Oddfellows – S/T LP

Die ersten Geh- und Stehversuche auf den wackeligen Beinen von Denton Texas' Urgewächsen Chris Pulliam, Mark Ryan und Mike Throneberry, die man sicherlich von Bands wie Mind Spiders, Marked Men, High Tension Wires und vielen anderen kennt, begannen mit den Oddfellows vor ca. 30 Jahren.

Neulich wurde ihnen wohl ein bissle langweilig und sie haben sich kurzerhand noch einmal getroffen, ein Album eingespielt (inklusive eines Coversongs von den Reds) und veröffentlichen damit jetzt ihr Debüt nach über 30 Jahren.

Naja, und das klingt dann natürlich wie eine Mischung aus der gesamten Schaffensphase der betreffenden Typen. Vielleicht geht es ein bisschen in die Mind Spiders Richtung, weil sie sich zusätzlich noch deren Gitarristen (Peter Salisbury) ausgeliehen haben. Klar. Warum nicht.

Wild Honey. Vorzubestellen, erscheint im Juni auf Vinyl. Jetzt erst einmal nur einen Song als Vorgeschmack. Warum nicht einfach einen neuen Namen und eine neue Band? Naja.

Eat Avery’s Bones – S/T CD

Auch vor 20 Jahren haben verrückte junge Menschen schon kauzige Musik gemacht, die heute noch genauso den Gehörgang verklebt wie zeitgenössische Quietschtöne von modernen Punk Rockern, die künstlich mit Eiersalat an der Perfektion vorbei produzieren, damit es noch in die Schublade mit dem "Seltsam"-Aufkleber passt.

Da muss man sich teilweise ein bisschen durchqälen und zäh bleiben, es kostet ein bisschen Kraft, aber das passt zu einem Montag. Eat Avery’s Bones waren oder sind eine lustige Truppe aus Denton in Texas, die ihre Musik selber als Aufmerksamkeitsdefizitstörung bezeichnen. Das klingt alles ein bisschen so, wie das Cover aussieht. Passt.

Trading Wreckage. Frühe Aufnahmen der Band aus dem Jahr 2006 gepaart mit Stücken von einer 7″ und sonstiger Kram. Ziemlich seltsam.

Barricade – Apocalypse Joyride LP

Kennt Ihr diese alte, furchtbare Funktion beim Android Smartphone, die euch mitteilt, dass ihr gerade 2 Minuten zu laut Musik über Kopfhörer gehört habt und die die Lautstärke dann automatisch runterregelt, weil euch sonst innerhalb von wenigen Sekunden das Gehirn explodieren würde?
Furchtbar. Nett gemeint und überhaupt nicht übergriffig, aber egal – das machen wir einfach mal so, dachten sich die Hersteller.

Aber wieso geht das bei Smartphones und nicht bei anderen Dingen? Wieso kann man das zum Beispiel nicht bei Autos einprogrammieren, die haben doch ohnehin zu viel verwirrende Elektronik heutzutage? "Sie sind jetzt 15 Minuten 230 km/h gefahren. Niemand kann es so eilig haben. Chill mal." Und dann wird automatisch auf 80 km/h heruntergebremst.
Oder bei einer Spielekonsole. Da müsste auch mal eine automatische Meldung kommen, dass man sein Leben verschwendet, wenn man 14 Stunden am Stück Tony Hawk Pro Skater II spielt, um alle Gaps zu absolvieren. Wir sind viel zu freie Menschen, da muss mehr reguliert werden!

Ach so. Frohes Neues. Wir starten das Jahr mit einer Punk Band, die vielen von meinen Punk Rock Freunden sehr gut gefallen wird, weil sie Metal machen. Klingt komisch und ist auch so. Aber Barricade aus Denton in Texas ballern hier 4 Songs raus, die man getrost in das Metalfach bei den Neuheiten einsortieren kann, wenn doch die Nachfrage an guten Brüll- und Gitarrenattacken gerade so groß ist. Das Album kommt erst im Mai raus, aber man kann das digital jetzt schon einmal bestaunen und das Jahr zünftig mit energiegeladenem äh, Punk (?) beginnen. Geiler Scheiß.

Dirt Cult Records.
Ich hab da ja so eine automatische App bei mir eingebaut, die mich warnt, wenn ich zu lange arbeite. Die heißt Langeweile und lässt mich automatisch nach 6 Stunden einschlafen. Praktisch!