Computer – Zero 12″

Computer – eine recht minimalistische Emo Punk Band aus New York.

Diese vier bis fünf Songs sind mit über drei Minuten natürlich viel zu lang für die Aufmerksamkeitsspanne eines durchschnittlichen Garage Punkers, also lasst das gerne links in der Schublade liegen und holt den arty farty Kram dann nur für eure avantgardistischen Freunde auf den Cocktail-Parties raus. Die wissen, was damit zu tun ist.

Ich zwar nicht, aber ich mag so Zeugs dennoch sehr gerne. Das passt wunderbar zur analogen Computerarbeit.

Counter Intuitive Records. Auf 12″ erschienen in Pink und Swirl und Kassette und CD und so weiter. An diese Steckdosen werde ich mich nie gewöhnen, aber muss ich ja zum Glück auch nicht.

Cheap Perfume – Don’t Care. Didn’t Ask LP

Einen Monat nach Veröffentlichung ist diese Kapitalismuskritik auch bei mir angekommen. Die müssen ein bisschen mal an ihrer Vermarktung arbeiten. Ha.
Feminist Punks Cheap Perfume machen eingängigen Riot Grrl Punk Rock, der jeden Montagmorgen zu einem frustrierenden Erlebnis werden lassen kann mitgebracht unkonzentriert müde. Hä? Ah. Ok.
So gesehen doch noch pünktlich angekommen.

Snappy Little Numbers. Auf drei verschiedenen Farben in unterschiedlich stark limitierter Version erschienen. 100, 200, 300. Ich glaub, ich kann ein billiges nicht von einem teurem Parfüm unterscheiden. Will das aber auch nicht ausprobieren. In dem Eingangsbereich von Parfümerien beschleicht mich immer so eine gewisse Ohnmacht. OK.

N.E. Vains – Running Down Pylons LP

Testet ihr jetzt auch eure Atomwaffen wieder vermehrt, wenn die USA das machen? Zur ähm, Sicherheit und Abschreckung und ähm, Testzwecken halt.

In meinem Keller haben die Bullen nämlich den Geheimraum mit dem "Museum" nicht entdeckt und die Dinger da immer nur im Planschbecken herumliegen zu haben, ist auch langweilig. Kawumms.

Nicht so viel Kawumms, aber setzt ähnlich viel Energie frei. Falls ihr Bock habt, auf euren Halloween Parties oder Reformationstagszelebrationen oder Allerheiligengelagen auch ein wenig Rock’n’Roll zu feiern, dann greift zu der neuesten Ausgabe der N.E. Vains. Alte Bekannte und bekannte Alte machen zusammen Musik, weil mal Lockdown war und aus Versehen entstehen ein paar tanzbare Hits und aalglatter Punk Rock. Das Schiff steuert manchmal Richtung Misfits und manchmal Richtung rotziger Punk Rock’n’Roll aus der Garage (1000 Bands einfügen).

Drei Lieder kann man schon einmal jetzt hören, den Rest dann nächste Woche. Sehr cool.

Big Neck Records. Erscheint auf Raucherhustenauswurf-Vinyl. Hübsch. Fun Fact: N.E. steht einerseits für  Bandmitglieder aus New England und andererseits für einen Kanadier (North Eastern).

Bashford – Wannabe LP

Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich das ernst nehmen oder als Coverband abstempeln soll. Bashford aus Madison machen seit 8 Jahren hervorragende Grunge Punk Musik für Leute, die noch nie Grunge Punk oder Musik aus dem letzten Jahrhundert gehört haben. Dann ist das cool. Ansonsten ist das eine Mischung aus 90er Jahren Nirvana Klonen und MTV Rock Award Wannabes (haha).

Kann man machen, ist nicht besonders originell, aber wenn ihr euch heute Abend in die kuschelige Decke der Ignoranz und Nostalgie wickeln möchtet, den Kamin oder den Schreibtisch anzünden wollt und ein Herbstwochenende mit dem Nachtrauern über eure Jugend verbringen möchtet, dann ist das hier wohl der Soundtrack zu alten Zeiten in neuen Gewändern.

Eigentlich fallen mir gerade mehr Gründe ein, das nicht zu posten, aber jetzt hab ich schon so viel geschrieben und das halbe Album gehört. Die Gehirnzellen sollen ja auch nicht umsonst gestorben sein. Also bitte.

Big Neck Records. Theoretisch ist das ja möglich, dass hier 3-5 Leute um die Mitte Zwanzig aus dem Quark springen und denken, sie würden ganz tolle und kreative Songs aus dem Loft (oder wo die Millenials jetzt alle wohnen) in den nordamerikanischen Äther blasen. Nur, wer soll das glauben? Auf buntem Vinyl erschienen.

Screen Star – Cop City CS

Falls ihr so gar kein Französisch versteht und euch immer schon gefragt habt, wie sich wohl CUIR auf Englisch und mit einer gezähmten Version des Synthies anhören würde, könntet ihr jetzt die neue Screen Star Kassette in dem Walkman vergraben. Rotziger Garage Punk aus Nashville mit Synthetik. Ganz geil.

Knuckles On Stun. Auf Kassette erschienen. Die deutsche Äquivalenz zum Titel wäre dann wohl Der Bulle von Tölz. OK.

Bad/Dreems – Shadowland Video

Man muss natürlich auch eingestehen, dass Wetter immer relativ ist. Während wir hier im Herbst herumeiern, tanzen auf der anderen Seite des Erdeis die Bienen auf den Blüten ihren Popotanz und riesige Giftspinnen krabbeln aus dem Klo. Es ist nicht alles schlimm. Zum Beispiel ein neuer Song von Bad//Dreems. Schüttet ambivalent Wärme ins Herz.

Nächste Jahr folgt ein Kurzfilm und soweit ich weiß, ist auch schon das neue Album bei Gregor geplant, aber psst.

Will Lawrence – Rooftops In The Centerfold LP

Aufgestanden, rausgeschaut und zurück ins Bett gewälzt Musik für den Tag ausgewählt.
Es kann immer in die eine oder in die andere Richtung gehen. Was machen wir? Hardcore oder EmogeheuleIndiePop? Heute so – Will Lawrence mit stimmungsvoller Begleitmusik zum Herbst.

Sophomore Lounge. Auf LP erschienen. Immerhin kein Winter.

Lo-Fi Florida³ + 1

Gnats zum Beispiel. Tolle Band, hier werden sensationelle Melodien versteckt in einem sympathischen Garage Punk Krach. Mehr musikalische Schaf-Schönheit im Wolfspelz gibts nicht. Toll.

Oder hier, Starburst aus St. Petersburg. Die machen Noise Pop Punk aus der gefliesten Kellerscheune und sind jung und brauchen das Geld. Prima.

Auch toll – The Icks. Noch ein bisschen krachiger und viel mehr lo-fi will ich mir selber auch nicht zumuten, aber die Großartigkeit der Band überwiegt dem scheppernden Lärm und die gute Laune sprüht aus jeder Ecke der Miami Band, die leider im Stadtparkklo ihren Proberaum hat.

Was? Wie viel lo-fi ist zuviel lo-fi? Das hier. Der Leierkasten von Wacky Star aus Miami überspannt den Bogen. Könnte coole Musik sein, aber klingt halt nach meinen Proberaumaufnahmen aus der Grundschule, als wir noch mit einem schnöden Kassettenrekorder alte ALF-Kassetten mit unserer "Musik" überspielt haben.

Nee. Das ist heutzutage albern. Punk, aber albern.

Gaua – Transmutación 12″

Auch schon alt. Eine EP aus dem Jahre 2022 von Gaua, einer Mädels-Band aus Barcelona, die mich ein bisschen an die Hot Toddies erinnert. Mehrstimmiger Gitarren Pop Garage Punk mit schönen Melodien. Nur halt auf Spanisch. Sie selber bezeichnen das als Ritual Pop und ich verstehe es noch weniger als Spanisch, aber die Musik gefällt mir.

In my heart empire, La ciudad mata, Dê o Fora, Flexi Discos. Auf 12″ erschienen, hätte auch auf ne Single gepasst, aber die sind high-end. Vielleicht ist das ein passender Soundtrack für die rituelle Halloween-Kinder-Schokoladen-Verköstigung?

Alle Mann an Bored?

Alter Kram. Falls euch langweilig ist, solltet ihr euch mal die Videos vom 2024er "Nice Day To Go To The Club" Festival anschauen. Das Beste aus australischem Garage Punk Rock auf einem Haufen, perfekt abgemischt und gut gelaunt. Mit dabei waren Pist Idiots, Bad//Dreems, Stiff Richards, Pretty Littles, C.O.F.F.I.N., S.U.G.A.R. (Berlin) und viele mehr. Ziemlich toll.

In Anlehnung an den Song von den Cosmic Psychos "… to go to the pub", haben zwei Jungs das Festival aus dem Boden gestampft, um dem Fußballclub der Stadt ein paar Spenden zukommen zu lassen. Im Gegenzug dürfen die Bands die Spielfläche nutzen.

Sieht großartig aus, hört sich super an, macht Spaß. Die machen vieles richtig.

In diesem Jahr haben unter anderem CIVIC dort gespielt. Nächstes Jahr fahr ich hin. Wer kommt mit?