Eastern Syndrome – Brain Driller CS

Eastern Syndrome. Neue Band aus Berlin, die sich nach einer langen Nacht im AGH in der KØPI 137 zusammengefunden hat und anstatt nach Hause zu stolpern, haben sie ihre verklebten Augen und Nasen in den Proberaum geschleppt und ein bisschen mit dem Halleffekt herumgespielt.

Auf einmal waren 5 Songs aufgenommen, die aus den 80ern direkt in die müden Tanzbeine drängeln und mit einem charmanten anarchisch-hippiesken 80er Geschmack den Sonnenaufgang versüßen. Toll.

Kassette kommt bei Brainwasher Records in den nächste Wochen heraus, das digitale Demo ist am Freitag bei der Band erschienen. Love, Peace & Anarchy 🙂

Taxi Girls – Coming Up Roses

Sommer, Sonne, Kaugummi. Scheint es auch in Montréal zu geben, denn zumindest der Sound der drei Mädels von den Taxi Girls erinnert an die unbeschwerliche Zeit, als ein verklebter Magen und Darmverschluss als Konsequenz aus dem Verschlucken von Kaugummis noch zu den schlimmsten Dingen gehörte, die meine Eltern mir prophezeit hatten. Heute passt der poppige Punk auch ganz wunderbar zu Planschbecken auf dem Balkon mit Bier und Flutschfinger. Macht was draus.

Auf Vinyl bei Wild Honey Records in Italien und auf Kasstte bei Dirt Cult Records in den USA. Digital hier zu bestaunen und live in Kanada. Verrückte große Welt.

New Adults – Listen To New Adults CS

Zum Ende des Jahres wurden noch einmal saftige Strafen auf europäischen Straßen eingeführt, damit sich das Rasen auch wirklich nur noch die Besserverdienenden leisten können.

In Italien und Tschechien sollte man in Zukunft also nicht mehr während der Fahrt aufs Telefon glotzen und masturbieren, die haben die Preise ordentlich angezogen. In Schottland hingegen kann man immer noch am meisten saufen, bevor man mit seinem Defender über die Wiesen holpert und ein paar von diesen komischen langhaarigen Rindviechern umfährt, die eh nix sehen, weil ihr Pony vor den Augen hängt. Falls ihr also während der Feiertage eure Familien im Umland besuchen fahrt, denkt daran…

Andere nützliche Tipps von erwachsenen Menschen geben euch die New Adults aus Leipzig auf ihrem neuen Album. Garage Punk mit künstlichem Hall auf dem Gesang, natürlichem Geschepper von den Becken am Schlagzeug, eierverzerrter Gitarre aus der Blechdose und charmanten Melodien aus der Traumfabrik der sächsischen Idylle. Gebannt auf 9 Songs in tatsächlicher Albumlänge. Vielleicht ist das ja ein schöner Soundtrack für die Heimfahrt?

Flennen & U-Bac. Falls ihr nach Polen fahrt, könnt ihr euch dort hinter der Landesgrenze direkt von der Gurtpflicht befreien, das ist spottbillig und paart sich wunderbar mit dem Rasen, das hier auch noch für den Normalbürger erschwinglich ist. Viel Spaß.

Amusement – Holding On 7″

Amusement aus Portland kommen einfach mal 30 Jahre zu spät zum Klassentreffen der melodischen Emo Punk Rocker, das von Jawbreaker und Konsorten einberufen wurde. Naja, macht nichts. So dient die neue EP als perfekter Soundtrack für das Jahrgangstreffen oder die Reunion im Jahre 2024/2025.

Dirt Cult. Kommt am 1. März auf 7″ Vinyl heraus und man kann jetzt schon vorbestellen, wenn man den einen Song mag und die restliche schwarze Katze im Sack kaufen möchte.

Brabrabra – Danger! Danger! Danger! CS

Während meiner Studienzeit hatte ich mal eine Bekannte, die hieß auch Barbara. Supernette Frau, wir haben einen tollen Abend im äh, keine Ahnung, verbracht und getrunken und gelacht und über Musik gefachsimpelt und vielleicht dann später noch einmal getroffen und das gleiche gemacht, oder so, keine Ahnung mehr, ist lange her. Wie es der jetzt wohl geht? Hm. Ich hoffe, sie hat ein tolles Leben. OK.

Die Berliner Mädels von Brabrabra spielen auf ihrem neuen Album seltsame Musik, die zwischen Pop und Rock und Wave hin und her tingelt und am besten einfach ins Fach unter "Experiment" sortiert werden könnte. Ich mag sowas, das lullt ein und schreckt im nächsten Moment wieder ob der Dissonanz auf, lässt aktiv zuhören und die Emotionen reichen von Hä bis Oha und Hm. Ein größeres Spektrum hab ich aber auch nicht.

Obgleich der Titel eine gewisse Gefahr suggeriert, sind die 11 Songs komplett harmlos, aber irgendwie ganz cool.

Kitchen Leg Records. Auf einer limitierten Kassette erschienen. Also auf mehreren. Schönes Wochenende.

D.I.V.A. – S/T CS

Da haben ein paar Leute aus Kansas City einen Sack voller Verzerrer gefunden und kurzerhand sämtliche Instrumente inklusive der malträtierten Stimmbänder noch zusätzlich durch den Deformator gejagt, um 4 recht eingängige Songs auf ein leierndes Magnetband zu kleben. Das nennt man dann Punk D.I.V.A. und fertig ist der neue heiße Scheiss. Kann man so machen.

Dirtbag Distro. Am 6. Dezember vom Nikolaus in die Stiefel gekackt.

Liquids – Abcess/Water It Down

Ich hab neulich im Razorcake eine Werbeanzeige für einen Radiosender bzw. eine Radioshow gesehen, in der darauf hingewiesen wurde, was man da so erwarten könne. "Garage Punk" und "Regular Punk" würden dort geboten.

Da stellt sich die Frage, was das denn nun wieder sein soll. Regular Punk. Das klingt ja im Vergleich zu den vielen anderen Ausschmückungen des Punks (Skate, Post, Street, Oi, Hardcore, Folk, Ska, Horror, etc…) irgendwie so nach 08/15. Und wenn man mit Punk mal irgendwas bezwecken oder meinen wollte, dann jawohl bestimmt nicht, regulär zu sein.

Aber was solls, im Grunde ist es ja auch total egal und man sollte sich nicht im Subgenre-Dschungel oder in semantischen Irrgärten verrennen.
Da lob ich mir die Liquids aus Indiana, die ganz einfachen, äh, schrägen Punk Rock mit unterhaltsamer und melodieverliebter Note aus dem Kasten zaubern. Hier wieder zwei Exemplare.

Werbung funktioniert offensichtlich. Kann mich aber leider nicht an den Namen erinnern. Vielleicht reiche ich das noch nach. Gut.

Klavo – Demo CS

Bei uns vor der Tür hat der politische Endgegner doch tatsächlich versucht, Wahlkampf zu betreiben. Zumindest hat mir das Tina erzählt, als sie vom Markt zurückkam. Ja, die Frau geht auf den Markt, während ich nicht.

Folgender Dialog entstand daraus am Frühstückstisch: "Puh, die haben aber einen schweren Stand." "Wieso, will keiner was von denen geschenkt bekommen oder mit denen reden?" "Nein, ich hab versucht, den umzuwerfen, aber die haben einen ziemlich schweren Stand." Schön, hin und wieder daran erinnert zu werden, die richtige Partnerin ausgewählt zu haben. 🙂

Den Soundtrack für euren handgreiflichen Wahlkampf liefern Klavo mit ihrem Demo und den ersten 3 Songs zum Thema Politik. Kann man zumindest so herauslesen, wenn man will. Ansonsten sind die fünf Berliner musikalisch zwischen 70er Jahre Rock und Hauptstadt Garage Punk gefangen uns basteln sich daraus eine quietschfidele Mischung, die wunderbar als Farbtupfer in den grauen Alltag eingebettet werden kann. Ganz geil.

Roachleg Records. Beim Label in New York City ist die digitale Version für 3 Dollar zu bekommen, während die gleiche Version bei der Band kostenlos zur Verfügung steht und die Kassette bei den Konzerten und Berliner Plattenläden für 10-12€ über die Theke wandert.
Der Name Klavo bedeutet im übrigen auf Esperanto so viel wie "Taste" (something you press to operate, as on a piano or other keyboard). Aha.

Gull House – Gull House I 7″

Die Grenzen von Punk Rock, Garage Punk und Rock’n’Roll sind fließend auf dieser feinen Debut Single von den Leuten aus Diest in Belgien. Gull House haben Bock und hauen mal eben 5 perfekte Mischungen aus der Ambivalenz von Erdbeereis und Möwenscheisse in die Saiten und auf die Becken, dass es eine wahre Freude ist.

Wer schon einmal mit einem dieser furchtbaren Viecher um sein Käsebrot gekämpft hat, weiß eigentlich auch, dass man denen kein eigenes Haus baut, aber vielleicht sind die Leute von Gull House irgendwelche krassen Tierschützer oder so. Wer weiß. Ich glaub aber nicht, dass es in Diest überhaupt solche Vögel gibt? Egal.

Die Single ist mit einem hübschen Cover verziert, das obendrein noch handgestempelte Labels hat. Der Stempel soll eine Möwe darstellen. Die Obsession mit diesem Tier verstehe ich nicht, das ist aber auch nicht so wichtig. Geiler Scheiß mal wieder aus Belgien.

Ronny Rex. Auf Vinyl Single erschienen. Die digitale Version ist schon 3 Monate alt. Sorry, not sorry. Wenn ihr tagesaktuell über Neuigkeiten aus dem Punk Rock Universum informiert werden wollt, müsst ihr zu Leuten mit mehr Ahnung gehen (Groschi, zum Beispiel).

EVA – II 7″

Für Fans von aufdringlichen Bassisten ist hier eine wunderschöne Single erschienen, um die sich gleich 3 Labels gekloppt haben.

EVA aus Granada und Bristol zaubern auf ihrer zweiten Veröffentlichung einen zauberhaften Post Punk bis Dark Wave Spaziergang über den nächtlichen Dorffriedhof und lassen dabei mit schaurig schönen Melodien die Knochen gefrieren. Oder wars Blut? Egal, ist kalt draußen.

Viel Hall, viel the Cure gehört – ihr kennt das Konzept. Dafür, dass zwischen den beiden Städten/Menschen/Gruften ca. 2000 Kilometer liegen, haben sie sich eigentlich mit 4 Jahren zwischen den Veröffentlichungen ordentlich beeilt. Cool.

Flexidiscos, Andalucia Über Alles, Chicken Attack Records. Auf einer schwarzen Single erschienen und mit einem Siebdruckcover geschmückt. Passt geknickt in jeden Stiefel zum Nikolaus.