The Van Pelt – Imaginary Third

Dieser Artikel ist der Beginn einer neuen Reihe. Ich hab noch keinen Namen, aber es geht irgendwie in die Richtung von ‚Es ist selten zu früh und niemals zu spät‚. Damit rechtfertige ich dann Sachen, die schon uralt sind, aber trotzdem hier verwurstet werden. Wie zum Beispiel das ’neue‘ Album von the Van Pelt, das ja in der Überschrift schon angekündigt wird. Imaginary Third – Der Titel der Platte klingt wie ein drittes Album, das eigentlich gar nicht da ist. Und ein bisschen stimmte das auch bis zum letzten Record Store Day. Denn the Van Pelt hatten sich schließlich bekanntermaßen bereits 1997 aufgelöst, nachdem sie ihre fantastische zweite LP ‚Sultans of Sentiments‚ veröffentlicht hatten. Doch 2014 kommen auf einmal diese 8 Songs auf La Castanya raus. Hm, was war passiert?

Nichts, eigentlich. Bands lösen sich halt auf. Ob es künstlerische Differenzen sind oder man sich gegenseitig nicht mehr leiden kann oder irgendjemand schwanger wird oder stirbt, ist ja dann auch egal. The Van Pelt entschlossen sich eben, unter anderen Namen ungefähr die gleiche Musik weiter zu machen und das bereits geschriebene Material der Band für andere Projekte zu benutzen. So gingen zum Beispiel Sänger Chris Leo  und Bassistin Toko Yasuda nahtlos in die neue Band The Lapse über. Der Gitarist Bryan Maryansky fand schnell Anschluss und stieg bei der nicht weniger erstaunlich guten Band Jets to Brazil ein.
Das Duo The Lapse brauchten auf jeden Fall nicht lange, bis sie ihr erstes Album ‚Betrayal!‚ (1998) veröffentlichen konnten, denn schließlich haben die beiden für die LP einige bereits geschriebene Songs von the Van Pelt genutzt. Daher könnten sich eventuell alle Songs dieser ’neuen‘ LP für Fans von den besagten Bands irgendwie bekannt anhören. Und der Titel ergibt dann auch nochmal ein bisschen mehr Sinn als das, was ich mir so zusammengereimt hatte. Denn die ersten 5 Songs sind auch auf der ‚Betrayal!‘ LP von The Lapse verarbeitet worden und die letzten 3 Stücke von ‚Imaginary Third‘ waren bereits auf der selbstbetitelten 7″ im Jahr 1997 erschienen.

Aber das macht ja nichts, denn wie gesagt, die Lieder sind ja alle unter the Van Pelt entstanden und runden damit auch das Gesamtbild des musikalischen Schaffens der Band gut ab. Das wilde erste Album, das sanfte zweite und nun eine angenehme Mischung aus Beidem. Kann man so machen. Das komplette Album könnt Ihr Euch hier anhören, zu kaufen gibts das nur noch teuer irgendwo im Internet oder wo Ihr sonst so Glück braucht.

Demnächst dann mehr zu der Rubrik. Ich glaub, ich hab das damals auch gar nicht mitbekommen, weil ich die Veröffentlichungen zum Record Store Day inzwischen kaum noch verfolge. Das ist ja meistens viel zu viel. Ich bin ja mal gespannt, was dieses Jahr geplant ist. Nicht.