Anxious and Angry – Todd Taylor (Razorcake)

Über den sympathischen Podcast vom Off with their Heads Sänger Ryan hab ich schon öfters mal was geschrieben. Mit Recht, denn meistens hat der Anxious and Angry Podcast coole Gäste, die sich einfach über alles Mögliche mit Ryan unterhalten und ab und zu wird auch gute passende Musik gespielt. Inzwischen gibts schon über 50 Folgen und ich will da gar nicht weiter drauf eingehen, wen er wo alles schon interviewt hat – seht Euch da einfach mal selber um.
Eine Ausnahme, die ich noch mal herausgreifen will, ist der Fanzine Macher Todd Tayler, mit dem Ryan sich kürzlich getroffen hat. Der Typ, der vor ca. 15 Jahren mit dem Punk Rock Fanzine Razorcake angefangen hat, erzählt ein bisschen über seine Zeit beim Flipside Magazin und wie er danach zusammen mit einem Kumpel in einem kleinen Appartement das Razorcake begonnen hat. Da ich das Ding gerne lese, wollte ich mal dieses interessante Gespräch mit Euch teilen. Dauert lange, was fürs Wochenende…

Jeff Rosenstock – We Cool?

Der Sänger von den leider nicht mehr aktiven Bands Arrogant Sons of Bitches und Bomb The Music Industry!, Jeff Rosenstock, hat ein neues Soloalbum bei Side One Dummy, das man sich jetzt schon mal komplett anhören kann. Offiziell erscheinen soll das Album nächste Woche und Ihr könnt die hübsch bunte Vinylversion in verschiedenen Ausführungen und mit oder ohne Shirt und bla hier oder bei seinem eigenen Label (Really Records) vorbestellen.
Jeff macht schon ziemlich lange Musik und weiß anscheinend, wie man ein neues Release gut bewerben muss, denn der fleißige Bengel spielt am 8. März in allen 5 Stadtteilen von New York eine kostenlose Show, bevor er dann auf eine komplette US Tour geht. Guter Typ – gute Musik.

Endless Column – Summer 7″

Hier gibts was Neues für Fans von Red Dons, Observers und Revisions. OK, für Fans der Stimme von Douglas Burns. Der hat nämlich zusammen mit Leuten von Daylight Robbery und Tyrades bereits im Jahr 2010 eine Band gegründet und auch im darauffolgenden Jahr ein Demo aufgenommen, was bist jetzt auf Eis lag, also nur in digitaler Form auf deren Bandcamp Seite runterzuladen war. Jetzt haben sich Twintoe Records und Taken by Surprise zusammengetan und veröffentlichen das Teil auf einer schicken Single. Falls Ihr also lieber gute Musik auf Vinyl statt aufm Rechner hören wollt, könnt ihr die 7″ hier vorbestellen und Euch schon bald daran erfreuen.
Ach so, musikalisch geht das auch in die Richtung der oben genannten Bands – Punk, Garage Rock mit einem fantastischen Sänger, der immer wieder Melodien findet, die direkt ins Ohr gehen und da dann ne längere Zeit auch da bleiben. Einmalige Pressung von 500 Stück – gemastert von Daniel Husayn bei North London Bomb Factory. Spricht für sich, würd ich sagen.

Suicidas – Los Primeros 7″s

Also eigentlich sollte ich laut meinen diversen Zeugnissen kein so großes Problem damit haben, die Texte von Suicidas zu verstehen, da man mir ja schließlich Spanischkenntnisse offiziell attestiert hat. Aber hier merkt man eben schnell, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen, wenn man versucht, eine wilde Punk Band aus Katalonien/Chile und Wien mit seinem Schulspanisch zu verstehen.
Keine Ahnung, ob diese Tatsache eine Rolle dabei spielt, wenn ich die Suicidas irgendwo in die Ecke von Masshysterie und Vanna Inget schiebe, weil ich die Bands ja auch nicht verstehen kann. Ein etwas schiefes Bewertungskriterium, ne?
Ich denke aber, diese Einschätzung geht auch so klar. Melodischer, wilder Punk Rock mit Frau am Gesang und mit Chören und Ohrwürmern. Suicidas spielen meistens mid-tempo Nummern, die die 2 Minuten nicht überschreiten und trotz (oder wegen) der simplen Gitarrenlinien ziemlich eingängig und kurzweilig sind. Die Band gibts wohl seit 2012 und hat seitdem 2 Singles herausgebracht, die jetzt auf dem netten Bremer Label Sabotage Records auf einer 12″ erschienen sind. Daher ja auch der Titel ‚Los primeros 7″s‚. Für das reicht die Bildung dann doch noch.

Die letzte Tour habt Ihr wohl verpasst, aber die Platte kann man ja auch jenseits der Konzerte kaufen. Zum Beispiel direkt beim Label. Wenn Ihr die Band live sehen möchtet, dann müsst Ihr jetzt schon in die USA reisen, denn Suicidas spielen im April eine Ostküsten Tour. Da versteht man die bestimmt besser…

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ИO///sé – Lower Berth

Oh ja, das ist ein feines Album. ИO///sé aus Oakland/Portland gibts ja erst seit ein paar Jahren aber ich hab trotzdem keine Ahnung mehr, wie ich auf die Band eigentlich aufmerksam geworden bin. Im Netz? Hm, manchmal wird einem dieses Internet aber auch zuviel. Ich glaub auch nicht, dass ich die schon mal live gesehen habe, aber selbst dafür würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Manchmal werden auch diese Shows/Festivals einfach zu viel. Trotzdem hab ich die aktuelle LP ‚Lower Berth‘ direkt beim sympathischen Label YoYo Records vorbestellt, als ich gesehen hatte, dass die vier was Neues am Start haben. Also scheint da ja irgendwann mal was Positives ins Stammhirn gebrannt worden sein.
‚Lower Berth‘ ist das zweite Album der Band und das ist irgendwie ne Mischung aus allerlei Kram, den ich grad ohnehin super finde. Rockiger und vertrackter Post Hardcore wie Big Ups, Blackup oder so verquirlt mit großartigem Punk Rock à la Marked Men oder Red Dons und eine Prise von diesem Zeug, was auch die letzte  Crusades Platte so super gemacht hat. Ich kann es nicht benennen, doch es ist ganz bestimmt nicht Langeweile. Hörts Euch an, ich find das Beschreiben von Musik inzwischen eher nervig. Zu kaufen bei YoYo und bestimmt auch bei den anderen Labeln, die das Ding rausgebracht haben (Man in Decline & 1859 Records).

ИO///sé planen gerade wieder eine Welt Tour, die sie natürlich nach 2013 auch wieder nach Deutschland führen wird. Ich werd mal sicher gehen, dass ich sie dieses Mal auf jeden Fall sehen werde. Nochmal?!

Swami John Reis and the Blind Shake – Modern Surf Classics

Ohne großartig viele Worte zu verlieren: John Reis, der Sänger und Gitarist von Rocket from the Crypt und Nightmarchers (jaja, hat noch tausend andere Bands gehabt) hat vor kurzem eine neue Platte auf seinem Label rausgebracht, auf der er auch selber wieder Hand anlegt. Und da der gute Mann so bescheiden ist, trägt die Band der Einfachheit halber seinen Namen + Blind Shake und der Titel des Albums lautet auch ganz nonchalant ‚Modern Surf Classics‚. Ein Ego Problem hat Speedo/Swami jedenfalls nicht.
Aber warum auch, er liefert ja immer gut ab. Nicht nur die oben angeführten Bands zählen zu meinen Favoriten im Plattenschrank, auch die aktuelle Scheibe, die tatsächlich komplett instrumental ist, ist ziemlich cool geworden. Und dabei dachte ich noch, dass ich aktuelle Surf Musik nicht mag. Oder komplette Alben ohne Gesang. Tja, weit gefehlt. Allerdings muss man dazu auch erwähnen, dass man hier und da deutlich heraushört, wer da an der Gitarre seine Arbeit verrichtet. Immer mal wieder klingen bekannte Nuancen aus Nightmarchers heraus und ab und zu kann man sich auch einbilden, Melodien mit Rocket from the Crypt Songs zu vergleichen/verwechseln. Kann man auf jeden Fall sehr gut nebenbei hören, ohne auf komplizierte Texte achten zu müssen. Die wird in den Sonnenstunden dieses Jahres öfter laufen. Hört mal:

Das Album kann man sich bei den üblichen Mailordern oder guten Plattenläden kaufen oder direkt in den USA bestellen. Das sag ich nur denjenigen unter Euch, die evtl. grad in den USA unterwegs sind. Ihr hättet dann nämlich auch die Chance, die Band live zu sehen, denn gestern hat ihre US-Tour in San Francisco angefangen und die klappern durchaus einige Städte ab. So, jetzt noch ein Video mit Wellen und fertig ist die Surfgeschichte… Weiterlesen

The Rentiers – Here’s a list of things that exist

Seid Ihr auch krank/erkältet/verschnupft? Oder einfach nur gelangweilt und lustlos? Nee? Oh, dann geht nur mir das so. Naja, hier mal ein kleines Update aus dem Universum von Mikey Erg. Der spielt derzeit auch bei der hübsch-poppigen Band The Rentiers mit, obwohl er da jetzt nicht unfassbar originell irgendwelche Zauberbeats auf dem Schlagzeug abfeuert. Soll heißen, das hätte auch Lars Ulrich hinbekommen. Die Rentiers bringen auf jeden Fall im März ihre Debüt EP raus und die gefällt mir. Ist so eine Indie Punk Pop Rock Schiene mit dem Sänger von Plow United, Joel Tannenbaum.
Haha, Tannenbaum und Rentiere. Hahaha.
Könnt Ihr bei den Labeln Square of Position und Death to false Hope vorbestellen.
Gesundheit!

The Van Pelt – Imaginary Third

Dieser Artikel ist der Beginn einer neuen Reihe. Ich hab noch keinen Namen, aber es geht irgendwie in die Richtung von ‚Es ist selten zu früh und niemals zu spät‚. Damit rechtfertige ich dann Sachen, die schon uralt sind, aber trotzdem hier verwurstet werden. Wie zum Beispiel das ’neue‘ Album von the Van Pelt, das ja in der Überschrift schon angekündigt wird. Imaginary Third – Der Titel der Platte klingt wie ein drittes Album, das eigentlich gar nicht da ist. Und ein bisschen stimmte das auch bis zum letzten Record Store Day. Denn the Van Pelt hatten sich schließlich bekanntermaßen bereits 1997 aufgelöst, nachdem sie ihre fantastische zweite LP ‚Sultans of Sentiments‚ veröffentlicht hatten. Doch 2014 kommen auf einmal diese 8 Songs auf La Castanya raus. Hm, was war passiert?

Nichts, eigentlich. Bands lösen sich halt auf. Ob es künstlerische Differenzen sind oder man sich gegenseitig nicht mehr leiden kann oder irgendjemand schwanger wird oder stirbt, ist ja dann auch egal. The Van Pelt entschlossen sich eben, unter anderen Namen ungefähr die gleiche Musik weiter zu machen und das bereits geschriebene Material der Band für andere Projekte zu benutzen. So gingen zum Beispiel Sänger Chris Leo  und Bassistin Toko Yasuda nahtlos in die neue Band The Lapse über. Der Gitarist Bryan Maryansky fand schnell Anschluss und stieg bei der nicht weniger erstaunlich guten Band Jets to Brazil ein.
Das Duo The Lapse brauchten auf jeden Fall nicht lange, bis sie ihr erstes Album ‚Betrayal!‚ (1998) veröffentlichen konnten, denn schließlich haben die beiden für die LP einige bereits geschriebene Songs von the Van Pelt genutzt. Daher könnten sich eventuell alle Songs dieser ’neuen‘ LP für Fans von den besagten Bands irgendwie bekannt anhören. Und der Titel ergibt dann auch nochmal ein bisschen mehr Sinn als das, was ich mir so zusammengereimt hatte. Denn die ersten 5 Songs sind auch auf der ‚Betrayal!‘ LP von The Lapse verarbeitet worden und die letzten 3 Stücke von ‚Imaginary Third‘ waren bereits auf der selbstbetitelten 7″ im Jahr 1997 erschienen.

Aber das macht ja nichts, denn wie gesagt, die Lieder sind ja alle unter the Van Pelt entstanden und runden damit auch das Gesamtbild des musikalischen Schaffens der Band gut ab. Das wilde erste Album, das sanfte zweite und nun eine angenehme Mischung aus Beidem. Kann man so machen. Das komplette Album könnt Ihr Euch hier anhören, zu kaufen gibts das nur noch teuer irgendwo im Internet oder wo Ihr sonst so Glück braucht.

Demnächst dann mehr zu der Rubrik. Ich glaub, ich hab das damals auch gar nicht mitbekommen, weil ich die Veröffentlichungen zum Record Store Day inzwischen kaum noch verfolge. Das ist ja meistens viel zu viel. Ich bin ja mal gespannt, was dieses Jahr geplant ist. Nicht.