Hank Woods and the Hammerheads – s/t LP

Hank Wood and the Hammerheads sind die neue (alte) Rock’n’Roll-mit-Orgel-Offenbarung! Ich muss bei sowas immer sofort an Murder City Devils denken, aber das ist eigentlich totaler Quatsch, die Band jetzt hier mit den Jungs aus Seattle zu vergleichen. Egal, seit ich die Kommentarfunktion deaktiviert habe, kann ich hier sowieso schreiben, was ich will, ihr Penner.

Äh, ja. Die Band aus New York gibts schon seit ein paar Jahren, zumindest haben sie 2011 bereits ihre erste Single auf Toxic State veröffentlicht und sind mit kleineren Ausnahmen auch dem Label treu geblieben. So ist auch die aktuelle und kürzlich erschienene LP mit dem wohlklingenden Namen „Hank Wood and the Hammerheads“ bei eben jenem Label in den USA raus. Das Quartett ist schon ein bisschen rumgekommen und haben eine Australien Tour gespielt, obwohl sie ihren Bekanntheitsgrad nicht gerade in den sozialen Netzwerken selbst befeuern. Die haben nix dergleichen – außer der Bandcamp Seite hab ich nichts gefunden.

Reicht ja auch – super coole Punk Hardcore Rock’n’Roll Scheiße, die live wohl ziemlich eindrucksvoll ist. Kann man sich mal (auf Video – ohne Orgel) ansehen.

Die Platte kann man direkt beim Label bestellen und dann 1000 Dollar Porto bezahlen oder vielleicht noch ein bisschen warten und auf ein Euro-Release hoffen. Ich nehm eine.

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Bad Moves – Cool Generator

Bad Moves aus Washington D.C. sind 4 lustige Vögel, die bereits vor 2 Jahren ihre erste Single auf Nervous Nelly herausgebracht haben und mich damals spätestens mit dem Song „The Verge“ schon überzeugen konnten. Dann war aber erst mal Ruhe um die Band.
Jetzt kommt anscheinend bald ein Album, denn die Band hat auf ihrer Bandcamp Seite ein neues Lied zu der „neuen“ LP veröffentlicht, die aber wohl noch in Arbeit ist. Also quasi ein Appetithappen, oder wie man sowas nennt.
Ähnlich wie bei der Single erwartet euch hier Power Pop Punk Rock mit sich abwechselndem männlichen und weiblichen Gesang, tollen Melodien und schönen Texten. Sommer kann kommen.

Und hier noch die Single.

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Great Wight – The Suburbs have ruined my Life

Junge, Junge. Das Debüt Album von Great Wight ist ja mal großartig! Eine noch recht junge Band aus Brooklyn, die irgendwie so eine Mischung aus Punk und Emo spielt, den man musikalisch vielleicht mit den Solo Sachen von Jeff Rosenstock vergleichen kann. Könnte aber auch sein, dass mir das hier bloß wegen der geografischen Nähe der beiden Bands in den Kopf kam. Müsst ihr selber entscheiden.
Textlich unterscheidet sich das allerdings deutlich – Great Wight besteht zum (künstlerisch) großen Teil aus Erik Garlington, der die Songs und Texte über die letzten Jahre geschrieben hat. Und diese Texte sind eindrucksvoll, beschreiben sie doch einen schwarzen, schwulen und atheistischen jungen Kerl aus einer Militärfamilie während seiner Adoleszenz – im sogenannten Bible Belt der USA.
Diese tollen Texte sind jetzt endlich von dem talentierten Trio zu tollen Songs umgesetzt worden und nun für jedermann hörbar. Zwar bislang nur auf ollen Kassetten oder digital, aber vielleicht kommt da ja noch was auf Vinyl?

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Teenage Burritos – Something to cry about LP

Teenage Burritos kommen aus San Diego im sonnigen Kalifornien und klingen ungefähr auch so. Also nach jugendlichem Garage-Frohsinn, der teilweise in wilden Punk ausufert und übersteuerte Gitarren mit einem Surf-Einschlag in einer Teigrolle aus kreativer Dissonanz. Schon ziemlich cool.
Das männlich/weibliche Quartett hat sich bereits vor knapp 6 Jahren gegründet und bislang ein Tape bei Burger Records und eine 7″ bei Volar veröffentlicht. Konsequenterweise ist das neue Album jetzt bei beiden Labels gemeinsam erschienen.
Und ganz ehrlich, beim ersten Durchhören könnte man denken, es handelt sich hier um einen Sampler mit verschiedenen Garage, Punk und Surf Bands aus der Region. Mal quietscht es vergnügt verzerrt in hohem Tempo, mal ertönt locker fluffiger Tanzkram und dann kommt auf einmal ein langsames Beatles Cover (oder zumindest stark inspiriert von „Anna – Go to him“, das ja eigentlich auch bloß ein Cover war, aber das führt jetzt zu weit), nur, um daran anschließend auch mal Off-Beat und Synthesizer in den Mix der LP einzubauen. Find ich super.

Also lasst Euch von dem ersten Song nicht abschrecken. Oder freut euch nicht zu früh – je nachdem…

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Goodbye Blue Monday – The Sickness, The Shame EP

Die 4 Schotten aus Edinburgh von Goodbye Blue Monday sind ihres Zeichens Vertreter des Misery Punk und alleine deswegen schon verdientermaßen hier auf diesem Dings gelandet. Die EP „The Sickness, The Shame“ ist ganz frisch erschienen (24.02.) und auf 100 limitierten CDs veröffentlicht.

Sind auch nur 3 knackige Songs drauf, die allerdings musikalisch etwas über die düsteren Wahrheiten von bipolaren Störungen und Depressionen in den Texten hinweg täuschen, denn geboten wird hier astreiner Pop Punk. Irgendwo im Fahrwasser der poppigeren Dirtnap und It’s Alive Bands anzusiedeln, und der Song „Take your Pills“ könnte so (Text und Musik) auch auf einem Off with their Heads Album sein. Die „gefährlichsten Pop Punks aus Schottland“ gehen mit ihren Krankheiten, Ängsten und Sorgen auf jeden Fall gesund um und verstecken sich nicht, sondern teilen ihre Gedanken und Gefühle offensiv mit, was ja nur der richtige Weg sein kann.

Der Erlös der CDs geht dann auch noch an die Samaritans, eine Art Telefonseelsorge. Alles sehr sympathisch. Leider kein Vinyl, aber vielleicht möchte ja jemand hier das auf Platte veröffentlichen?

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Telecult – Waiting 7″

Nachdem ich schon die alte Single von Andy the Band aus dem letzten Jahr hier gerade noch einmal angepriesen habe, mach ich direkt mit altem Kram weiter. Die fantastische Debüt Single von Telecult aus Paris ist bereits letztes Jahr im März bei P.Trash und No Glory Records und Crapoulet Records erschienen, aber hat so viel Hitpotential, dass man die einfach erwähnen muss. Auf der kleinen 7″ sind nur 2 Songs drauf und diese sind bei meiner Version auch noch auf einer Seite, da wirkt ein Release auf 3 Labels irgendwie ein bisschen wie ein Overkill, aber bitte – vielleicht wollten einfach ganz viele Leute mit dabei sein, wenn das poppige Feuerwerk zum ersten Mal zündet.

Musikalisch dicht an dem melodieverliebten Garagezeugs, das auch Blank Pages oder meinetwegen Radioactivity so gut macht, ist der Zauber leider nach nicht einmal 7 Minuten schon wieder vorbei. Dafür hat man aber von dem zweiten Lied „C-R-O-I-X“ so lange einen Ohrwurm, dass es die kurze Spielzeit glatt entschädigt. Das bekommen andere Bands auf einer ganzen LP nicht hin, diese Melodien! Absoluter Tipp, das Trio sollte man live bestaunen, wenn man die Chance hat. Die können ja inzwischen nicht immer noch nur 2 Songs in ihrem Repertoire haben – in der Tat soll demnächst ihre erste LP erscheinen. Bis dahin freut man sich über das hier…

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Andy the Band – Carry on 7″

Andy Dahlström hat schon bei solch großartigen Bands wie Terrible Feelings, Sista Sekunden und Satanic Surfers gespielt und ist damit längst kein unbeschriebenes Blatt mehr in der Punk Rock Szene – in der Tat könnte man sagen, sein Blatt sei bereits zu 90% vollgekritzelt und ein Platz neben (ein wichtiger verstorbener Punk aus Schweden oder so) in der Ruhmeshalle des skandinavischen Punk Rocks ist für ihn schon reserviert. Aber um sicher zu gehen, dass dieses Blatt tatsächlich noch vollgeschrieben wird, muss man natürlich einen auf Rikk Agnew machen. Ihr wisst schon – alle Instrumente selber einspielen und dazu auch singen. So gesehen ist dann auch der „band“ Name Programm, denn Andy the Band besteht lediglich aus eben diesem Andy. Fertig.
Herausgekommen aus dieser Kooperation mit sich selbst ist eine sehr feine Single mit 4 Songs, von denen ich nur schwer einen als den besten ausmachen kann. Alles solider Punk Rock mit Garage Kante, wie man sich das jetzt halt auch schon hat denken können. Und der Vergleich mit Rikk Agnew ist jetzt auch gar nicht mal so weit hergeholt, denn zumindest die Solosachen von Herrn Agnew ähneln dieser Debüt Single von Herrn Dahlström klanglich doch schon merklich. Das meine ich absolut positiv!
Das Ding ist bereits vor einem Jahr auf Sabotage und Instigate erschienen, aber vielleicht hattet ihr das noch nicht auf dem Schirm, manche Leute haben ja keinen Bock auf 7″s, warum auch immer.
Absolute Empfehlung – hört und seht selbst:

Auf der Bandcamp Seite von Sabotage könnt ihr sogar noch ein paar von den limitierten Stücken kaufen. Schlagt zu!

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Amyl and the Sniffers – Big Attraction & Giddy Up

Hui, die australischen Amyl and the Sniffers sind ein bisschen aus der Zeit gefallen. Die 3 Kerle (Sniffers) um Sängerin (Amyl) schütteln hier mal eben 10 kurzweilige Punk Rock’n’Roll der 70er mit so viel Charme und Rotz aus dem Ärmel, dass man annehmen könnte, das sind Veteranen von Down Under, die seit 50 Jahren Musik machen und mit Bon Scott gesoffen haben. Stimmt aber so nicht, die Band gibts erst seit knapp 2 Jahren und diese LP hier ist netterweise eine Veröffentlichung ihrer ersten beiden EPs auf einem Vinyl Album. Giddy up und Big Attraction sind in den letzten beiden Jahren nämlich von der Band selbst auf Kassetten herausgebracht worden und nun hat sich Homeless Records erbarmt und den großartigen Rockern eine Labelheimat für Vinyl Releases in Melbourne gegeben.

Ob das anstehende Album, das noch dieses Jahr erscheinen soll, ebenfalls bei Homeless sein wird, wird sich zeigen. Ich hab da auf jeden Fall Bock drauf, mehr von diesen Vokuhila Leuten zu hören. Bis dahin muss diese Zusammenstellung erst einmal reichen.

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Discogs – Aufstieg und Fall in der Gunst eines Nutzers

Discogs! Die fast schon zwanzig Jahre alte Webseite hat sich in den letzten 10 Jahren zu der meistbesuchten Plattform für Musikliebhaber/Nerds und Sammler gemausert, wenn man den nicht ganz so genauen Statistiken Glauben schenken mag. Und das auch irgendwie zurecht, denn mit der Idee einer vollständigen Online-Datenbank von Tonträgern aller Musikrichtungen hat man – gerade was Vinyl angeht – bei dem Hipster-Zeitgeist offene Türen eingerannt. Ok, zunächst war das alles anders und der Gründer Kevin Lewandowski (habt ihr auch zwei hässliche Fußballer vor Augen? Haha) wollte eigentlich bloß seine eigene Plattensammlung online katalogisieren. Das fanden viele Leute ganz prima und so wurde Discogs zu einer öffentlichen Seite, die durch ihre Nutzer und deren Input stetig wuchs. Zunächst wurden Diskografien von Künstlern eingetragen, die nur ein einziges Genre – elektronische Musik – bedienten. Dann kam Hip Hop hinzu und nach und nach wuchs die Datenbank durch die Fleißarbeit der vielen Discogs-Nutzer an.
Heute hat Discogs fast 400.000 Nutzer und die Datenbank umfasst mehr als 9 Millionen Tonträger. Das ist alles ziemlich cool, wie ich finde. Ein System, das von einer Vielzahl von Nutzern aufgebaut und kontrolliert wird, erfüllt so seinen Selbstzweck: die vollständige Diskografie von Labels und Bands mit allen offiziellen und inoffiziellen Releases in all ihren Variationen. Weiterlesen

The New Calling – S/T EP

The New Calling ist die neue Band vom Frontmann Ian Manhire der großartigen White Wires aus Kanadas Hauptstadt Ottawa. Aber wenn man jetzt von dem Debüt eine ähnliche popverliebte Garagedudelei erwartet, ist man schiefgewickelt. Vielleicht liegt das auch daran, dass The New Calling keineswegs eine Ein-Mann-Band ist, sondern vielmehr aus Mitgliedern von so sensationellen Lieblingen wie Bonnie Doon, Warp Lines, M$M, Mothers Children, Voicemail, Sedatives und eben den White Wires besteht. Das liest sich ja schon mal nicht schlecht, ne?

Auffällig bei den 4 Songs von The New Calling ist zunächst natürlich der prominente Orgelsound, der hier die Marschrichtung, Melodie und Stimmung vorgibt. Ein bisschen Bass, vielleicht eine Gitarre (?) und ein unaufgeregtes, aber hart gespieltes Schlagzeug unterfüttern sehr eingängig den düsteren Gesang. Die EP ist bei dem neuen Label Subfiction Records erschienen und damit auch die erste Nummer des Labels – ein Doppeldebüt sozusagen. Das ist das Label von Eric, ihr wisst schon, der Typ von Chiller, Feral Trash und und und.

Rundum ein sehr guter Start. Sowohl Label als auch Band liefern sehr ordentlich ab. Der einzige Kritikpunkt ist vielleicht die etwas spartanisch gehaltene Aufmachung der EP. Die kommt nämlich einfach nur in einer schwarzen Maxi-Hülle mit Aufkleber, ohne Infos oder D/L Code. Aber man kann den Kram ja immer online hören.
Zum Beispiel hier…

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