nachgeholfen, weil nur ein Bandmitglied zu der Fotosession zur Verfügung stand und dann hat man einfach andere Bärte da dran geklebt? Naja, sehen alle top aus.

Musikalisch gehts ein bisschen mehr in die Glam Punk Richtung oder aber in die Proto-Punk Schiene gestolpert, das könnt ihr euch aussuchen. Das "Lick", wie wir gitarrenaffinen Pöbelschreiber gerne sagen, ist an GOD angelehnt. Klingt jedenfalls so. Tolle Ein-Mann-Band aus 4 Leuten.

Hinter dem Namen vermute ich jedes Mal eine furchtbare Egg Punk Band, das krieg ich auch nicht mehr aus dem Kopf. Dabei ist das ja eigentlich nur eine erweiterte Solo-Garage-Punk Band von dem einen Typen, der sich Gnome nennt. Und dann hat klonen lassen. Weird. Aber geil.

Steht für sich. Fun Fact: Die Band trat tatsächlich bis vor kurzem unter dem Singular "Gnome" auf und hat sich dann wegen Streitereien mit Spotify einfach kurzerhand umbenannt und einen neuen Account angelegt. Bei Spotify. Muss ich alles nicht verstehen.

Söt – Dos Dies, Dues Nits 7″

Der Name lässt es schon vermuten, hier kommt Garage Pop Punk aus Spanien herangehoppelt.

Vier neue Songs von SÖT aus Lleida. Ich höre da ein bisschen Warsong heraus, aber das tu ich immer, wenn jemand Spanisch singt und dann so einen Drahtseilakt zwischen Pop und Garage Punk vollzieht. Und weil ich ignorant bin.

Sie selbst würden gerne mit Masshysteri, Red Dons und Generación Suicida verglichen werden. Deswegen "covern" sie auch erstgenannte Band mit "Histèria col·lectiva, segona part", was bei Masshysteri noch schlicht "Masshysteri Del Två" hieß, aber auch soviel wie "zweiter Teil" bedeutet. Spannend, oder? Tolle Single!

Flexi Discos, Soroll Records, Tóxico Records und Andalucía Über Alles. Auf 7″ im Juni verfügbar und jetzt schon digital zu bestaunen.