The Exbats – My Dinner With Crumar LP

The Exbats haben ein neues Instrument für sich entdeckt und spielen damit ein bisschen herum. Den Crumar Orchestrator. Der Name klingt ein bisschen wie etwas, das sich James Cameron in seinen Folterkeller stellen würde.

Das Gerät klingt ein bisschen wie ein Synthie mit Orgel- und Pianofunktion. Oder umgekehrt. Ein String Synthesizer, soso. Da knarzt und pupst es manchmal, dann quietscht und spielt es wieder schöne Harmonien, zu denen Inez mehrstimmig ihren Gesang zaubert. Das wirkt direkt ein wenig erwachsen. Warum auch nicht, die Band gibt es seit 16 Jahren und in der Zeit ist vielleicht auch der eine oder die andere gewachsen. Man bekommt das, was drauf steht – die Melodien und Gesangslinien sind eindeutig Exbats, nur ein bissl weniger folkig.

Kann man so machen, find ich toll.

Die machen das selbst und 300 limitierte Platten sind demnächst erhältlich, aber denkt an Porto und Zoll und Steuern. Sechs von zwölf Songs kann man hören und ich glaub, ich hab auch mal Gitarre und Schlagzeug gehört, wenn der Synthie heiß gelaufen war. Cool.

Why Bother? – A City Of Unsolved Miseries LP

Hey, da lauert ja eine neue Bankenkrise am Horizont. Hab ich gehört. Also eigentlich kann man sich deshalb sicher sein, weil der Finanzminister sagt, dass in Deutschland alles easy sei. Wissen wir ja alle. Die Banken haben nix miteinander zu tun. So ein Finanzmarkt ist ausschließlich auf ein Land ausgerichtet, deswegen haben wir ja auch die D-Mark. Schnell alle zum Geldautomaten und die 67,23€ abheben, bevor es zu spät ist. Das sind immerhin über 130 Mark. Kann man, äh, ins Kissen stopfen?

Andererseits hab ich heute Morgen 2 Tonnen Uran im Kofferaum gefunden, damit ist die Energiekrise für mich auf jeden Fall vorbei, den gelben Kuchen kann ich direkt in die Heizkraftanlage werfen und hab Strom für die nächsten 2 Millionen Jahre. Wer braucht dann noch Geld?

Ach so. Musik! Es kommt eine neue LP von den Kellerkindern Why Bother? heraus. Das dritte Album in drei Jahren. Da sieht man mal, was man alles schaffen kann, wenn man sich nicht mit solch nervigen Dingen wie Werbung oder Liveauftritten oder Social Media auseinandersetzen muss.
Die vier Freunde hocken einfach in ihrem Kellerloch, basteln am Synthie und dem best-of-Sound von Thirteenth Floor Elevator und zaubern daraus 13 eigene neue Stücke, die mit Sicherheit wieder irgendwo zwischen Garage Punk und Psychedelic Post Synthie Punk landen. Keines Ziel, aber kann man schaffen. Ein Song jetzt, der Rest dann am Ende des Monats. Cooler Scheiß.

Feel it Records. Mit "Prowlers In The Night" hat sich auch ein Cover eingeschlichen. Ein Hit aus den späten 70er Jahren von Craig Lee, der damals bei The Bags Gitarre spielte. Auch schon tot. Mann Mann.