Das Kafka Videospiel

Gehört man eigentlich zur kulturellen Elite (zu der ich mich und das/den Blog hier selbstverständlich zähle), wenn man fast nichts von Franz Kafka gelesen hat? Kann man denn guten Gewissens behaupten, eine Situation sei kafkaesk, wenn man eigentlich gar nicht weiß, was das genau bedeutet? Bestimmt nicht, aber wen interessiert das schon?

Wahrscheinlich wird es allerdings bald mehr Menschen geben, die sich ärgern, nicht mit dem Gesamtwerk des Prager Autors vertraut zu sein. Denn für das Franz Kafka Videogame sollte man schon die ein oder andere Sache von ihm gelesen haben, um bei diesem klassischen Adventure die diversen Rätsel lösen zu können.

Der Entwickler Denis Galanin war schon 2011 verantwortlich für das preisgekrönte Hamlet Adventure, das sich ebenfalls mit Literatur auseinandersetzt und die seltsame Handlung von Shakespeare’s Hamlet in Rätseln und Kampfszenen thematisiert. Und jetzt also Franz Kafka. Der Trailer sieht ja schon mal ganz nett aus. Und wenn man als Komplettlösung jetzt noch einen Sammelband von Kafka zur Hand hat, wird das bestimmt voll das fröhliche Spiel. Ich freu mich drauf.

Post Punk Super Friends

Der brasilianische Künstler Butcher Billy hat seine Affinität zu gitarrenlastiger Musik der 80er mal wieder ausgelebt und diesmal eine Reihe von Superhelden entworfen, die sich aus den beliebten Frontmännern (und einer Frau) von Bands wie The Cure, Joy Division oder The Smiths rekrutieren.

Und das sieht nicht nur auf Plakaten gut aus, sondern lässt sich auch als T-Shirt tragen. Die schicken Dinger kosten knapp 20€ und wenn Euch die nicht gefallen, dann könnt Ihr ja mal schauen, ob Eure Wohnung ein paar neue Poster vertragen kann.

Da sind schon feine Sachen dabei und ich hab hier nur eine kleine Auswahl seiner gesammelten Werke gepostet. Für alles und noch viel mehr müsst Ihr mal seine Seite besuchen. Lohnt sich!

Down by Law – Pffft

Puh. Nicht nur, dass Dave Smalley einer von den Deppen ist, die sich als Conservative Punk bezeichnen und haarsträubenden Bullshit erzählen (“ Imagine if „affirmative action“ extended to one’s favorite band. The Beatles were four white men. Should they have had to hire „someone of color“ to fill a quota?„). Nein! Der macht inzwischen auch noch beschissene Musik. Normalerweise schreibe ich über schlechte Musik gar nicht erst, warum sollte ich meine und Eure Zeit mit sowas auch vergeuden, aber das hier ist was anderes.

Man kann ja teilweise über die seltsamen Texte und Anwandlungen von Frontmännern hinwegsehen, wenn die Musik noch super ist und diese Ausartungen nicht komplett grenzdebil sind. Als Ray Cappo damit angefangen hat, sich für Hare Krishna zu interessieren und dies auch in seinen Texten zum Ausdruck brachte, hat er mit Shelter immerhin noch gute Musik abgeliefert. Das konnte man sich dann einfach  – auf einem Ohr blind – gut anhören.

Aber das hier? Da singt eine der Stimmen, die ich am liebsten hatte. Die Stimme vom 86er Dag Nasty Album Can I say…Das ist eines der besten Alben, die ich in meinem Plattenschrank stehen habe. Dave Smalley hat dann später (2002) auch die Minority of One mit Dag Nasty veröffentlicht, aber das war irgendwie schon nicht mehr dieselbe Band, da klang alles auf dem Album nach etwas anderem. Was wollte ich eigentlich? Ach ja! Nix. Hört Euch den Stream vom neuen Down by Law Album an. Vielleicht versteht Ihr dann meine Enttäuschung.

Happy Holidays

Ich bin dann auch mal weg. Vielleicht melde ich mich zwischendurch mit unwichtigem Kram, aber voraussichtlich ist hier jetzt ne Woche Pause. Fresst nicht so viel, trinkt nicht so viel!

Fancy Art Club!

Meine künstlerische Begabung liegt irgendwo auf dem Niveau eines blinden Schimpansen, und das beleidigt den armen Affen eigentlich noch. Na gut, ich hab mal Schlagzeug gespielt, aber das ist ja auch eher ein besonders lauter Sport als eine ausdrucksstarke Kunstform. Zumindest, wenn ich hinter der Schießbude sitze. Umso mehr beneide ich dementsprechend Menschen, die auf irgendeine Art talentiert sind und wunderbare Dinge aus dem Nichts zaubern können. Künstler! Pah.

Der gute Mario Turiaux ist so einer. Sieht man sich seine schicke neue Website (Fancy Art Club) an, erkennt man schnell, dass ihm anscheinend eine Menge Talent in die Wiege gelegt wurde. Er zeichnet Konzertposter, Plattencover und anderen Kram oft mit so vielen Details und Geschichten, dass man öfters ne Weile braucht, bis man sich daran satt gesehen hat. Ein schönes Beispiel dafür ist das aktuelle Poster für ein Chip Hanna Konzert oder auch das verlinkte „Greetings from Aachen„. Das gibts im übrigen auch als T-Shirt, falls Ihr noch ein Last-Minute-Geschenk braucht.

Und nebenbei macht der Tausendsassa auch noch Musik. Guter Mann! Fragt ihn doch einfach bei Facebook, ob er für Eure langweilige Band ein Poster oder Cover zeichnen will…

Punxelated #2

Manchmal passen zwei Dinge so wunderbar zusammen, dass man sich das Eine nicht mehr ohne das Andere vorstellen kann. Zum Beispiel Kaffee und Zigarette, oder Kino und Popcorn, oder Kacken und Lesen. Zum Glück gibt es für letzteres endlich wieder Nachschub…

Der Bonner Weltenbummler Marc Gärtner hat in diesen Tagen seine zweite Ausgabe von Punxelated herausgebracht. Ein Photo Zine, das sich wunderbar auf dem Klo lesen lässt, muss man doch für das Anschauen von Bildern oft nicht so wahnsinnig viel Konzentration aufbringen.

Wie gut Marc fotografiert, konnte man schon im ersten Teil bewundern, der im letzten Jahr erschien oder auch auf seiner Seite, auf der mindestens 100 000 Fotos zu bestaunen sind. Da kann man auch nach Bands sortieren und so. Sehr cool! Jetzt also eine neue Hochglanzversion von 48 Punk Rock Bands auf 56 Seiten. Unter anderem wurden abgelichtet: Night Birds (Cover), Screaming Females, Off with their HeadsRancidMasked Intruder, Mikey Erg und Antitainment.

Die zweite Ausgabe von Punxelated könnt Ihr hier bestellen und auf Euer Klo legen. Ich kontrolliere das dann nächstes Mal, wenn ich da bin…

Musik – Video – Spiel

Was es nicht alles gibt! Nachdem verschiedene Bands bereits interaktive Videos zu ihren Songs auf den Markt geworfen und andere gar einen 24 Stunden Loop ihrer Lieder mit bewegten Bildern unterlegt haben, muss man jetzt irgendwie anders seine potentiellen Käufer zum Hören der Musik animieren.

Anscheinend schaut niemand mehr einfach nur schnöde Musikvideos im Browser, das würde ja auch bedeuten, sich für zumindest 3 Minuten nur auf eine Unterhaltungsquelle zu konzentrieren. Also hat man sich überlegt, aus dem zu bewerbenden Song ein Videospiel zu machen! Da muss man ja die ganze Zeit vor dem Bildschirm und auf der entsprechenden Seite bleiben. Brillant!  Weiterlesen

Descendents Kaffee!

Nachdem gestern mein Kaffee-Zubereitungs-Set mit einer alten Kaffeemühle komplettiert wurde, kann ich mich diesem Post so richtig hingeben.

Die großartige Band Descendents haben nicht nur Kaffeebecher im Merchandise zu verkaufen sondern jetzt auch richtigen Kaffee! Natürlich ist das eigentlich Quatsch und hat soviel mit der Musik zu tun wie andere sinnlose Artikel, die da so von anderen Bands verkauft werden.

Man denke da an Motörhead, die eine ganze Palette an Getränken verkaufen oder aber Oma Hans, die es mit Bademänteln, Küchentüchern und Feinripp-Unterhosen auf die Spitze getrieben haben.

Nun also Kaffee von den Punk Rockern aus Kalifornien. Falls Euch das wirklich reizt, hier ein paar Infos zu den Punk Rock Bohnen:

We sought out a small, local coffee roaster in Fort Collins, sampled coffees from around the world, then roasted, cupped, and re-roasted until we felt it epitomized what we have been singing about for all of these years. Ultra dark, robust, and of course, eccentric. Sourced from a family farm, Finca Candelaria, located in the Candelaria region of Guatemala made famous in 1974 for its expansive underground cave system that spans over 80km. As far as the coffee goes, the high altitude and rich volcanic soil create the environment to grow very dense coffee beans- meaning that they are chocked full of complex flavors but strong enough to withstand a deep roast profile. Wet milled, washed, and sun dried. Grown at 1220-1500m altitude.

Könnt Ihr hier pre-ordern, vielleicht kommt der ja noch pünktlich als Weihnachtsgeschenk an.

Support your Lokal! Aber welches eigentlich?

Auch wenn ich hier normalerweise immer die Umtriebigkeiten der internationalen Punk Rock Szene beschreibe (wow), muss auch mal was Lokales thematisiert werden. Think global, act local und so…obwohl, passt gar nicht. Egal.

Ich bin in den ersten Jahren, in denen ich hier in Aachen neu war, immer wieder in dieselben Läden gerannt, was natürlich meiner Vorliebe für die Musik und dem damit verbundenen Klientel geschuldet war. Jeder kann sich ja seine bekloppte Szene selber aussuchen – bei mir war es das AZ, das Hauptquartier, das Aoxomoxoa, das Wild Rover und später auch der Malteserkeller, Jakobshof und der Musikbunker. Alles feine Läden mit unterschiedlichem Publikum. Man kann ja nicht dieselben Fressen jeden Tag sehen (Ja, im Studium kann man jeden Tag ausgehen). Weiterlesen

Der Clown mit der Trommel

Die meisten Menschen verbinden mit Trio immer nur die albernen Da Da Da und Anna Nummern, die natürlich auch cool sind, aber dennoch nicht der großartigen Band aus dem Norden gerecht werden. Die Debüt LP zählt noch bis heute zu den besten deutschsprachigen Alben, die ich so kenne.

Zweifler dürfen sich ja gerne anhand dieses Videos davon überzeugen lassen. Was man so mit einer Gitarre und einem rudimentären Schlagzeug für Musik machen kann, ist nach wie vor bewundernswert. Nicht nur die genialen Oblivians haben das erkannt. Ich auch.

Der Aufstieg und Fall des Standschlagzeugers Peter Behrens wurde ja schon oft besprochen und dokumentiert, aber jetzt hat der sympathische Clown (ja, der hat diese Profession gelernt) das selber mal alles aufgeschrieben. Und diese Autobiographie könnt Ihr nun handsigniert in limitierter Erstauflage kaufen und mir dann schenken. Da gehts auch um Trio, klar, aber auch um die Dinge, die der Schlagzeuger nach dem Erfolg so erlebt hat. Von Drogen über Partys bis zum Bankrott. Will ich haben!