Martha – Courting Strong

Vorsicht: POP! Manchmal kann man ja einfach nicht anders, als in alte und bewährte Denk- und Handelsmuster wieder zurückzufallen. Das klingt zugegebenermaßen ziemlich übel für den 05. Januar, wenn man bedenkt, dass sich ja viele Menschen tatsächlich für das neue Jahr irgendwas ausdenken, was sie künftig aus ihren Gewohnheiten streichen wollen.
Aber so ist das hier gar nicht gemeint. Vielmehr ist mir bei der folgenden Band aufgefallen, dass ich immer noch von poppiger Musik und melodischem Geträller leicht zu begeistern bin, obwohl ich eigentlich dachte, das inzwischen langweilig zu finden. Aber so ist das halt.
Martha aus Durham im Norden Englands haben es wieder geschafft, mich mit ihrer kurzweiligen Dudelei um den Finger zu wickeln. Das Album ‚Courting Strong‚ ist schon fast ein Jahr alt und bislang hatte ich das gar nicht auf dem Schirm, aber derzeit läuft das hier öfters und macht bei jeder Umdrehung mehr Spaß. Drei Jungs und ein Mädel spielen poppigen Punk Rock, der ein bisschen an The Measure [SA] oder die Undertones und Big Eyes erinnert. Alle Bandmitglieder singen. Manchmal alleine, meistens gemeinsam. Außerdem scheinen sie relativ kinderlieb zu sein, zumindest sind auf allen Releases, die sie bislang veröffentlicht haben, irgendwelche Kinder zu sehen. Vielleicht sind das Bilder aus ihren eigenen Kinderzeiten, vielleicht auch nicht, ist für die Musik nun auch wirklich nicht relevant. Ich wollte das nur erwähnt haben, da ich sonst nix zu der Band schreiben kann. Hört Euch den Kram mal an – das Album ist in Europa auf Fortuna Pop und in den USA bei Salinas erschienen.

Und je länger ich darüber nachdenke, desto weniger schlimm finde ich es eigentlich, dass mich derart simpler Kaugummi-Punk Rock begeistert. John Peel hat schließlich auch bis zu seinem Tod die Undertones vergöttert. Passt schon…