Various Artists – Take O Rama CD

Throwback Thursday, sagen die Leute. Na dann.

Damals, als das Internet noch nicht die Welt mit zu viel guter und viel mehr schlechter Musik vollgekotzt hat, wusste man oftmals gar nicht, was der Lümmel aus dem Nachbarsdorf so treibt. Also musste man sich selber bilden. Entweder durch die Linernotes der letzten guten Platte, auf denen dann die Thank-You-Liste akribisch nach den nächsten Lieblingsbands durchforstet wurde, oder auf den heißgeliebten Split-Singles von dem letzten Distro-Stand auf dem Konzert, auf deren B-Seiten vielleicht die nächste tolle Band versteckt war.

Oder eben anhand von Compilations, wir nannten sie Sampler, auf denen tausende gleiche Bands vertreten waren, die man vielleicht auch mögen könnte. Einer dieser Sampler war der Punk-O-Rama von Epitaph Records (Nicht zu verwechseln mit Rock-O-Rama, dem größten Vertrieb für Rechtsrock Bands aus den 80ern). Die erste Ausgabe kam 1994 raus (oder 1995, man ist sich da nicht so einig) und enthielt Bands wie Bad Religion, NoFX, Offspring usw. – ein guter Einstieg also in die Eintönigkeit, die man als Jugendlicher so braucht.

Diese Punk-O-Rama CDs waren gern gesehene Gäste auf den ersten Partys und den Skate-Sessions am Nachmittag, versprachen sie doch ein wenig Abwechslung (nope) und konstante Beschallung von verschiedenen Bands, ohne die CD umdrehen zu müssen. Und das Cover sah auch kacke aus. Loose Loose.

Ziemlich genau so, wie es Take The City Records nun ebenfalls zelebriert. Keine Ahnung, ob so eine Compilation heutzutage noch Sinn ergibt oder Anklang findet, aber ich hatte heute nichts Anderes vor und kleb mir hier 29 Skate Punk Pop Plunder Rock Songs rein. Vielleicht ist ja was dabei.

Take The City Records. Auf CD erschienen. Ich habe nie einen solchen Rama-Sampler besessen. Ich glaub, die CD, die ich am häufigsten mitgebracht habe und die dann nie gespielt wurde, war der, ähm, Dings. Mordam Records 1999 auf einer Doppel-CD mit 48 Songs von Men’s Recovery Project über Turbonegro, Clikatat Ikatowi bis Jets To Brazil und J-Church. Muss ich mal suchen, da war cooler Scheiß drauf.

The Snags – White Russians In Kreuzberg 7″

The Snags aus Berlin. Alles daran erinnert an früher. Der Song klingt wie eine Mischung aus Briefs und Cyanide Pills, also Bands, die ihrerseits bereits in der Mottenkiste des 77er Punks gewühlt haben.

Der Titel verspricht einen Sahne-Drink mit Kaffeelikör, der schon unseren Omas (und dem Dude, natürlich) im Bart kleben geblieben ist. Naja, manch einer kann einfach bestimmte Sounds immer und immer wieder hören, ohne dass sie langweilig werden.

Oder, wenn die Buzzcocks LPs aus Deinem Regal alle durchgelutscht und auswendig gelernt sind, kannst Du hier ein paar Kopien von Kopien der Kopie genießen. Für die einen ist es der Beweis, dass Punk wirklich not dead und für andere, dass Innovation dem Genre nicht gerade inhärent ist. Ich bin zwischen beiden Stühlen ausgerutscht und hingefallen. Cool?

Take The City Records. Kommt auf 7″ Größe heraus. Ich hab in Kreuzberg lieber Bier, Russisch Koks und Polnische Rakete getrunken, aber ich bin auch ein Hinterwäldler. Cheers.