JJ & The A’s – Rhetoric Of Trash LP

Rhetoric of Trash. Der Trash Talk. Das Scheiße labern, um den Gegner zu verunsichern. Die psychologische Kriegsführung auf verbaler Art. Vertont auf dem Debütalbum der großartigen JJ & The A’s aus Kopenhagen.

Oder wo auch immer sich die umtriebigen Bandkollegen gerade herumtreiben. Zumindest für 12 Songs haben sie sich in den letzten Monaten mal in einem Studio zusammengefunden und ihre Lieblingsmelodien in Krachmatsch gepackt, mit Schepper gespickt und im Zucker gewälzt.

Das ist die beste Platte für einen Montagmorgen, wenn man noch nicht so genau weiß, ob der Nebel vor den Augen tatsächlich wetterbedingt oder ein Mitbringsel vom Wochenende ist. Sehr cool.

La Vida Es Un Mus. Auf LP, mit richtig vielen Minuten Spielzeit, am Freitag erschienen und auf grün oder schwarz zu bekommen. Wenn man Trash Talk ein bisschen googlelt, kommt man auf solch schöne Redewendungen wie "Geh scheißen Du bist an Meter neberm Kopf a no bleed. Des ko mei Oma besser." Ich muss mal mehr ins Stadion, scheint unterhaltsam zu sein.

Zero Azúcar – Antes Lo Eras Todo

Ach komm. Wo wir doch gestern schon so poppig unterwegs waren, kann man heute die Woche ruhig mit super sweetem und gleichzeitig gut verträglichem, weil zuckerfreiem Synth-Pop-Punk ausklingen lassen. Und da gibt es eigentlich keine bessere Band (aus Madrid) als Zero Azúcar.

Die Spanier dudeln souverän ihre Pop Indie Hymne herunter und versüßen den Freitag. Also mir. Das träufel ich mir in die heiße Zitrone, das hilft bestimmt. Fuck Herbst.

Erst einmal nur ein Song. Vielleicht dann irgendwann mehr. Das ist so zuckerreduziert, da könnt ihr euch am Wochenende mit Baklava vollstopfen, bis ihr platzt.

Tony Molina – On This Day LP

Hab ich schon öfter erwähnt, dass ich ein großer Fan des Tony Molina bin. Wer keine Pop Musik mag, kann jetzt den Sender wechseln.

Aber wenn man die Beatles mag und gute Melodien liebt, kommt man nur schwer an dem Burschen aus San Francisco herum. Auch jetzt wieder ist es schwierig, die ersten paar Songs des neuen Albums nicht sofort ins musikalische Herz zu schließen und sich zu fragen, warum eigentlich manche Leute immer wieder denselben Song schreiben können, ohne dass er langweilig wird. Toll.

Ich weiß noch gar nicht, auf welchem Label die erscheint. Aber man kann sie jetzt vorbestellen und ganz fix noch die Flexi mit dazunehmen, auf der "Dear Nellie Goodrich" von The Kaleidoscope und Nico’s "Somewhere There’s A Feather" gecovert werden. Kommt im November und ich freu mich drauf.

Rat Cage/Gefyr – Split 7″

Wenn einem das melodische Hardcore Gewitter von Rat Cage aus Sheffield einfach nicht mehr in der morgendlichen Euphorie über den neuen Arbeitstag ausreicht, kann man sich jetzt die vier Jungs von Gefyr aus der Krachmacherstraße in Hudiksvall mit dazu holen und eine doppelte Portion akustischen Aggressionsabbau in die kochende Blutbahn fließen lassen.

Wie schon häufiger erwähnt, ist die Split Single ohnehin das beste Format der Welt und auch hier kann man nichts falsch machen, außer, 3 Monate zu spät darüber zu berichten. Sorry Guys, ausverkauft.

Erste Hälfte digital:

Zweite Hälfte digital:

Zusammen ergibt das eine formschöne 7″ Vinylscheibe, die bei Flyktsoda Records in Schweden (grünes Cover) und Bunker Punks (blau) in den USA erschienen ist. Die Sammler können aber immer noch beide Versionen via Discogs zu okayen Preisen ergattern, wenn es sein muss. Ich brauch das auf auf meinem Telefon, um den Bus zu beschallen, somit reicht mir die digitale Version (bunt).

Pegamento – Demo Instantanea CS

Schöner Garage Punk mit einer Portion extra Dudelei aus der Gitarrenschule für unmotivierte Zeltlagerbetreuer. Pegamento aus Granada zaubern mit voller Absicht in ihren vier Songs hin und wieder richtig schöne Melodien aus dem Cordobeser Hut. Kann man so machen. Bin krank, leg mich wieder hin.

Digital schon im Mai erschienen und jetzt auf tausend Labels auf 100 Kassetten veröffentlicht. Mit dabei sind Polze De La Mort, Chicken Attack Records, Andalucía Uber Alles, Nunca Nada und Poder Adolescente, wenn ich das richtig sehe. OK. Gute Besserung.

Mercy – S/T EP CS

Ein Prosit der Vergnüglichkeit auf unseren öffentlichen Personen- und Haustier-Nahverkehr!
Die Bahn lässt hin und wieder einfach mal irgendwelche Züge mit Absicht ausfallen, damit sich das in der Statistik positiv niederschlägt, weil ausgefallene Züge nicht zu spät kommen können und das Deutschlandticket wird jetzt so teuer gemacht, dass man eigentlich gar nicht aufs Auto verzichten braucht, die Leasingrate für den neuen E-Panzer ist ähnlich hoch.

Sind die alle noch besoffen? Wie war das noch mal mit der Verkehrswende gedacht? Pfft.

In New York City ist das kein Thema, die haben andere Probleme. Dort werden Abgeordnete und normale Menschen von der Einwanderungsbehörde verhaftet, weil sie gegen die Einwanderungsbehörde protestieren. Alles ganz normal. Passend zur Stimmung ein paar O-Töne von ortsansässigen Hardcore Tölpeln Mercy:

Sound Grotesca. Kommt wohl auf Kassette, aber digital reicht das auch erst einmal. Bei mir fährt die lokale Regionalbahn sowieso nur, wenn der Lokführer nüchtern genug zur Arbeit erscheint, was offensichtlich nicht allzu häufig der Fall ist. Cool.

The Big Idea – Half A Dozen 12″

Wenn man am Wochenende mal wieder ein bisschen mehr Zeit hat und sich lieber einem gitarrenlastigen Post Punk Experiment als dem halsbrecherischen Hardcore Geknüppel der Werktage widmen möchte, kommen The Big Idea aus Paris wie gerufen.

Zwischendurch lärmen die Kinder zwar auf einer Tröte herum und Haustiere laufen über das Schlagwerk, aber alles in allem kann man hier sehr entspannt einem mehrstöckigen Soundgerüst lauschen, das sich über Kopfhörer besonders eindringlich in den dicken Brunchbauch einnistet und dort eine wohlige Wärme abgibt.

Feine Sache, ohne Fisch.

Howlin Banana Records. Kommt im Oktober auf 12″ heraus. Limitiert und rot. Wahrscheinlich nur 6 Stück, also ranhalten.

Night Talkers – Out Into The Night 7″

Manchmal reicht ein kleines Riff (oder ist das dann ein Lick?), um einen Song ins kollektive Bewusstsein meiner zahlreichen Persönlichkeiten einzubrennen.

Hier wieder so geschehen mit "Out Into The Night" von den Night Talkers aus Nashville. Die machen Rock’n’Roll mit Garage Punk, weil man keine andere Musik in der Stadt spielen darf und irgendwie machen sie das Beste daraus. Straight, melodisch, bissl rotzig, bissl poppig. Passt.

Sweet Time. Erscheint demnächst auf 7″. Limitiert auf 300 Stück und in cokebottle michglasdreckvinylfarbe. Das Cover ist von der Kinderbuchillustratorin Katie Turner gestaltet. Auch schön. Danke.

Find Out – Tools Of War CS

Bevor das hier in die poppige Belanglosigkeit abdriftet, reißen wir das Steuer mal geschwind herum und lenken den Karren in den Abgrund der Hardcore Monotonie.

Find Out aus Durham in North Carolina vermengen alle Zutaten der Hardcore Küche, die man so auf dem Boden findet, und mixen daraus einen schmackhaften Matschlump, den man sich wunderbar in die Ohren schmieren kann, um den heulenden Kanzler nicht mehr ertragen zu müssen. Nix Neues, aber hilft.

Demnächst in Deutschland auf Tour mit dem Support von Come In, bei der sie durch die leerstehenden Parfümerien in den grauen Innenstädten der Republik tingeln. Ha.

No Time Records. Im Original digital bereits Ende Juli – aber auf Kassette erste einen Monat später erschienen und mit fast 7 Minuten Spielzeit bei 4 Songs ist das ja fast schon Indie. Mit Leuten von Dogs Eyes, Skrimport, Sibannac, Casta & Logans Circle. Kenn ich alle nicht. OK.

The Gnomes – S/T LP

Was sich bei uns wie das letzte Aufbäumen des Sommers anhört und anfühlt wie die musikalische Reminiszenz an heiße und unbeschwerte Strandtage oder Kioskabende oder Freibadnächte aus den letzten Monaten, ist im Heimatland der Band lediglich der Auftakt in die wärmere vorweihnachtliche Waldbrandsaison.

The Gnomes aus Melbourne dudeln eine locker leichte Power Pop Prise in den australischen Winter hinein und erinnern dabei an Bands wie Bishops (kennt die noch jemand?), die sich auch schon (wie tausend andere Bands) an den Beatles und Kinks vergangen haben und mit dem Charme der 60er Jahre Leichtigkeit vermeintliche Hits wie von einem mechanischem Förderband in einer Fabrik, ähm, fabrizieren. Ganz cool.

Dog Meat Grown Up Wrong. Kommt auf zwei unterschiedlichen Farben auf Vinyl im Oktober raus und auf CD auch. Die ist silber. Zwei Songs kann man sich vom kommenden Album schon einmal anhören und sich dazu einen Schnurres wachsen lassen, scheint obligatorisch zu sein.