Mirage – S/T LP

Die zweite Hälfte des Jahres beginnt vielversprechend. Euer Benzin und Diesel kostet jetzt doppelt so viel, weil ihr in den Jahresurlaub fahren wollt. Selbst schuld, könntet ja auch umweltbewusst fliegen. Schließlich ist das Bio-Kerosin jetzt günstiger, das klimafreundlich aus den Zukunftsträumen von kleinen Kindern gewonnen wird.

Die Zölle werden angepasst (keine 150€ Freigrenze mehr) und für jeden Produkttyp, den man außerhalb der EU-Grenzen erwirbt, muss man mal eben pauschal mind. 3€ bezahlen. Also CD, LP, Shirt, Button, Aufkleber, 7″, Tape machen zusammen schon einmal 21€ nur an Zollgebühren, haha.

Als Konsequenz dann bitte alle einfach hier bleiben und europäische Scheiße von deiner gestiegenen Rente auf dem Binnenmarkt kaufen. Und wenn du das Pech hast, arbeitslos zu sein, dann such dir gefälligst schnell einen lausigen kack Job, sonst kommst du in die Wurst, es nennt sich Grundsicherung. Geil. Hab voll Bock.

Musikalisch Unterstützung erfahren wir heute von Mirage. Italienischer Hardcore aus New York auf Roachleg Records erschienen. Kann man auf Vinyl kaufen. Muss man mal durchrechnen, was günstiger ist. Vielleicht besser hinfliegen und dann durch den Zoll schmuggeln.

Puffer – Street Hassle LP

Von den sauberen Straßen Montréals kommt die Street Punk Rock Oi Truppe Puffer daher geschliddert und liefert mit der ersten richtigen Debüt LP eine schöne Variation der oben genannten Musikstile ab.

Manchmal ist mir das ein bisschen zu sauber, die sollten vielleicht doch mehr mit den anderen nordamerikanischen Kindern im Dreck spielen, aber so ist halt Montréal – ein bisschen zu glatt, selbst im Frühling.

Selber Einspielen, Aufnehmen, Abmischen und Produzieren ist halt auch nicht so einfach, wenn man dauernd nebenbei in einer der sichersten Städte der Welt versucht, irgendwo Street Hassle aufzutun.
Die LP kommt im Juni, jetzt darf man schon einmal Jimmy zuhören. Die Single war super, das Demo war toll. Die Platte wird auch gut. Ich mag das.

Static Shock (GB/Europa) & Roachleg Records (Amerika). Ich nehme meine immer mit einem großen Löffel Apfelmus.

Klavo – Demo CS

Bei uns vor der Tür hat der politische Endgegner doch tatsächlich versucht, Wahlkampf zu betreiben. Zumindest hat mir das Tina erzählt, als sie vom Markt zurückkam. Ja, die Frau geht auf den Markt, während ich nicht.

Folgender Dialog entstand daraus am Frühstückstisch: "Puh, die haben aber einen schweren Stand." "Wieso, will keiner was von denen geschenkt bekommen oder mit denen reden?" "Nein, ich hab versucht, den umzuwerfen, aber die haben einen ziemlich schweren Stand." Schön, hin und wieder daran erinnert zu werden, die richtige Partnerin ausgewählt zu haben. 🙂

Den Soundtrack für euren handgreiflichen Wahlkampf liefern Klavo mit ihrem Demo und den ersten 3 Songs zum Thema Politik. Kann man zumindest so herauslesen, wenn man will. Ansonsten sind die fünf Berliner musikalisch zwischen 70er Jahre Rock und Hauptstadt Garage Punk gefangen uns basteln sich daraus eine quietschfidele Mischung, die wunderbar als Farbtupfer in den grauen Alltag eingebettet werden kann. Ganz geil.

Roachleg Records. Beim Label in New York City ist die digitale Version für 3 Dollar zu bekommen, während die gleiche Version bei der Band kostenlos zur Verfügung steht und die Kassette bei den Konzerten und Berliner Plattenläden für 10-12€ über die Theke wandert.
Der Name Klavo bedeutet im übrigen auf Esperanto so viel wie "Taste" (something you press to operate, as on a piano or other keyboard). Aha.