Unit Collapse – Demo

Sehr kurzweiliger Hardcore Punk aus Stockholm. Unit Collapse! Die sind fit, haben schlechte Laune und besuchen dem Cover nach zu urteilen die Kunstakademie Schwedens. Geiler Scheiß.

Noch kein Label. Soll das Poison Idea sein? OK, man hört es am Sound, aber erkennt es auf dem Bild  nicht so recht. Ha. Sympathisch.

The Moats – Pleases To Meet You CS

Poppiger Gitarren Garage Punk aus England, genauer gesagt aus Brighton and Hove. Wem also typische britische Gitarrenmusik nicht so zusagt, der kann hier skippen und sich dem deutschen Markt widmen. Hab gehört, dass ZSK zum Beispiel wieder auf dem OX-Cover sind.

The Moats untermalen sehr schön die triste Herbststimmung mit süßen Klängen, die wie Melasse das Hirn verkleben und die negativen Gedanken an das englische Abendessen mit schalem Bier und verkochtem Rindfleisch verblassen lassen.

Die können ja nix dafür, auf der kalt-nassen Insel wächst und gedeiht halt nix, was schmeckt. Dafür kommen überdurchschnittlich viele gute Pop Melodien aus dem Land und das muss ja irgendwie auch miteinander zu tun haben. OK.

Gutes Debüt mit 7 Songs zwischen zwei Guinness.

Gob Nation. Auf Kassette zu erwerben. Die Band hat sich benannt nach einem sumpfigen Wassergraben, der um eine Burg herumdümpelt und in den man früher aus den Zinnen heraus reingeschissen hat. Cool.

Bag – Demo 2025

Gitarrenverliebter Punk Rock, der leckeren Kneipen- und Riot Grrl-Duft versprüht. Aus Adelaide kommt Bag zu fünft dahergewalzt und hinterlässt mit dem 6-Song-Demo ein paar schöne blaue Flecken im Gehörgang. Ja, das ist bestimmt von den Überfliegern Amyl & the Sniffers beeinflusst, aber das ist ja nichts Schlechtes. Immerhin haben die da unten ne Band, von der man sich beeinflussen lassen möchte.

Erstmal nur digital. Früher waren diese Stofftragetaschen (Tote Bags) ja unter dem Namen "Jutebeutel" nur den Hippies vorbehalten und man hatte eigentlich entweder eine ordentliche Plastiktüte vom Plattenladen oder nix.

Streets Of Separation – Faux Fur 7″

Eine nette neue Band aus Perth, die sich dem krachigen Death Punk aus der Garage verschrieben hat.

Das geht so ein bisschen in die 90er Jahre Richtung Riot Grrl, aber wechselt zwischendurch immer mal wieder den Kurs und driftet zu Grunge oder Alternative Jugenddisko. Stress of Separation sind sich selbst nicht so schlüssig, da darf jede Stimmung eingefangen und in eine kompakte Lärmeinheit aus den vergangenen Jahrzehnten verpackt werden.

Alles ist verzerrt, übersteuert und mehr Crash-Becken geht kaum. Ganz geil.

Helta Skelta. Auf 7″ Single erschienen. Während bei der Herstellung von Kunstfell keine Tiere sterben, verbraucht man allerdings wichtige Rohstoffe, da man unter anderem Erdöl benötigt. Vielleicht ist die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen (Nerz) da besser? Höhö.

Optic Sink – Lucky Number LP

Curaçao ist jetzt bei der FIFA WM nächstes Jahr in den USA mit dabei, das ist ja verrückt. Das Land, was die meisten von uns nur in Verbindung mit dem "Blue" aus der Flasche kennen und das meine Eltern in der Hausbar stehen hatten, um diesen ekelhaften Drink zu mixen.

War das einfach nur mit Orangensaft und dann "Oh, schau, das wird ja grüüün, hahaha.", oder mit Batida de Coco und so eine milchig-hellblaue Kokossuppe aus der Hölle? Egal, Hauptsache kotzübel.

Mit was muss man Blau eigentlich mischen, um eine Glückszahl zu erhalten? Spannende Frage, der sich Optic Sink angenommen haben. Herausgekommen sind die Zutaten aus verschiedenen Epochen der Tanzmusik garniert mit den besten Bassläufen von Gang of Four. Schönes Post Punk Album zum Tanzen, wenn die Punker Freunde gerade nicht hinschauen.

Feel It Records. Auf rot und schwarz erschienen. Mit einer Spielzeit von fast 40 Minuten habt ihr richtig viel Zeit, die Dancemoves vor dem Badezimmerspiegel zu perfektionieren, bevor die Platte umgedreht werden muss. Da kann man sich sogar zwischendurch einen Drink mixen.

Yellow Ghoul – S/T CS

Ich bin ja dafür, dass man alle Feiertage abschafft und neu auswürfelt. Nicht nur der Buß- und Bettag oder der Pfingstmontag müssen der Finanzierung unserer Kneipenabende weichen, nein – tabula rasa.

Meinetwegen dürfen alle bekloppten Religionen einen Tag haben, um an ihren Gott zu glauben, und den Rest des Jahres nehmen wir uns mit anderen Tagen frei. Gab ja genug Quatsch, den man feiern kann oder an den man denken sollte. Kapitulation, Erscheinungsdatum der ersten TRIO LP, Entdeckung des Penicillins, Entdeckung der Penicillin Unverträglichkeit, usw.

Vollkommen zusammenhangslos ein weiteres Kapitel in der Hardcore Geballer Historie aus Buffalo im Staate New York. Zwei Leute reichen, um schön Stimmung in die schlechte Laune eines feuchtkalten Novembertages zu schaufeln. Bissl aggro, was Yellow Ghoul da abliefern, aber wie soll man sonst warm werden. Cooler Scheiß.

Swimming Faith Records. Auf Kassette erschienen und ausverkauft. Aber digital für Spende zu bekommen. Ich hätte gerne montags frei.

Whose Reality? – Demo CS

Geballer aus Melbourne. Whose Reality? machen Crust-verliebten D-Beat Hardcore Punk mit netten melodischen Anleihen in den Gitarrenschrammelversatzstücken und viel Hall auf dem Gesang.

Wie das bei D-Beat so ist, kann die Band halt leider nur genau diesen einen "Rhythmus" auf dem Schlagzeug und alle weiteren Instrumente müssen dann zusehen, dass sie im Tempo und Stimmung hinterherkommen.

Zum Glück gibt es zwischendurch Break-Downs, bei denen man sich vor der Bühne furchtbar gut gegenseitig auf die Fresse hauen kann. Insgesamt eine gute Therapieform für Aggressionsbewältigung. Oder ein Motor für Aggressionsaufbau. Hauptsache man haut sich auf die Schnauze. Peace!

Noise Merchant Records. Auf Kassette erschienen. In meiner Realität herrschen Kriege, Hungersnöte und Klimakatastrophen, während die meisten Menschen um mich herum alles dafür tun, diese Zustände möglichst gut zu ignorieren. Also bleibt vielleicht besser in euren Realitäten, ich bespreche das mit meinem Therapeuten.

Toys That Kill – The Cutting Board

Wie versprochen, harmloser Pop Punk, zu dem man mit dem Skateboard an den Affenhäusern der Stadt entlanggleiten kann. Toys That Kill bringen nächstes Jahr ein neues Album raus und hier darf man schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf die altbewährte Rezeptur des fluffigen Garage Pop Skate Punks aus San Pedro erhaschen. Zuverlässig.

Recess Records. Wo sonst. Irgendwann im Januar. Ich wusste gar nicht, dass es die Band noch gibt. Seit dem letzten Album hätte man noch mal Jura studieren können. Oder eben nix tun. OK.

Clarice Jensen – In Holiday Clothing Out Of The Great Darkness LP

Ach Du Scheisse, ist das schön. Clarice Jensen aus New York mit Cello und ein bisschen Loop. Rettet mich durch die Woche. Der Titel des Albums stammt von einem Rilke Text aus den "Briefen an einen jungen Dichter".

Kennt ihr den Panther von Rilke? Da ist so schön beschrieben, warum ich nicht in den Zoo gehe. Hier, lest das mal.

Puh, da wird man ja richtig sentimental, wenn man die Musik zu dem Gedicht liest. Morgen wieder sinnfreier und ignoranter Pop Punk für die oberflächlichen Freuden des Lebens. Zoobesuche zum Beispiel.

FatCat Records. Auf LP erschienen. Gibt es eigentlich fröhliche Cello Musik? Gibt es traurige Banjo oder Ukulele Musik? Ist eine Stimmungslage gewissen Instrumenten inhärent? Falls sich da jemand (wissenschaftlich) mit auseinandersetzen möchte –> The Correspondence of Music Emotion and Timbre in Sustained Musical Instrument Sounds.

Highway Ghost – Nightmares LP

Das Album ist da. Und es passt in den Herbst. Ein bissl düster und sperrig, aber mit viel Tee und/oder Bier geradezu melodiös-gemütlich und herzerwärmend. Garage Punk aus Helsinki.

Highway Ghost spuken manchmal ein bisschen zu lange herum, bevor sie zum Schluss kommen, aber das Album heißt ja auch nicht "Wet Dreams". So ein bisschen Qual muss schon sein. Cool.

Keine Ahnung, bei welchem Label die nun eigentlich raus sind. Aber die 10 Songs sind auf LP erschienen und man hat richtig was davon – ne halbe Stunde dreht sich das Teil. Sogar mit Geigen und so. Schön.