Pfui Weihnachten.

Es ist ja wieder die Zeit, ne? Advent. Zeit für Weihnachtsmarkt. Zeit für Weihnachtsfeiern und unentrinnbarer Weihnachtsdekorationen in den Vor- und Innenstädten (und Hipstern?). In einem gut funktionierenden kapitalistischen System gibts wohl so ziemlich alles zum ‚Fest‘, was eigentlich gar nichts damit zu tun hat. Aber da stehen wir locker drüber. Wir lassen nichts unversucht, jeden Scheiß mit der Vorsilbe Weihnachts- zu versehen, um damit irgendwelche Vollidioten davon zu überzeugen, diesen Dreck auch zu kaufen. Es gibt alles. Pullover, Mützen, Schals (alles natürlich auch für Hunde & Katzen), Bücher, Kekse, Gänse, Punsch. Bäume, Kränze, Girlanden, Schmuck, Süßigkeiten, Geschirr, Bücher, Filme und Musik.
Ich muss mich gar nicht über die peinlichen Sachen auslassen, die Bands sonst so rund um Weihnachten machen, da reicht es schon, sich einmal mit der bekloppten Musik auseinanderzusetzen. Und die Liste ist da selbst im Bereich Punk Rock gar nicht mal kurz. Angefangen bei den beschissenen Samplern (exemplarisch verlinkt, da gibts wesentlich mehr), die sich anscheinend einigermaßen gut verkaufen, sonst würden die ja nicht dauernd neue Versionen davon auf den Markt kotzen. Weiter über die ‚alten Bands‚, die sich vielleicht noch mal ins Gedächtnis der jungen Generation rufen wollen und es eigentlich besser wissen müssten, bis zu den relativ jungen Künstlern, die anscheinend auch mit beiden Augen auf die Kohle schielen, die man mit diesem anbiedernden Scheiß machen kann.
So richtig blöd wird das für mich allerdings auch erst dann, wenn bei diesem Unsinn Bands mitmachen, die ich eigentlich ansonsten sehr gerne mag. Dass man Blink 182, Bad Religion, Me First and the Gimme Gimmes und so anderen Quatsch mit dieser Marktstrategie verbindet, sollte ja weiter nicht weiter verwundern, aber Yesterday’s Ring? Diese sympathischen Folk Punker aus Montréal? Die haben auch vor ein paar Jahren schon ein komplettes Weihnachtsalbum mit Coversongs aufgenommen und bislang war mir das noch gar nicht bekannt gewesen. Jetzt wird das aber auf Bandcamp gestreamt und das ist schrecklich. Ach, was rege ich mich auf. Hier, das poste ich jetzt jedes Jahr, bis ich selber Kinder habe, mit denen ich dann gerne Weihnachten feiere, oder so.