Under The Table #2 – Neue Single Reihe

Könnt Ihr Euch noch an die Under The Influence Single Serie erinnern? Das feine Label Suburban Home Records hatte da einen Haufen Split Singles von attraktiven Bands herausgebracht, die – wie der Titel ja schon sagt – ihre jeweiligen „Helden“ covern. Das war schon so ne ganz coole Sache und wurde mit der Gestaltung des Artworks sogar noch getoppt. Der talentierte Comiczeichner Mitch Clem hatte sich nämlich darum gekümmert und die Originalcover der Bands/Künstler, von denen die Bands den jeweiligen Song gecovert haben, neu interpretiert. Das sah dann zum Beispiel so aus:

Nun hat man aber leider schon lange nichts mehr von dieser netten Serie gehört, obwohl noch 3-4 Nummern angekündigt waren. Und Suburban Home hat auch schon länger nichts mehr von sich hören lassen. Das klingt also danach, als ob die bereits fertigen Aufnahmen der Bands für die Ewigkeit in einem dunklen Keller einer Festplatte vermodern…Aber halt! Es gibt anscheinend eine neue Serie, die sich dieser verlorenen Aufnahmen annimmt und sie unter dem treffenden Namen Under the Table als neue Serie herausbringt. Die Covergestaltung übernimmt auch wieder Mitch Clem, wie man unschwer erkennen kann.

Die zweite Ausgabe mit Slow Death, die Young Pioneers covern, und dem Stand-Up Typen Kyle Kinane, der etwas über ein Stinktier erzählt, ist gerade erschienen und markiert wohl auch einen Wechsel von den „alten“ Aufnahmen zu der Under The Influence Reihe zu der „neuen“ Serie Under The Table, bei der dann eben auch mal ein Typ seine eigenen Sachen machen kann und die Cover eben nicht von irgendeinem anderen Artwork inspiriert sind, sondern für sich stehen. Bei der ersten Ausgabe (siehe Franz Nicolay) war das ja noch anders – das waren fertige Aufnahmen und Zeichnungen, die bei Suburban Home unter den Tisch fielen.
Die neue Single ist auf Rad Girlfriend Records und auf Silversprocket erschienen und dort auch gegen Geld einzutauschen. Mal sehen, was als nächstes kommt – genügend Aufnahmen zu der Under The Influence Reihe liegen ja noch in diversen Schubladen…

Influence – A Tribute to Big Boys

Eigentlich hab ich mit Tribute Samplern so meine Probleme. Vor allem, weil die Coversongs meistens eh scheiße sind und an das Original nicht herankommen. Ganz selten hat man mal eine originelle Idee, den Song eigenständig zu interpretieren, wie etwa das NoMeansNo mit dem Dead Kennedys Klassiker „Looking forward to Death“ gemacht haben. Aber die meiste Zeit spielen die teilnehmenden Bands einen Song einfach nach. Nach Noten und nach Takt und nach Gesangslinie und nach Background und so. Das ist ein bisschen uninspiriert für Künstler.
Andererseits! Ich bin ein großer Fan der Reihe Under the Influence, bei der eben genau das meist musikalisch gemacht wird, also dass die Bands oftmals „nur“ nachspielen. Allerdings kommt da noch ein weiterer künstlerischer Aspekt hinzu: die Original Cover der LPs, auf denen der nachgespielte Song drauf war, werden von Mitch Clem für die jeweilige Singleseite neu interpretiert. Und allein wegen der schicken Zeichnungen lohnt sich die Anschaffung der inzwischen 16 Split-Singles.

Und nun dies. Stiff Hombre Records, ein kanadisches Label, das bisher eigentlich nur Sachen von den Angry Snowmans herausgebracht hat, veröffentlichte letzte Woche einen Tribute-Sampler, der meine Aufmerksamkeit erregt hat: Influence – A Tribute to Big Boys! Immerhin werden dort Songs von den legendären Big Boys intoniert, was ja eigentlich nie falsch sein kann – natürlich wird auch das schiefgehen, da es meiner Meinung nach niemand schaffen kann, an den Funk Skate Punk der Texaner heranzukommen. ABER man weiß es ja nicht, bis man den Kram gehört hat. Und außerdem sind da auch nicht nur drittklassige Kackbands vertreten, sondern da spielen so Leute wie die Night Birds, Mind SpidersNeighborhood Brats, Riverboat Gamblers, Toys That Kill und noch andere mit…dann kann das ja nicht ganz verkehrt sein.
Auf jeden Fall ist das Ding bei dorkrock zu bestellen und ich muss stark überlegen, ob ich das jetzt mache oder nicht, denn zusätzlich ist das Artwork auch noch von Tim Kerr, dem Gitaristen der Big Boys, gezeichnet worden. Und es gibt ja auch schon ein paar nette Coverversionen, wie zum Beispiel die von Jawbox oder der Firebird Band. Ach. Ich weiß es doch auch nicht. Ich setz das Ding einfach auf meinen Wunschzettel…wissta Bescheid!